Die Hausmaus (Mus musculus) gehoert zu den weltweit am haeufigsten vorkommenden Nagetieren und zaehlt zu den bedeutendsten Hygiene- und Vorratsschaedlingen. Urspruenglich in Vorderasien beheimatet, hat sich dieses anpassungsfaehige Tier im Gefolge des Menschen ueber alle Kontinente verbreitet. In Deutschland treten drei Unterarten auf, wobei Mus musculus domesticus die haeufigste ist.
- Aussehen: Wie sieht die Hausmaus aus?
- Entwicklung und Lebenszyklus der Hausmaus
- Lebensweise und Verhalten von Hausmäusen
- Vermehrung und Fortpflanzung
- Vorkommen und Verbreitung
- Bedeutung des Schädlings Mus musculus
- Gesundheitliche Risiken bei einem Hausmaus Befall
- Hausmaus Befall erkennen
- Vorbeugende Massnahmen
- Bekämpfung: Was hilft bei einem Hausmaus Befall?
- Hausmaus: Häufig gestellte Fragen
- Quellen und weiterfuehrende Informationen
Als Kulturfolger lebt die Hausmaus bevorzugt in unmittelbarer Naehe menschlicher Siedlungen, insbesondere in Gebaeuden, Lagerhallen, Supermärkten und landwirtschaftlichen Betrieben. Dort verursacht sie nicht nur erhebliche wirtschaftliche Schaeden durch Fraß und Kontamination von Lebensmitteln, sondern stellt aufgrund ihrer Faehigkeit zur Uebertragung gefaehrlicher Infektionskrankheiten auch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar.
Aussehen: Wie sieht die Hausmaus aus?
Erkennungsmerkmale
Die Hausmaus ist ein verhaeltnismaessig kleines Nagetier mit schlankem Koerperbau. Die Kopf-Rumpf-Laenge betraegt 6 bis 10 cm, der Schwanz ist etwa ebenso lang. Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 10 und 30 g, wobei das Durchschnittsgewicht bei rund 20 g liegt.
Das Fell ist auf der Oberseite dunkelgrau bis braungrau gefaerbt, die Unterseite ist nur unwesentlich heller. Die Fellfarbe kann je nach Unterart und Lebensraum variieren, von schiefergrau bis hellbraun. Charakteristisch sind die verhaeltnismaessig grossen Ohren und die kleinen, dunklen Augen.
Der Schwanz ist nahezu unbehaart und weist deutlich sichtbare Schuppenringe auf. Diese sogenannten Ringel sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Maeusarten.
| Merkmal | Masse |
|---|---|
| Kopf-Rumpf-Laenge | 6-10 cm |
| Schwanzlaenge | 6-10 cm |
| Gesamtlaenge | 12-20 cm |
| Gewicht | 10-30 g |
Unterscheidung zu aehnlichen Arten
Die Hausmaus kann mit anderen in Deutschland vorkommenden Maeusarten verwechselt werden. Folgende Merkmale helfen bei der Unterscheidung:
Waldmaus (Apodemus sylvaticus): Groesser als die Hausmaus, mit auffallend grossen Augen und Ohren. Das Fell ist roetlich-braun mit deutlich weisslichem Bauch. Der Schwanz ist leicht behaart, nicht nackt wie bei der Hausmaus.
Feldmaus (Microtus arvalis): Deutlich staeemmiger Koerperbau mit sehr kleinen, im Fell versteckten Ohren. Der Schwanz ist mit nur 2-4 cm wesentlich kuerzer als bei der Hausmaus und erreicht nur etwa ein Drittel der Koerperlaenge.
| Art | Ohren | Schwanz | Koerperbau |
|---|---|---|---|
| Hausmaus | Gross | Lang, nackt (etwa Koerperlaenge) | Schlank |
| Waldmaus | Sehr gross | Lang, leicht behaart | Schlank |
| Feldmaus | Klein, versteckt | Kurz (1/3 Koerperlaenge) | Staemmig |
Entwicklung und Lebenszyklus der Hausmaus
Entwicklungsstadien
Die Hausmaus durchlaeuft als Saeugetier keine Metamorphose, sondern entwickelt sich direkt vom Neugeborenen zum erwachsenen Tier. Die Jungtiere werden als sogenannte Nesthocker geboren – nackt, blind und taub.
