Die Schwarze Wegameise, auch als Schwarzgraue Wegameise oder Schwarze Gartenameise bekannt, ist eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Ameisenarten in Mitteleuropa. Sie gehört zur Familie der Schuppenameisen (Formicidae) und zur Unterfamilie der Formicinae. Als typischer Kulturfolger hat sich Lasius niger optimal an menschliche Siedlungsräume angepasst und ist in nahezu jedem Garten, Park und an Wegrändern zu finden.
- Aussehen: Wie sieht die Schwarze Wegameise aus?
- Entwicklung und Lebenszyklus der Schwarzen Wegameise
- Lebensweise und Verhalten von Schwarzen Wegameisen
- Vermehrung und Fortpflanzung
- Vorkommen und Verbreitung
- Bedeutung des Schädlings Lasius niger
- Gesundheitliche Risiken bei einem Ameisen Befall
- Ameisen Befall erkennen
- Vorbeugende Maßnahmen
- Bekämpfung: Was hilft bei einem Ameisen Befall?
- Schwarze Wegameise: Häufig gestellte Fragen
- Quellen und weiterführende Informationen
Die Art wird in der professionellen Schädlingsbekämpfung vorwiegend als Lästling eingestuft, da sie keine direkten Gesundheitsgefahren darstellt und auch keine wesentlichen Materialschäden verursacht. Dennoch kann sie durch das Eindringen in Wohnungen, das Anlegen von Nestern unter Terrassen und Pflasterflächen sowie durch ihre Pflege von Blattlauskolonien zu einem ernsthaften Ärgernis werden.
Aussehen: Wie sieht die Schwarze Wegameise aus?
Erkennungsmerkmale
Die Schwarze Wegameise weist einen typischen Körperbau für Ameisen der Gattung Lasius auf. Zwischen dem mittleren Körperabschnitt (Mesosoma) und dem Hinterleib (Gaster) befindet sich ein einzelnes Stielchenglied (Petiolus). Der Schaft der Fühler (Scapus) und die Hinterschienen tragen abstehende Borsten (Setae).
| Kaste | Größe | Merkmale |
|---|---|---|
| Arbeiterinnen | 3-5 mm | Einheitlich dunkelbraun bis schwarz, flügellos |
| Männchen | 3,5-4,5 mm | Geflügelt, schlank gebaut |
| Königinnen | 8-9 mm | Geflügelt vor Paarung, deutlich größer als Arbeiterinnen |
Die Arbeiterinnen sind einheitlich dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Im Gegensatz zu den Arbeiterinnen besitzen sowohl Männchen als auch Königinnen Flügel, die sie für den Hochzeitsflug benötigen. Nach der Paarung werfen die Königinnen ihre Flügel ab und beginnen mit der Koloniegründung.
Unterscheidung zu ähnlichen Arten
Die Schwarze Wegameise kann mit anderen einheimischen Wegameisen-Arten verwechselt werden:
Braune Wegameise (Lasius brunneus): Diese Art ist geringfügig kleiner (Arbeiterinnen 2,5-4 mm) und deutlich zweifarbig gefärbt. Der Kopf und der Hinterleib sind dunkel, während der Rumpfabschnitt, das Stielchen und die Beine gelblich-braun bis leicht rötlich erscheinen. Abstehende Haare an den Extremitäten fehlen vollständig. L. brunneus nistet bevorzugt in morschem Holz und kann als Materialschädling auftreten.
Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus): Diese Art zeigt eine kontrastreiche Zeichnung mit rötlichbraunem bis dunkelbraunem Kopf, rötlichem Mittelteil und dunkelbraunem bis schwarzbraunem Hinterleib. Die Arbeiterinnen werden etwa 4 mm lang. Auch diese Art kann in Gebäuden als Materialschädling auftreten.
Weitere Lasius-Arten: Arten wie L. alienus, L. psammophilus und L. paralienus gehören zur engeren Verwandtschaft von L. niger und lassen sich mit bloßem Auge oft nicht sicher unterscheiden. Eine sichere Artbestimmung erfordert in diesen Fällen eine mikroskopische Untersuchung.
