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Hausmaus (Mus musculus)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 02. März 2026
Lesedauer: 14 Minuten
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Die Hausmaus (Mus musculus) gehört zu den weltweit am häufigsten vorkommenden Nagetieren und zählt zu den bedeutendsten Hygiene- und Vorratsschädlingen. Urspruenglich in Vorderasien beheimatet, hat sich dieses anpassungsfaehige Tier im Gefolge des Menschen über alle Kontinente verbreitet. In Deutschland treten drei Unterarten auf, wobei Mus musculus domesticus die häufigste ist.

Als Kulturfolger lebt die Hausmaus bevorzugt in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen, insbesondere in Gebäuden, Lagerhallen, Supermärkten und landwirtschaftlichen Betrieben. Dort verursacht sie nicht nur erhebliche wirtschaftliche Schäden durch Fraß und Kontamination von Lebensmitteln, sondern stellt aufgrund ihrer Fähigkeit zur Übertragung gefährlicher Infektionskrankheiten auch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar.

Aussehen: Wie sieht die Hausmaus aus?

Erkennungsmerkmale

Die Hausmaus ist ein verhältnismaessig kleines Nagetier mit schlankem Körperbau. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 6 bis 10 cm, der Schwanz ist etwa ebenso lang. Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 10 und 30 g, wobei das Durchschnittsgewicht bei rund 20 g liegt.

Das Fell ist auf der Oberseite dunkelgrau bis braungrau gefärbt, die Unterseite ist nur unwesentlich heller. Die Fellfarbe kann je nach Unterart und Lebensraum variieren, von schiefergrau bis hellbraun. Charakteristisch sind die verhältnismaessig großen Ohren und die kleinen, dunklen Augen.

Der Schwanz ist nahezu unbehaart und weist deutlich sichtbare Schuppenringe auf. Diese sogenannten Ringel sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Maeusarten.

MerkmalMasse
Kopf-Rumpf-Länge6-10 cm
Schwanzlänge6-10 cm
Gesamtlänge12-20 cm
Gewicht10-30 g

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Die Hausmaus kann mit anderen in Deutschland vorkommenden Maeusarten verwechselt werden. Folgende Merkmale helfen bei der Unterscheidung:

Waldmaus (Apodemus sylvaticus): Größer als die Hausmaus, mit auffallend großen Augen und Ohren. Das Fell ist roetlich-braun mit deutlich weißlichem Bauch. Der Schwanz ist leicht behaart, nicht nackt wie bei der Hausmaus.

Feldmaus (Microtus arvalis): Deutlich staeemmiger Körperbau mit sehr kleinen, im Fell versteckten Ohren. Der Schwanz ist mit nur 2-4 cm wesentlich kuerzer als bei der Hausmaus und erreicht nur etwa ein Drittel der Körperlänge.

ArtOhrenSchwanzKörperbau
HausmausGroßLang, nackt (etwa Körperlänge)Schlank
WaldmausSehr großLang, leicht behaartSchlank
FeldmausKlein, verstecktKurz (1/3 Körperlänge)Staemmig

Entwicklung und Lebenszyklus der Hausmaus

Entwicklungsstadien

Die Hausmaus durchläuft als Säugetier keine Metamorphose, sondern entwickelt sich direkt vom Neugeborenen zum erwachsenen Tier. Die Jungtiere werden als sogenannte Nesthocker geboren – nackt, blind und taub.

Neugeborene: Die Jungtiere kommen voellig hilflos zur Welt. Sie sind nackt und ihre Augen sowie Gehoergaenge sind geschlossen.

Entwicklung im Nest: Um den 10. Lebenstag sind die Jungtiere von einem gleichmäßigen Flaum bedeckt. Die Augen öffnen sich zwischen dem 12. und 16. Tag nach der Geburt.

Feste Nahrungsaufnahme: Ab etwa dem 18. Lebenstag beginnen die Jungtiere, erste feste Nahrung aufzunehmen.

Entwöhnung: Mit durchschnittlich 21 Tagen werden die Jungtiere von der Mutter abgesetzt und sind weitgehend selbstständig.

Geschlechtsreife: Hausmäuse erreichen die Geschlechtsreife bereits mit etwa 42-45 Tagen, in manchen Fällen auch etwas später mit 6-8 Wochen.