Neugeborene: Die Jungtiere kommen voellig hilflos zur Welt. Sie sind nackt und ihre Augen sowie Gehoergaenge sind geschlossen.
Entwicklung im Nest: Um den 10. Lebenstag sind die Jungtiere von einem gleichmaessigen Flaum bedeckt. Die Augen oeffnen sich zwischen dem 12. und 16. Tag nach der Geburt.
Feste Nahrungsaufnahme: Ab etwa dem 18. Lebenstag beginnen die Jungtiere, erste feste Nahrung aufzunehmen.
Entwöhnung: Mit durchschnittlich 21 Tagen werden die Jungtiere von der Mutter abgesetzt und sind weitgehend selbststaendig.
Geschlechtsreife: Hausmaeuse erreichen die Geschlechtsreife bereits mit etwa 42-45 Tagen, in manchen Faellen auch etwas spaeter mit 6-8 Wochen.
Entwicklungsdauer
| Stadium | Dauer |
|---|---|
| Tragzeit | 19-21 Tage |
| Augen oeffnen | 12-16 Tage |
| Beginn feste Nahrung | ca. 18 Tage |
| Entwöhnung | ca. 21 Tage |
| Geschlechtsreife | 42-60 Tage |
Lebensdauer
Die Lebenserwartung der Hausmaus in freier Wildbahn liegt bei etwa 12-18 Monaten. In Gebaeuden mit gutem Nahrungsangebot und Schutz vor Fressfeinden koennen Hausmaeuse bis zu 2 Jahre alt werden. Unter optimalen Bedingungen in Gefangenschaft sind Lebensspannen von bis zu 6 Jahren dokumentiert.
Lebensweise und Verhalten von Hausmäusen
Aktivitaetsmuster
Die Hausmaus ist ueberwiegend daemmerungs- und nachtaktiv. In Gebaeuden, in denen wenig Stoerungen auftreten, kann sie jedoch auch tagsueber aktiv sein. Die Tiere sind das ganze Jahr ueber aktiv und halten keinen Winterschlaf.
Hausmaeuse sind ausgezeichnete Kletterer und koennen auch senkrechte, raue Oberflaechen ueberwinden. Sie bewegen sich bevorzugt entlang von Waenden und nutzen regelmaessig dieselben Laufwege.
Nahrung und Ernaehrung
Obwohl die Hausmaus als Allesfresser (Omnivore) gilt, bevorzugt sie kohlenhydratreiche pflanzliche Nahrung. Getreide und Getreideprodukte stehen an erster Stelle der Nahrungspraeferenzen. Daneben werden auch Samen, Nuesse, Fruechte und gelegentlich tierische Nahrung wie Insekten aufgenommen.
Der taegliche Nahrungsbedarf liegt bei etwa 3-4 g. Im Gegensatz zu Ratten benoetigen Hausmaeuse zum Ueberleben kaum freies Wasser, da sie ihren Fluessigkeitsbedarf groesstenteils ueber die Nahrung decken koennen.
Sozialverhalten
Hausmaeuse leben in Familienverbänden und weisen ein ausgepraegtes Territorialverhalten auf. Die Reviere haben meist nur einen Durchmesser von etwa 10-12 Metern. Innerhalb des Territoriums verteidigen die Tiere ihr Revier aggressiv gegen fremde Artgenossen.
Die Kommunikation erfolgt ueber Ultraschalllaute, Pheromone und Duftmarkierungen. Der charakteristische moschusartige Geruch des Maeuseurins dient der Markierung von Laufwegen und der Revierabgrenzung.
Vermehrung und Fortpflanzung
Fortpflanzungsverhalten
In beheizten Gebaeuden mit ausreichendem Nahrungsangebot pflanzen sich Hausmaeuse das gesamte Jahr ueber fort. Die Weibchen werden kurz nach der Geburt eines Wurfes wieder empfaengnisbereit. Der Oestrus-Zyklus dauert 4-6 Tage.
Die Tragzeit betraegt 19-21 Tage. Saeugende Weibchen koennen eine verlaengerte Tragzeit von bis zu 23 Tagen aufweisen.