Entwicklung und Lebenszyklus der Schwarzen Wegameise
Entwicklungsstadien
Wie alle Ameisen durchläuft die Schwarze Wegameise eine vollständige Verwandlung (Holometabolie) mit vier Entwicklungsstadien:
| Stadium | Beschreibung |
|---|---|
| Ei | Winzig, weiß, nierenförmig mit klebriger Oberfläche |
| Larve | Weißlich, beinlos, wird von Arbeiterinnen gefüttert |
| Puppe | In papierartigem Kokon eingeschlossen |
| Imago | Ausgewachsene Ameise (Arbeiterin, Männchen oder Königin) |
Die Eier werden von der Königin gelegt und von den Arbeiterinnen gepflegt. Die klebrige Oberfläche der Eier ermöglicht es, sie in Gruppen zu transportieren. Die Larven sind auf Fütterung durch die Arbeiterinnen angewiesen und häuten sich während ihrer Entwicklung mehrfach. Bei jeder Häutung entwickeln sie Häkchen, die das Gruppentragen erleichtern. Anders als bei manchen anderen Ameisenarten spinnen die Puppen von Lasius niger einen papierartigen Kokon.
Entwicklungsdauer
Die Entwicklungszeit ist stark temperaturabhängig. Bei höheren Temperaturen verkürzt sich die Entwicklungsdauer erheblich.
| Stadium | Dauer |
|---|---|
| Ei | 7-14 Tage |
| Larve | 9-21 Tage |
| Puppe | 14-28 Tage |
| Gesamtentwicklung | 4-9 Wochen |
Bei einer neugegründeten Kolonie benötigt die Königin etwa 6 bis 8 Wochen, um die ersten Arbeiterinnen aufzuziehen. In dieser Phase gründet sie ihr Nest claustral, das heißt, sie ernährt sich von ihren abgebauten Flugmuskelreserven und füttert die erste Brut ohne Nahrungssuche.
Kolonieentwicklung
Eine frisch gegründete Kolonie wächst langsam. Erst nach etwa drei Jahren, wenn die Kolonie rund 10.000 Arbeiterinnen umfasst, werden erstmals Geschlechtstiere (Männchen und Königinnen) produziert. Ältere Kolonien können mehrere zehntausend Arbeiterinnen enthalten.
Bemerkenswert ist die Langlebigkeit der Königinnen: Unter Laborbedingungen wurde eine maximale Lebensdauer von 28 3/4 Jahren dokumentiert. Die bei der einmaligen Paarung aufgenommenen Spermien bleiben während der gesamten Lebensspanne der Königin befruchtungsfähig. Jede Kolonie besitzt nur eine einzige Königin (Monogynie).
Lebensweise und Verhalten von Schwarzen Wegameisen
Aktivitätsmuster
Die Schwarze Wegameise ist vorwiegend tagaktiv und zeigt ihre höchste Aktivität bei warmen Temperaturen. Im Frühjahr, wenn die Nahrungsquellen im Freien noch knapp sind, dringen die Arbeiterinnen besonders häufig in Wohnungen ein. Auch Wohnungen in höheren Stockwerken sind nicht vor dem Eindringen der Ameisen sicher.
Die Arbeiterinnen legen deutlich sichtbare Ameisenstraßen zwischen dem Nest und Nahrungsquellen an. Diese Wege werden durch Duftstoffe (Pheromone) markiert, sodass andere Nestgenossinnen der Spur folgen können.
Hochzeitsflug
Der Hochzeitsflug (Schwarmflug) findet in der Regel zwischen Ende Juni und Anfang September statt, mit einer Hauptschwarmzeit von Mitte Juli bis Anfang August. Der Schwarmflug erfolgt typischerweise zwischen 11:30 und 18:00 Uhr an schwülwarmen Tagen, oft unmittelbar vor einem Gewitter.
Eine Besonderheit von Lasius niger sind die regional hochgradig synchronisierten Massenschwärme. An manchen Tagen können tausende geflügelte Ameisen gleichzeitig über einem größeren Gebiet schwärmen. Ein einzelnes Nest kann in einer Saison an mehreren Tagen schwärmen, beispielsweise Anfang Juli und nochmals Mitte August.
Nahrung und Ernährung
Die Hauptnahrungsquelle der Schwarzen Wegameise im Sommer ist Honigtau, eine zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen und anderen pflanzensaugenden Insekten. Die Ameisen pflegen und schützen Blattlauskolonien aktiv, um diese Nahrungsquelle zu sichern.