Entwicklungsdauer

StadiumDauer
Tragzeit19-21 Tage
Augen öffnen12-16 Tage
Beginn feste Nahrungca. 18 Tage
Entwöhnungca. 21 Tage
Geschlechtsreife42-60 Tage

Lebensdauer

Die Lebenserwartung der Hausmaus in freier Wildbahn liegt bei etwa 12-18 Monaten. In Gebäuden mit gutem Nahrungsangebot und Schutz vor Fressfeinden können Hausmäuse bis zu 2 Jahre alt werden. Unter optimalen Bedingungen in Gefangenschaft sind Lebensspannen von bis zu 6 Jahren dokumentiert.

Lebensweise und Verhalten von Hausmäusen

Aktivitaetsmuster

Die Hausmaus ist überwiegend daemmerungs- und nachtaktiv. In Gebäuden, in denen wenig Stoerungen auftreten, kann sie jedoch auch tagsüber aktiv sein. Die Tiere sind das ganze Jahr über aktiv und halten keinen Winterschlaf.

Hausmäuse sind ausgezeichnete Kletterer und können auch senkrechte, raue Oberflächen überwinden. Sie bewegen sich bevorzugt entlang von Waenden und nutzen regelmäßig dieselben Laufwege.

Nahrung und Ernaehrung

Obwohl die Hausmaus als Allesfresser (Omnivore) gilt, bevorzugt sie kohlenhydratreiche pflanzliche Nahrung. Getreide und Getreideprodukte stehen an erster Stelle der Nahrungspraeferenzen. Daneben werden auch Samen, Nüsse, Fruechte und gelegentlich tierische Nahrung wie Insekten aufgenommen.

Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei etwa 3-4 g. Im Gegensatz zu Ratten benoetigen Hausmäuse zum Überleben kaum freies Wasser, da sie ihren Flüssigkeitsbedarf größtenteils über die Nahrung decken können.

Sozialverhalten

Hausmäuse leben in Familienverbänden und weisen ein ausgeprägtes Territorialverhalten auf. Die Reviere haben meist nur einen Durchmesser von etwa 10-12 Metern. Innerhalb des Territoriums verteidigen die Tiere ihr Revier aggressiv gegen fremde Artgenossen.

Die Kommunikation erfolgt über Ultraschalllaute, Pheromone und Duftmarkierungen. Der charakteristische moschusartige Geruch des Mäuseurins dient der Markierung von Laufwegen und der Revierabgrenzung.

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

In beheizten Gebäuden mit ausreichendem Nahrungsangebot pflanzen sich Hausmäuse das gesamte Jahr über fort. Die Weibchen werden kurz nach der Geburt eines Wurfes wieder empfaengnisbereit. Der Östrus-Zyklus dauert 4-6 Tage.

Die Tragzeit beträgt 19-21 Tage. Säugende Weibchen können eine verlängerte Tragzeit von bis zu 23 Tagen aufweisen.

Vermehrungsrate

Die Hausmaus zählt zu den vermehrungsfreudigsten Säugetieren. Ein Weibchen kann pro Jahr 4-10 Würfe zur Welt bringen. Die Wurfgröße schwankt zwischen 4 und 13 Jungtieren, typischerweise werden 6-8 Junge geboren.

Rechnerisch kann ein einzelnes Weibchen somit bis zu 50 Nachkommen pro Jahr produzieren. Da diese Nachkommen selbst bereits nach 6 Wochen geschlechtsreif werden, kann eine Population unter günstigen Bedingungen exponentiell anwachsen.

ParameterWert
Würfe pro Jahr4-10
Wurfgröße4-13 (meist 6-8)
Nachkommen pro Weibchen/Jahrbis 50
Zeit bis Geschlechtsreife6-8 Wochen

Vorkommen und Verbreitung

Natuerliche Lebensräume

Die Hausmaus ist urspruenglich in den Steppengebieten Vorderasiens beheimatet. Von dort aus hat sie sich als Kulturfolger mit dem Menschen über die gesamte Welt verbreitet. Heute ist sie auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis anzutreffen.

In wärmeren Klimazonen kann die Hausmaus auch im Freiland leben, etwa in Hecken, an Feldraendern oder in der Nähe von Scheunen. In Mitteleuropa ist sie jedoch überwiegend auf menschliche Siedlungen angewiesen, insbesondere in den Wintermonaten.

Verbreitung in Gebäuden

Die Hausmaus besiedelt bevorzugt:

  • Wohngebäude (Keller, Dachboeden, Hohlräume)
  • Lagerhallen und Speicher
  • Lebensmittelbetriebe und Bäckereien
  • Supermaerkte und Restaurants
  • Landwirtschaftliche Betriebe und Scheunen
  • Tierhaltungen

Die Tiere nisten in Hohlräumen, hinter Wandverkleidungen, in Daemmmaterialien oder in selten bewegten Gegenstaenden. Styropor und andere Isoliermaterialien werden häufig zur Nestanlage angenagt.