Vermehrungsrate
Die Hausmaus zaehlt zu den vermehrungsfreudigsten Saeugetieren. Ein Weibchen kann pro Jahr 4-10 Wuerfe zur Welt bringen. Die Wurfgroesse schwankt zwischen 4 und 13 Jungtieren, typischerweise werden 6-8 Junge geboren.
Rechnerisch kann ein einzelnes Weibchen somit bis zu 50 Nachkommen pro Jahr produzieren. Da diese Nachkommen selbst bereits nach 6 Wochen geschlechtsreif werden, kann eine Population unter guenstigen Bedingungen exponentiell anwachsen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Wuerfe pro Jahr | 4-10 |
| Wurfgroesse | 4-13 (meist 6-8) |
| Nachkommen pro Weibchen/Jahr | bis 50 |
| Zeit bis Geschlechtsreife | 6-8 Wochen |
Vorkommen und Verbreitung
Natuerliche Lebensraeume
Die Hausmaus ist urspruenglich in den Steppengebieten Vorderasiens beheimatet. Von dort aus hat sie sich als Kulturfolger mit dem Menschen ueber die gesamte Welt verbreitet. Heute ist sie auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis anzutreffen.
In waermeren Klimazonen kann die Hausmaus auch im Freiland leben, etwa in Hecken, an Feldraendern oder in der Naehe von Scheunen. In Mitteleuropa ist sie jedoch ueberwiegend auf menschliche Siedlungen angewiesen, insbesondere in den Wintermonaten.
Verbreitung in Gebaeuden
Die Hausmaus besiedelt bevorzugt:
- Wohngebaeude (Keller, Dachboeden, Hohlraeume)
- Lagerhallen und Speicher
- Lebensmittelbetriebe und Baeckereien
- Supermaerkte und Restaurants
- Landwirtschaftliche Betriebe und Scheunen
- Tierhaltungen
Die Tiere nisten in Hohlraeumen, hinter Wandverkleidungen, in Daemmmaterialien oder in selten bewegten Gegenstaenden. Styropor und andere Isoliermaterialien werden haeufig zur Nestanlage angenagt.
Hausmaeuse koennen durch Oeffnungen von nur 6-7 mm Durchmesser in Gebaeude eindringen – das entspricht etwa dem Durchmesser eines Bleistifts.
Bedeutung des Schädlings Mus musculus
Schadwirkung
Als kombinierter Hygiene- und Vorratsschaedling verursacht die Hausmaus Schaeden auf mehreren Ebenen:
Fraßschaeden: Hausmaeuse nagen Lebensmittel, Verpackungen und andere Materialien an. Aufgrund ihres staendigen Nagebedürfnisses (die Nagezaehne wachsen lebenslang) schaedigen sie auch Materialien, die nicht als Nahrung dienen.
Kontamination: Weitaus groesser als der direkte Fraßschaden ist die Verunreinigung von Lebensmitteln durch Kot, Urin und Haare. Eine einzelne Maus produziert taeglich bis zu 80 Kotkruemel.
Materialschaeden: Hausmaeuse nagen haeufig Elektrokabel an, was zu Kurzschluessen und im schlimmsten Fall zu Kabelbraenden fuehren kann. Auch Isoliermaterialien, Textilien und Papier werden beschaedigt.
Befallene Lebensmittel
Hausmaeuse befallen bevorzugt:
- Getreide und Getreideprodukte (Mehl, Haferflocken, Muesli)
- Nuesse und Samen
- Schokolade und Suesswaren
- Trockenfruechte
- Tiernahrung (Hundefutter, Vogelfutter)
- Backwaren
Auch originalverpackte Lebensmittel sind nicht sicher, da Hausmaeuse Karton, Papier und duenne Kunststofffolien leicht durchnagen koennen.
Lagerschaeden
In gewerblichen Lagern und der Lebensmittelindustrie koennen Maeuseschaeden erhebliche wirtschaftliche Ausmasse annehmen. Befallene Warenbestaende muessen vollstaendig entsorgt werden, da eine Kontamination mit Krankheitserregern nicht ausgeschlossen werden kann. Hinzu kommen Kosten fuer Betriebsunterbrechungen, Reinigung und Schaedlingsbekaempfung.