Darüber hinaus werden die Ameisen von zuckerhaltigen Lebensmitteln angelockt:
- Marmelade und Honig
- Süße Speisen und Getränke
- Reifes Obst
- Proteinreiche Nahrung (besonders im Frühjahr)
Vermehrung und Fortpflanzung
Fortpflanzungsverhalten
Die Paarung findet während des Hochzeitsfluges in der Luft statt. Nach der Kopulation fallen die Tiere zu Boden und trennen sich. Die Männchen sterben kurz nach der Paarung. Die begatteten Königinnen werfen ihre Flügel ab und suchen sofort einen geeigneten Nistplatz.
Die Königin gräbt sich in feuchte Erde ein oder sucht Schutz unter Steinen. Der Regen nach einem Gewitter erleichtert das Eingraben, da er den Boden aufweicht. Noch am selben Tag der Paarung beginnt die Königin mit der Eiablage.
Vermehrungsrate
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Koloniegröße (ausgewachsen) | mehrere zehntausend Arbeiterinnen |
| Königinnen pro Nest | 1 (Monogynie) |
| Zeit bis erste Geschlechtstiere | ca. 3 Jahre |
| Lebensdauer Königin | bis zu 28 3/4 Jahre (Labor-Maximum) |
Die Eierproduktion einer Königin ist während ihrer gesamten Lebensspanne konstant. Die bei der einmaligen Paarung empfangenen Spermien werden in einem speziellen Organ (Spermatheca) gespeichert und bleiben über Jahrzehnte befruchtungsfähig.
Vorkommen und Verbreitung
Natürliche Lebensräume
Die Schwarze Wegameise ist in ganz Deutschland weit verbreitet und zählt zu den häufigsten Ameisenarten Mitteleuropas. Als sehr anpassungsfähiger Kulturfolger besiedelt sie verschiedenste Lebensräume:
- Städtische Gebiete und Parkanlagen
- Gärten und Rasenflächen
- Wiesen und Ackerland
- Wegränder und Straßenränder
- Waldränder und Ruderalflächen
Die Nester werden bevorzugt an warmen, sonnigen Standorten angelegt, meist im Boden oder unter flachen Steinen. Auch in morschem Holz können Nester entstehen, wobei das Holz typischerweise bereits vorgeschädigt ist.
Verbreitung in/an Gebäuden
Im Bereich menschlicher Siedlungen finden sich die Nester häufig:
- Unter Pflastersteinen und Terrassenplatten
- In Mauerritzen und Fugen
- An sonnigen Hausfassaden
- In Beeten nahe Gebäuden
- Unter Gehwegplatten
Das Eindringen in Wohnungen erfolgt auf der Suche nach Nahrung. Die Ameisen nutzen dabei kleinste Spalten und Ritzen. Finden sie süße Lebensmittel wie Marmelade oder Honig, entsteht schnell eine dicht belaufene Ameisenstraße zwischen dem Nest im Garten und der Nahrungsquelle in der Wohnung.
Bedeutung des Schädlings Lasius niger
Schadwirkung
Die Schwarze Wegameise ist in den meisten Fällen als Lästling einzustufen. Sie verursacht keine direkten Materialschäden im eigentlichen Sinne und ist kein Gesundheitsschädling. Dennoch kann sie auf verschiedene Weise lästig werden:
Im Wohnbereich:
- Eindringen in Küchen und Vorratsräume
- Kontamination von Lebensmitteln
- Bildung störender Ameisenstraßen
- Auftreten in großer Zahl
Im Garten und Außenbereich:
- Anlegen von Nesthügeln in Rasenflächen und Beeten
- Unterhöhlen von Terrassen und gepflasterten Wegen
- Pflege von Blattlauskolonien an Kulturpflanzen
Wirtschaftliche Schäden
Direkte wirtschaftliche Schäden entstehen hauptsächlich durch:
- Unterhöhlung von Befestigungen: Durch den Nestbau unter Pflastersteinen und Terrassenplatten können diese absacken und schief liegen. In schweren Fällen drohen Befestigungen einzustürzen.
- Wurzelschäden: Durch das Aufwühlen der Erde verlieren Pflanzenwurzeln den Bodenkontakt. Betroffene Pflanzen können vertrocknen.
- Blattlausförderung: Durch die Pflege und den Schutz von Blattlauskolonien schädigt Lasius niger indirekt Kulturpflanzen.
Gesundheitliche Risiken bei einem Ameisen Befall
Direkte Gefahren
Die Schwarze Wegameise stellt für den Menschen keine direkte Gesundheitsgefahr dar. Die Art beißt nicht und verfügt über keinen Stachel, der die menschliche Haut durchdringen könnte. Anders als bei stechenden Ameisenarten (z. B. Feuerameisen) besteht kein Risiko für allergische Reaktionen durch Stiche.