Hausmäuse können durch Öffnungen von nur 6-7 mm Durchmesser in Gebäude eindringen – das entspricht etwa dem Durchmesser eines Bleistifts.

Bedeutung des Schädlings Mus musculus

Schadwirkung

Als kombinierter Hygiene- und Vorratsschädling verursacht die Hausmaus Schäden auf mehreren Ebenen:

Fraßschäden: Hausmäuse nagen Lebensmittel, Verpackungen und andere Materialien an. Aufgrund ihres ständigen Nagebedürfnisses (die Nagezähne wachsen lebenslang) schädigen sie auch Materialien, die nicht als Nahrung dienen.

Kontamination: Weitaus größer als der direkte Fraßschaden ist die Verunreinigung von Lebensmitteln durch Kot, Urin und Haare. Eine einzelne Maus produziert täglich bis zu 80 Kotkruemel.

Materialschäden: Hausmäuse nagen häufig Elektrokabel an, was zu Kurzschlüssen und im schlimmsten Fall zu Kabelbränden führen kann. Auch Isoliermaterialien, Textilien und Papier werden beschädigt.

Befallene Lebensmittel

Hausmäuse befallen bevorzugt:

  • Getreide und Getreideprodukte (Mehl, Haferflocken, Müsli)
  • Nüsse und Samen
  • Schokolade und Suesswaren
  • Trockenfruechte
  • Tiernahrung (Hundefutter, Vogelfutter)
  • Backwaren

Auch originalverpackte Lebensmittel sind nicht sicher, da Hausmäuse Karton, Papier und dünne Kunststofffolien leicht durchnagen können.

Lagerschäden

In gewerblichen Lagern und der Lebensmittelindustrie können Mäuseschäden erhebliche wirtschaftliche Ausmaße annehmen. Befallene Warenbestände müssen vollständig entsorgt werden, da eine Kontamination mit Krankheitserregern nicht ausgeschlossen werden kann. Hinzu kommen Kosten für Betriebsunterbrechungen, Reinigung und Schädlingsbekämpfung.

Wirtschaftliche Schäden

Die wirtschaftlichen Schäden durch Hausmäuse sind weltweit erheblich. Neben den direkten Verlusten durch Fraß und Kontamination entstehen Kosten durch:

  • Entsorgung befallener Waren
  • Reinigung und Desinfektion
  • Reparatur von Kabel- und Materialschäden
  • Bekämpfungsmaßnahmen
  • Imageschäden für betroffene Betriebe


Gesundheitliche Risiken bei einem Hausmaus Befall

Krankheitsübertragung

Die Hausmaus kann eine Reihe von Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen und gilt daher als bedeutender Hygieneschädling. Die Übertragung erfolgt hauptsaechlich über Kot, Urin und Speichel der Tiere, aber auch durch direkten Kontakt oder kontaminierte Lebensmittel.

Bakterielle Erreger:

  • Leptospiren (Leptospirose): Bakterien, die über den Urin ausgeschieden werden und grippeähnliche Symptome bis hin zu schweren Organschädigungen verursachen können.
  • Salmonellen (Salmonellose): Verursacher von Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall, Erbrechen und Fieber. Salmonellosen sind in Deutschland meldepflichtig.
  • Pasteurellen: Können Wundinfektionen und Atemwegserkrankungen auslösen.

Virale Erreger:

  • Lymphozytäres Choriomeningitis-Virus (LCMV): Ein weltweit verbreitetes Virus, dessen natuerlicher Wirt die Hausmaus ist. Infektionen verlaufen häufig symptomlos oder mit grippeähnlichen Beschwerden, können aber auch zu aseptischer Meningitis führen. Besonders gefährlich sind kongenitale Infektionen während der Schwangerschaft.
  • Hantaviren: Können über eingetrockneten Mäusekot und -urin durch Staubinhalation übertragen werden.

Kontamination

Unabhängig von der direkten Krankheitsübertragung stellt die Kontamination von Lebensmitteln und Oberflächen ein erhebliches hygienisches Problem dar. Hausmäuse hinterlassen auf ihren Laufwegen kontinuierlich Kot- und Urinspuren. Die Kontamination umfasst:

  • Kotpillen (bis zu 80 pro Tag und Tier)
  • Urintroepfchen
  • Haare
  • Hautschuppen
  • Speichelreste

Allergene

Mäuseurin, -kot und -haare enthalten Allergene, die bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen können. In stark befallenen Gebäuden kann die Allergenbelastung ein relevantes Gesundheitsrisiko darstellen.