Wirtschaftliche Schaeden
Die wirtschaftlichen Schaeden durch Hausmaeuse sind weltweit erheblich. Neben den direkten Verlusten durch Fraß und Kontamination entstehen Kosten durch:
- Entsorgung befallener Waren
- Reinigung und Desinfektion
- Reparatur von Kabel- und Materialschaeden
- Bekaempfungsmassnahmen
- Imageschaeden fuer betroffene Betriebe
Gesundheitliche Risiken bei einem Hausmaus Befall
Krankheitsuebertragung
Die Hausmaus kann eine Reihe von Infektionskrankheiten auf den Menschen uebertragen und gilt daher als bedeutender Hygieneschaedling. Die Uebertragung erfolgt hauptsaechlich ueber Kot, Urin und Speichel der Tiere, aber auch durch direkten Kontakt oder kontaminierte Lebensmittel.
Bakterielle Erreger:
- Leptospiren (Leptospirose): Bakterien, die ueber den Urin ausgeschieden werden und grippeaehnliche Symptome bis hin zu schweren Organschaedigungen verursachen koennen.
- Salmonellen (Salmonellose): Verursacher von Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall, Erbrechen und Fieber. Salmonellosen sind in Deutschland meldepflichtig.
- Pasteurellen: Koennen Wundinfektionen und Atemwegserkrankungen ausloesen.
Virale Erreger:
- Lymphozytaeres Choriomeningitis-Virus (LCMV): Ein weltweit verbreitetes Virus, dessen natuerlicher Wirt die Hausmaus ist. Infektionen verlaufen haeufig symptomlos oder mit grippeaehnlichen Beschwerden, koennen aber auch zu aseptischer Meningitis fuehren. Besonders gefaehrlich sind kongenitale Infektionen waehrend der Schwangerschaft.
- Hantaviren: Koennen ueber eingetrockneten Maeusekot und -urin durch Staubinhalation uebertragen werden.
Kontamination
Unabhaengig von der direkten Krankheitsuebertragung stellt die Kontamination von Lebensmitteln und Oberflaechen ein erhebliches hygienisches Problem dar. Hausmaeuse hinterlassen auf ihren Laufwegen kontinuierlich Kot- und Urinspuren. Die Kontamination umfasst:
- Kotpillen (bis zu 80 pro Tag und Tier)
- Urintroepfchen
- Haare
- Hautschuppen
- Speichelreste
Allergene
Maeuseurin, -kot und -haare enthalten Allergene, die bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen ausloesen koennen. In stark befallenen Gebaeuden kann die Allergenbelastung ein relevantes Gesundheitsrisiko darstellen.
Hausmaus Befall erkennen
Befallsanzeichen
Ein Hausmausbefall laesst sich anhand verschiedener Anzeichen erkennen:
Kot: Maeusekot ist spindelfoermig bis staebchenfoermig, etwa 3-8 mm gross und dunkel gefaerbt. Frischer Kot ist weich und glaenzend, aelterer Kot hart und matt. Eine Maus hinterlaesst taeglich etwa 50-80 Kotkruemel.
Nagespuren: Typische Bissmuster mit zwei parallelen, vertieften Rillen im Abstand von 1-2 mm. Nagespuren finden sich an Verpackungen, Kabeln, Holz und anderen Materialien.
Geruch: Bei staerkerem Befall ist ein charakteristischer, moschusartiger Geruch wahrnehmbar, der vom Urin der Maeuse stammt.
Laufspuren: In staubigen Bereichen sind Fuss- und Schwanzspuren erkennbar. Maeuse nutzen stets dieselben Wege, die als glatte Bahnen im Staub sichtbar werden.
Schmierspuren: An regelmaessig benutzten Durchschluepfen und Laufwegen hinterlassen Maeuse dunkle Schmierspuren aus Koerperfett und Schmutz.
Geraeusche: Nachts sind haeufig Kratz-, Nage- und Scharrgeraeusche aus Decken, Waenden oder vom Dachboden zu hoeren. Manchmal sind auch Fiep- oder Pfeiflaute wahrnehmbar.