Indirekte Folgen
Die gesundheitlichen Risiken sind auf indirekte Kontamination beschränkt:
- Lebensmittelkontamination: Ameisen, die über Lebensmittel laufen, können potenziell Bakterien übertragen
- Hygienische Belästigung: Das Auftreten von Ameisen in Küchen und Essbereichen wird als unhygienisch empfunden
Hinweis zur Hygiene: Im Vergleich zu anderen Ameisenarten wie der Pharaoameise (Monomorium pharaonis), die als echter Hygieneschädling eingestuft wird und gefährliche Krankheitserreger übertragen kann, ist das Gesundheitsrisiko durch Lasius niger deutlich geringer. Die Schwarze Wegameise verfügt zudem über eigene Hygienemechanismen: Sie nutzt Ameisensäure aus ihrer Giftdrüse zur antibakteriellen Reinigung ihres Körpers und der Nahrung.
Ameisen Befall erkennen
Befallsanzeichen
Typische Anzeichen für das Vorhandensein von Schwarzen Wegameisen:
- Ameisenstraßen: Deutlich sichtbare Wege zwischen Nest und Nahrungsquelle, oft entlang von Wänden, Fußleisten oder Terrassenrändern
- Lebende Ameisen: Einzelne oder in Gruppen auftretende dunkelbraune bis schwarze Ameisen (3-5 mm)
- Nesthügel: Kleine Erdhäufchen in Rasenflächen, zwischen Pflastersteinen oder in Beeten
- Geflügelte Ameisen: Massenhaftes Auftreten geflügelter Individuen im Sommer (Hochzeitsflug)
Schadensspuren
Bei genauerer Untersuchung können folgende Spuren auf einen Befall hinweisen:
- Feine Erdauswürfe in Pflasterfugen
- Absackende oder uneben liegende Pflastersteine
- Vermehrtes Auftreten von Blattläusen an Pflanzen
- Hohlräume unter Steinen oder Platten
- Vertrockende Pflanzen durch unterhöhlte Wurzelbereiche
Vorbeugende Maßnahmen
Eine vollständige Verhinderung des Auftretens von Schwarzen Wegameisen ist in Gärten kaum möglich, da die Art nahezu flächendeckend verbreitet ist. Folgende Maßnahmen können jedoch einen Befall im Wohnbereich minimieren:
- Abdichten von Zugangswegen: Ritzen und Spalten an Türen, Fenstern und Mauerwerk verschließen
- Hygiene in der Küche: Keine offenen Lebensmittel, insbesondere süße Speisen, stehen lassen
- Dichte Vorratsbehälter: Zucker, Honig und Marmelade in fest verschließbaren Behältern aufbewahren
- Regelmäßige Reinigung: Krümel und Speisereste zeitnah entfernen
- Pflanzen kontrollieren: Blattlausbefall an Zimmerpflanzen und Pflanzen in Hausnähe bekämpfen
- Ameisenstraßen unterbrechen: Bei ersten Anzeichen die Wege mit Essig- oder Seifenwasser abwischen
Bekämpfung: Was hilft bei einem Ameisen Befall?
Professionelle Bekämpfung
Bei starkem Befall oder wenn Nester in Gebäudenähe erhebliche Schäden verursachen, ist professionelle Hilfe ratsam:
- Nestortung: Sachkundige Ermittlung der Neststandorte
- Gezielte Köderapplikation: Einsatz von Fraßködern mit Wirkstoffen, die auf das Nervensystem der Ameisen wirken
- Gel-Köder: Produkte wie Gelköder können gezielt in Laufwegen und Nestbereichen appliziert werden
- Residuale Behandlung: Behandlung von Zugangswegen und Schlupfwinkeln mit Kontaktinsektiziden
Professionelle Schädlingsbekämpfer können die Art sicher bestimmen und die für den jeweiligen Befallsort geeigneten Methoden auswählen.
Eigenmaßnahmen
Im Privathaushalt können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
Ködersysteme:
- Fraßköder mit zucker- oder proteinbasiertem Lockstoff und insektiziden Wirkstoffen
- Köderdosen schützen den Köder vor dem Zugriff durch Kinder und Haustiere
- Die Arbeiterinnen tragen das Gift ins Nest und verteilen es an die Königin und Brut
Barrieremethoden:
- Duftstoffe wie ätherische Öle (Eukalyptus, Pfefferminze) können Ameisen abschrecken, wirken aber nicht abtötend
- Kieselgur an Eingängen kann als mechanische Barriere wirken
Sicherheitshinweise:
- Bei Anwendung von Insektiziden nicht essen oder trinken
- Nach der Anwendung Hände gründlich waschen
- Kontaktinsektizide (Sprays) meiden, wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben
Schwarze Wegameise: Häufig gestellte Fragen
Ist die Schwarze Wegameise gefährlich?