Hausmaus Befall erkennen

Befallsanzeichen

Ein Hausmausbefall lässt sich anhand verschiedener Anzeichen erkennen:

Kot: Mäusekot ist spindelfoermig bis staebchenfoermig, etwa 3-8 mm groß und dunkel gefärbt. Frischer Kot ist weich und glaenzend, älterer Kot hart und matt. Eine Maus hinterlaesst täglich etwa 50-80 Kotkruemel.

Nagespuren: Typische Bissmuster mit zwei parallelen, vertieften Rillen im Abstand von 1-2 mm. Nagespuren finden sich an Verpackungen, Kabeln, Holz und anderen Materialien.

Geruch: Bei stärkerem Befall ist ein charakteristischer, moschusartiger Geruch wahrnehmbar, der vom Urin der Mäuse stammt.

Laufspuren: In staubigen Bereichen sind Fuss- und Schwanzspuren erkennbar. Mäuse nutzen stets dieselben Wege, die als glatte Bahnen im Staub sichtbar werden.

Schmierspuren: An regelmäßig benutzten Durchschlüpfen und Laufwegen hinterlassen Mäuse dunkle Schmierspuren aus Körperfett und Schmutz.

Geraeusche: Nachts sind häufig Kratz-, Nage- und Scharrgeraeusche aus Decken, Waenden oder vom Dachboden zu hoeren. Manchmal sind auch Fiep- oder Pfeiflaute wahrnehmbar.

Nester: Mäuse bauen Nester aus zerkleinertem Material wie Papier, Textilien, Daemmstoffen oder Pflanzenmaterial in geschützten Hohlräumen.

Hausmaus (Mus musculus) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

  • Angenagte Lebensmittel und Verpackungen
  • Beschädigte Elektrokabel (Brandgefahr!)
  • Loecher in Daemmmaterialien und Styropor
  • Zerstoerte Textilien und Papiere
  • Kot- und Urinspuren auf Oberflächen

Tipp zur Befallskontrolle: Streuen Sie etwas Mehl oder Stärkepuder an vermuteten Laufwegen aus. Die feinen Fusspuren der Mäuse werden darin deutlich sichtbar.

Vorbeugende Maßnahmen

Eine wirksame Vorbeugung gegen Hausmausbefall basiert auf drei Saeulen: Nahrungsentzug, Zugangsverwehrung und Reduktion von Unterschlupfmöglichkeiten.

Nahrungsentzug

  • Lebensmittel in fest verschliessenden Behaeltern aus Glas, Metall oder stabilem Kunststoff aufbewahren
  • Keine Lebensmittel offen stehen lassen
  • Krümel und Speisereste sofort beseitigen
  • Tierfutter nicht über Nacht stehen lassen
  • Abfälle in verschlossenen Behaeltern entsorgen
  • Küche und Vorratsräume regelmäßig reinigen

Bauliche Maßnahmen (Ausschluss)

  • Öffnungen und Spalten ab 6 mm Größe abdichten
  • Türspalten mit Buersten oder Gummidichtungen verschliessen
  • Rohrdurchführungen mit Stahlwolle und Mörtel abdichten
  • Lüftungsöffnungen mit engmaschigem Gitter (max. 6 mm Maschenweite) sichern
  • Defekte Türen und Fenster reparieren
  • Fassadenrisse und Mauerspalten verschliessen

Reduktion von Unterschlupfmöglichkeiten

  • Gerümpel und selten bewegte Gegenstaende entfernen
  • Lagerbereiche übersichtlich halten
  • Materialien nicht direkt an Waenden lagern
  • Grünflächen am Gebäude kurz halten
  • Brennholz und Baumaterialien entfernt vom Haus lagern
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Hausmaus Befall?

Professionelle Bekämpfung

Bei einem Hausmausbefall, insbesondere in gewerblichen Betrieben oder bei stärkerem Befall, ist die Beauftragung eines professionellen Schädlingsbekämpfers dringend empfohlen. Fachbetriebe verfügen über das notwendige Wissen und die Ausruestung für eine effektive und sichere Bekämpfung.

Professionelle Methoden umfassen:

  • Beköderung mit Rodentiziden: Einsatz von Fraßködern mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) in gesicherten Köderstationen. Die Wirkstoffe führen mit zeitlicher Verzögerung zum Tod, sodass keine Köderscheu bei den uebrigen Tieren entsteht.