Nester: Maeuse bauen Nester aus zerkleinertem Material wie Papier, Textilien, Daemmstoffen oder Pflanzenmaterial in geschuetzten Hohlraeumen.
Schadensspuren
- Angenagte Lebensmittel und Verpackungen
- Beschaedigte Elektrokabel (Brandgefahr!)
- Loecher in Daemmmaterialien und Styropor
- Zerstoerte Textilien und Papiere
- Kot- und Urinspuren auf Oberflaechen
Tipp zur Befallskontrolle: Streuen Sie etwas Mehl oder Staerkepuder an vermuteten Laufwegen aus. Die feinen Fusspuren der Maeuse werden darin deutlich sichtbar.
Vorbeugende Massnahmen
Eine wirksame Vorbeugung gegen Hausmausbefall basiert auf drei Saeulen: Nahrungsentzug, Zugangsverwehrung und Reduktion von Unterschlupfmoeglichkeiten.
Nahrungsentzug
- Lebensmittel in fest verschliessenden Behaeltern aus Glas, Metall oder stabilem Kunststoff aufbewahren
- Keine Lebensmittel offen stehen lassen
- Kruemel und Speisereste sofort beseitigen
- Tierfutter nicht ueber Nacht stehen lassen
- Abfaelle in verschlossenen Behaeltern entsorgen
- Kueche und Vorratsraeume regelmaessig reinigen
Bauliche Massnahmen (Ausschluss)
- Oeffnungen und Spalten ab 6 mm Groesse abdichten
- Tuerspalten mit Buersten oder Gummidichtungen verschliessen
- Rohrdurchfuehrungen mit Stahlwolle und Moertel abdichten
- Lueftungsoeffnungen mit engmaschigem Gitter (max. 6 mm Maschenweite) sichern
- Defekte Tueren und Fenster reparieren
- Fassadenrisse und Mauerspalten verschliessen
Reduktion von Unterschlupfmoeglichkeiten
- Gerümpel und selten bewegte Gegenstaende entfernen
- Lagerbereiche uebersichtlich halten
- Materialien nicht direkt an Waenden lagern
- Gruenflaechen am Gebaeude kurz halten
- Brennholz und Baumaterialien entfernt vom Haus lagern
Bekämpfung: Was hilft bei einem Hausmaus Befall?
Professionelle Bekaempfung
Bei einem Hausmausbefall, insbesondere in gewerblichen Betrieben oder bei staerkerem Befall, ist die Beauftragung eines professionellen Schaedlingsbekaempfers dringend empfohlen. Fachbetriebe verfuegen ueber das notwendige Wissen und die Ausruestung fuer eine effektive und sichere Bekaempfung.
Professionelle Methoden umfassen:
Bekoederung mit Rodentiziden: Einsatz von Fraßkoedern mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) in gesicherten Koederstationen. Die Wirkstoffe fuehren mit zeitlicher Verzoegerung zum Tod, sodass keine Koederscheu bei den uebrigen Tieren entsteht.
Schlagfallensysteme: Professionell positionierte und taeglich kontrollierte Schlagfallen in den Laufwegen der Maeuse.
Integrierte Schaedlingsbekaempfung (IPM): Kombination aus Monitoring, baulichen Massnahmen, Befallsermittlung und gezielter Bekaempfung.
Hinweis: Rodentizide unterliegen der EU-Biozidverordnung 528/2012 und duerfen von Privatpersonen nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden. Professionelle Schaedlingsbekaempfer verfuegen ueber Zugang zu wirksameren Praeparaten und die erforderliche Sachkunde.
Eigenmassnahmen
Bei geringem Befall (einzelne Tiere) koennen folgende Massnahmen versucht werden:
Schlagfallen: Klassische Mausefallen sind bei korrekter Anwendung effektiv. Aufstellung direkt an Waenden und in Laufwegen, Ausloeser zur Wand gerichtet. Als Koeder eignen sich Nuss-Nougat-Creme, Erdnussbutter oder Speck.
Lebendfallen: Aus Tierschutzgruenden muessen Lebendfallen mindestens zweimal taeglich kontrolliert werden. Gefangene Maeuse sind weit entfernt (mindestens 100 m) vom Fangort auszusetzen.