Die Schwarze Wegameise ist für den Menschen nicht gefährlich. Sie sticht und beißt nicht und überträgt im Gegensatz zur Pharaoameise keine gefährlichen Krankheitserreger. Sie wird daher als Lästling und nicht als Gesundheitsschädling eingestuft. Das Hauptproblem besteht im lästigen Auftreten in Wohnräumen und möglichen Schäden durch Unterhöhlung von Pflasterflächen.
Warum kommen Ameisen besonders im Frühjahr ins Haus?
Im Frühjahr sind die natürlichen Nahrungsquellen im Freien noch knapp. Die Ameisen suchen daher verstärkt nach alternativen Nahrungsquellen und dringen in Wohnungen ein, wo sie süße Lebensmittel finden. Im Sommer, wenn reichlich Honigtau von Blattläusen verfügbar ist, lässt der Druck auf die Wohnbereiche meist nach.
Wie werde ich eine Ameisenstraße in der Wohnung los?
Zunächst sollten Sie die Nahrungsquelle finden und beseitigen. Wischen Sie die Ameisenstraße mit Essig- oder Seifenwasser ab, um die Duftmarkierungen zu entfernen. Verschließen Sie den Zugangsweg, falls möglich. Für eine nachhaltige Bekämpfung sind Fraßköder wirksamer als Kontaktsprays, da der Wirkstoff ins Nest getragen wird.
Wie lange lebt eine Ameisenkönigin?
Schwarze Wegameisenköniginnen gehören zu den langlebigsten Insekten überhaupt. Unter Laborbedingungen wurde eine Lebensdauer von nahezu 30 Jahren dokumentiert. In der Natur leben Königinnen typischerweise über 10 Jahre. Während dieser gesamten Zeit produziert die Königin kontinuierlich Eier aus den bei der einmaligen Paarung gespeicherten Spermien.
Wann findet der Schwarmflug statt?
Der Hochzeitsflug findet hauptsächlich zwischen Mitte Juli und Anfang August statt, kann aber von Ende Juni bis Anfang September auftreten. Die Schwärme erscheinen typischerweise an schwülwarmen Tagen zwischen 11:30 und 18:00 Uhr, oft unmittelbar vor einem Gewitter. Regional können tausende Ameisen gleichzeitig schwärmen.
Schaden Ameisen meinen Gartenpflanzen?
Direkt fressen Schwarze Wegameisen keine lebenden Pflanzen. Allerdings schützen und pflegen sie Blattlauskolonien, um deren Honigtau zu ernten. Diese Blattläuse schädigen die Pflanzen durch Saftentzug. Zudem können Ameisen durch das Unterhöhlen des Wurzelbereichs indirekt zum Vertrocknen von Pflanzen beitragen.
Wie unterscheide ich die Schwarze Wegameise von anderen Ameisenarten?
Die Schwarze Wegameise ist einheitlich dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Braune Wegameise (L. brunneus) ist deutlich zweifarbig mit hellerem Rumpfabschnitt. Die Zweifarbige Wegameise (L. emarginatus) zeigt einen kontrastreichen Farbverlauf mit rötlichem Mittelteil. Bei Unsicherheit empfiehlt sich die Bestimmung durch einen Fachmann, da einige verwandte Arten ohne Mikroskop nicht sicher unterscheidbar sind.
Quellen und weiterführende Informationen
Deutsche Fachquellen
- Institut für Schädlingskunde: https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/ameisen/schwarzgraue-wegameise-lasius-niger/
- Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e.V.: https://www.dsvonline.de/dsv/fuer-verbraucher/schaedlingsverzeichnis/schwarzgraue-wegameise.php
- Ameisenhaltung.de – Schwarmflug: https://www.ameisenhaltung.de/schwarmflug/
Internationale wissenschaftliche Quellen
- Natural History Museum London – Flying ant day: https://www.nhm.ac.uk/discover/when-why-winged-ants-swarm-nuptial-flight.html
- Springer – Weather conditions during nuptial flights: https://link.springer.com/article/10.1007/BF00348045