  • Schlagfallensysteme: Professionell positionierte und täglich kontrollierte Schlagfallen in den Laufwegen der Mäuse.

  • Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM): Kombination aus Monitoring, baulichen Maßnahmen, Befallsermittlung und gezielter Bekämpfung.

Hinweis: Rodentizide unterliegen der EU-Biozidverordnung 528/2012 und dürfen von Privatpersonen nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden. Professionelle Schädlingsbekämpfer verfügen über Zugang zu wirksameren Präparaten und die erforderliche Sachkunde.

Eigenmaßnahmen

Bei geringem Befall (einzelne Tiere) können folgende Maßnahmen versucht werden:

Schlagfallen: Klassische Mausefallen sind bei korrekter Anwendung effektiv. Aufstellung direkt an Waenden und in Laufwegen, Auslöser zur Wand gerichtet. Als Köder eignen sich Nuss-Nougat-Creme, Erdnussbutter oder Speck.

Lebendfallen: Aus Tierschutzgründen müssen Lebendfallen mindestens zweimal täglich kontrolliert werden. Gefangene Mäuse sind weit entfernt (mindestens 100 m) vom Fangort auszusetzen.

Ultraschallgeraete: Die Wirksamkeit von Ultraschall-Vertreibungsgeraeten ist wissenschaftlich umstritten und wird von Fachleuten kritisch bewertet.

Wichtig: Schlag- und Lebendfallen müssen so aufgestellt werden, dass Kinder und Haustiere nicht gefährdet werden.

Hausmaus: Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich, ob ich Hausmäuse oder Ratten habe?

Hausmäuse sind deutlich kleiner als Ratten. Mäusekot ist 3-8 mm groß und spindelfoermig, während Rattenkot 1-2 cm groß und bananenfoermig ist. Auch die Nagespuren unterscheiden sich: Bei Mäusen beträgt der Abstand der Zahnspuren nur 1-2 mm, bei Ratten 3-4 mm. Mäuse hinterlassen zudem einen charakteristischen moschusartigen Geruch.

Können Hausmäuse Krankheiten übertragen?

Ja, Hausmäuse können verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Dazu gehoeren Bakterien wie Salmonellen und Leptospiren sowie Viren wie das Lymphozytäre Choriomeningitis-Virus (LCMV) und Hantaviren. Die Übertragung erfolgt hauptsaechlich über kontaminierte Lebensmittel sowie Kot und Urin der Tiere.

Wie schnell vermehren sich Hausmäuse?

Hausmäuse zählen zu den vermehrungsfreudigsten Säugetieren. Ein Weibchen kann bereits mit 6 Wochen geschlechtsreif werden und jährlich bis zu 10 Würfe mit je 4-13 Jungtieren zur Welt bringen. Theoretisch kann ein einziges Paerchen innerhalb eines Jahres für Hunderte von Nachkommen sorgen.

Durch welche Öffnungen können Hausmäuse eindringen?

Hausmäuse können durch erstaunlich kleine Öffnungen in Gebäude gelangen. Bereits Spalten ab 6-7 mm Breite – etwa der Durchmesser eines Bleistifts – reichen aus. Daher ist es wichtig, alle Ritzen, Spalten und Rohrdurchführungen sorgfaeltig abzudichten.

Sind Hausmäuse das ganze Jahr über aktiv?

Ja, in Gebäuden sind Hausmäuse ganzjährig aktiv und halten keinen Winterschlaf. In beheizten Räumen mit ausreichendem Nahrungsangebot pflanzen sie sich das gesamte Jahr über fort. Die Aktivitaet ist hauptsaechlich während der Daemmerung und nachts am hoechsten.

Helfen Ultraschallgeraete gegen Mäuse?

Die Wirksamkeit von Ultraschall-Vertreibungsgeraeten gegen Mäuse ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Viele Fachleute bezweifeln eine nachhaltige Wirkung, da sich Mäuse an die Geraeusche gewoehnen können. Bauliche Maßnahmen und klassische Bekämpfungsmethoden gelten als zuverlaessiger.

Wann sollte ich einen professionellen Schädlingsbekämpfer rufen?

Ein professioneller Schädlingsbekämpfer sollte hinzugezogen werden bei: wiederkehrendem Befall trotz eigener Maßnahmen, Befall in gewerblichen Betrieben oder Lebensmittelbereichen, starkem Befall mit vielen Tieren, sowie wenn Hygienevorschriften einzuhalten sind. Professionelle Bekämpfung ist in der Regel effektiver und nachhaltiger als Eigenmaßnahmen.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen

Internationale wissenschaftliche Quellen

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.