Ultraschallgeraete: Die Wirksamkeit von Ultraschall-Vertreibungsgeraeten ist wissenschaftlich umstritten und wird von Fachleuten kritisch bewertet.
Wichtig: Schlag- und Lebendfallen muessen so aufgestellt werden, dass Kinder und Haustiere nicht gefaehrdet werden.
Hausmaus: Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich, ob ich Hausmaeuse oder Ratten habe?
Hausmaeuse sind deutlich kleiner als Ratten. Maeusekot ist 3-8 mm gross und spindelfoermig, waehrend Rattenkot 1-2 cm gross und bananenfoermig ist. Auch die Nagespuren unterscheiden sich: Bei Maeusen betraegt der Abstand der Zahnspuren nur 1-2 mm, bei Ratten 3-4 mm. Maeuse hinterlassen zudem einen charakteristischen moschusartigen Geruch.
Koennen Hausmaeuse Krankheiten uebertragen?
Ja, Hausmaeuse koennen verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen uebertragen. Dazu gehoeren Bakterien wie Salmonellen und Leptospiren sowie Viren wie das Lymphozytaere Choriomeningitis-Virus (LCMV) und Hantaviren. Die Uebertragung erfolgt hauptsaechlich ueber kontaminierte Lebensmittel sowie Kot und Urin der Tiere.
Wie schnell vermehren sich Hausmaeuse?
Hausmaeuse zaehlen zu den vermehrungsfreudigsten Saeugetieren. Ein Weibchen kann bereits mit 6 Wochen geschlechtsreif werden und jaehrlich bis zu 10 Wuerfe mit je 4-13 Jungtieren zur Welt bringen. Theoretisch kann ein einziges Paerchen innerhalb eines Jahres fuer Hunderte von Nachkommen sorgen.
Durch welche Oeffnungen koennen Hausmaeuse eindringen?
Hausmaeuse koennen durch erstaunlich kleine Oeffnungen in Gebaeude gelangen. Bereits Spalten ab 6-7 mm Breite – etwa der Durchmesser eines Bleistifts – reichen aus. Daher ist es wichtig, alle Ritzen, Spalten und Rohrdurchfuehrungen sorgfaeltig abzudichten.
Sind Hausmaeuse das ganze Jahr ueber aktiv?
Ja, in Gebaeuden sind Hausmaeuse ganzjaehrig aktiv und halten keinen Winterschlaf. In beheizten Raeumen mit ausreichendem Nahrungsangebot pflanzen sie sich das gesamte Jahr ueber fort. Die Aktivitaet ist hauptsaechlich waehrend der Daemmerung und nachts am hoechsten.
Helfen Ultraschallgeraete gegen Maeuse?
Die Wirksamkeit von Ultraschall-Vertreibungsgeraeten gegen Maeuse ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Viele Fachleute bezweifeln eine nachhaltige Wirkung, da sich Maeuse an die Geraeusche gewoehnen koennen. Bauliche Massnahmen und klassische Bekaempfungsmethoden gelten als zuverlaessiger.
Wann sollte ich einen professionellen Schaedlingsbekaempfer rufen?
Ein professioneller Schaedlingsbekaempfer sollte hinzugezogen werden bei: wiederkehrendem Befall trotz eigener Massnahmen, Befall in gewerblichen Betrieben oder Lebensmittelbereichen, starkem Befall mit vielen Tieren, sowie wenn Hygienevorschriften einzuhalten sind. Professionelle Bekaempfung ist in der Regel effektiver und nachhaltiger als Eigenmassnahmen.
Quellen und weiterfuehrende Informationen
Deutsche Fachquellen
- Institut fuer Schaedlingskunde: https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/nager/hausmaus-mus-musculus/hausmaus-mus-musculus/
- Deutscher Schaedlingsbekaempfer-Verband e.V. (DSV): https://www.dsvonline.de/dsv/fuer-verbraucher/schaedlingsverzeichnis/hausmaus.php
- Niedersaechsisches Landesamt fuer Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES): https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/schadlingsbekampfung/ratten_und_mause/die-hausmaus-219282.html
Internationale wissenschaftliche Quellen
- Animal Diversity Web (University of Michigan): https://animaldiversity.org/accounts/Mus_musculus/
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC): https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/27/10/21-0224_article