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Kapuzinerkäfer (Bostrichus capucinus)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 02. März 2026
Lesedauer: 13 Minuten
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Der Kapuzinerkäfer (Bostrichus capucinus), auch als Karminroter Kapuzinerkäfer oder Roter Kapuzinerkäfer bekannt, gehört zur Familie der Bohrkäfer (Bostrichidae) und ist der auffälligste Vertreter dieser vorwiegend in den Tropen verbreiteten Käferfamilie in Mitteleuropa. Seinen deutschen Namen verdankt er dem kapuzenartig über den Kopf gewölbten Halsschild, das an die Kapuze einer Mönchskutte erinnert.

Als Holzschädling befällt der Kapuzinerkäfer vorwiegend trockenes Laubholz, insbesondere Eichensplintholz, Obstgehölze und Weinreben. Seine Larven entwickeln sich im Inneren des Holzes und können bei Mehrfachbefall über Generationen hinweg das Holz vollständig zu feinem Bohrmehl zersetzen. In Deutschland steht die Art auf der Roten Liste und gilt als gefährdet (Kategorie 3), was zeigt, dass sie trotz ihres Schadpotenzials in der freien Natur zunehmend selten geworden ist.

Aussehen: Wie sieht der Kapuzinerkäfer aus?

Erkennungsmerkmale

Der Kapuzinerkäfer erreicht eine Körperlänge von 6 bis 15 mm, wobei die meisten Exemplare zwischen 8 und 13 mm messen. Der Körper ist zylindrisch geformt.

MerkmalBeschreibung
Körperlänge6–15 mm (typisch 8–13 mm)
Grundfärbung Kopf und HalsschildSchwarz
Flügeldecken (Elytra)Orangerot bis ziegelrot
UnterseiteSchwarz; die letzten vier Hinterleibssegmente rot
Halsschild (Pronotum)Kapuzenartig über den Kopf gewölbt, Oberfläche raspelartig rau
Fühler10-gliedrig, mit 3-gliedriger Keule
KörperformZylindrisch

Das markanteste Erkennungsmerkmal ist der starke Farbkontrast zwischen dem schwarzen Vorderkörper (Kopf, Halsschild, Brust und erstes Bauchsegment) und den leuchtend orangeroten bis ziegelroten Flügeldecken. Selten treten auch vollständig schwarz gefärbte Exemplare oder Zwischenformen auf. Der Kopf ist von oben nicht sichtbar, da er unter dem nach vorne gewölbten Halsschild verborgen liegt. Die Oberfläche des Halsschildes ist raspelartig skulpturiert.

Die Larven sind cremefarben bis weißlich gefärbt und erreichen eine Länge von 10 bis 14 mm. Sie sind typische Engerling-artige Bohrkäferlarven mit weichem, gekrümmtem Körper.

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Der Kapuzinerkäfer ist durch seine auffällige Rotfärbung der Flügeldecken in Kombination mit dem kapuzenartigen Halsschild gut von anderen Holzschädlingen zu unterscheiden. Der Gemeine Nagekäfer (Anobium punctatum, "Holzwurm") ist mit 3 bis 5 mm deutlich kleiner und einheitlich braun gefärbt. Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) ist ebenfalls größer (8–26 mm) und befällt im Gegensatz zum Kapuzinerkäfer vorwiegend Nadelholz. Andere in Mitteleuropa vorkommende Bohrkäfer-Arten (Bostrichidae) sind in der Regel kleiner und weniger auffällig gefärbt.

Entwicklung und Lebenszyklus des Kapuzinerkäfers

Entwicklungsstadien

Der Kapuzinerkäfer durchläuft eine vollständige Metamorphose (Holometabolie) mit vier Stadien: Ei, Larve, Puppe und adulter Käfer. Die Weibchen bohren kurze Gänge in totes Laubholz und legen dort ihre Eier ab. Die Larven bohren sich nach dem Schlüpfen in das Holz ein und entwickeln sich dort über mehrere Monate.

StadiumDauerBemerkungen
EiKeine genauen Angaben verfügbarAblage in selbst gebohrte Gänge im toten Holz
Larveca. 11 Monate (typisch)Im Holzinneren; kann unter ungünstigen Bedingungen länger dauern
PuppeKeine genauen Angaben verfügbarVerpuppung im Holz
Adulter KäferMai–AugustKurzlebig; Schwerpunkt Fortpflanzung

Entwicklungsdauer

Die Gesamtentwicklung dauert in der Regel etwa ein Jahr. Unter ungünstigen Bedingungen, etwa bei geringem Nährstoffgehalt des Holzes, kann die Entwicklung jedoch auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Der Entwicklungszyklus ist stark von der Holzqualität und den Temperaturbedingungen abhängig, wobei warme, trockene Standorte die Entwicklung begünstigen.

Hinweis zu abweichenden Quellenangaben: Verschiedene Quellen geben unterschiedliche Angaben zur Entwicklungsdauer. Insektenbox.de nennt eine Entwicklungsdauer von einem Jahr, während andere Fachquellen die Larvenentwicklung mit etwa 11 Monaten beziffern und darauf hinweisen, dass die Entwicklung in Abhängigkeit vom Nährstoffangebot auch mehrere Jahre dauern kann.

Lebensweise und Verhalten von Kapuzinerkäfern

Aktivitätsmuster

Die adulten Kapuzinerkäfer sind von Mai bis August aktiv und können in diesem Zeitraum beobachtet werden. Als wärmeliebende Art bevorzugt der Käfer warme, trockene Standorte. Die Käfer sind flugfähig und können an sonnigen Tagen auf Totholz, an Holzlagern und in lichten Wäldern angetroffen werden.

Nahrung und Ernährung

Die Larven ernähren sich vom Holz abgestorbener Laubbäume und bohren dabei großvolumige Fraßgänge in das Holzinnere. Sie verwerten die im Splintholz enthaltene Stärke als Nahrungsquelle.

Die adulten Käfer konzentrieren sich vorwiegend auf die Fortpflanzung. Die Weibchen fressen kurze Gänge oder kleine Vertiefungen in das Holz, in die sie ihre Eier ablegen – ein für Bohrkäfer (Bostrichidae) typisches Verhalten. Ihre Lebensspanne als ausgewachsene Käfer ist kurz.

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Die Paarung und Eiablage finden während der Flugzeit von Mai bis August statt. Das Weibchen bohrt kurze Gänge oder Vertiefungen in totes oder vertrocknetes Laubholz und legt dort seine Eier ab. Auch Risse, Spalten und bestehende Bohrlöcher dienen als Eiablageplätze.

Vermehrungsrate

ParameterWert
Eizahl pro WeibchenKeine genauen Angaben in den konsultierten Fachquellen verfügbar
EiablageortSelbst gebohrte Gänge, Risse und Spalten in totem Laubholz
Generationen pro JahrTypischerweise eine Generation pro Jahr

Da mehrere Generationen hintereinander dasselbe Holzstück besiedeln können, besteht die Gefahr einer fortschreitenden Zerstörung des befallenen Holzes über Jahre hinweg.

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

Der Kapuzinerkäfer ist in der Paläarktis verbreitet mit Schwerpunkt im Mittelmeerraum. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas (insbesondere Süd- und Mitteleuropa), Nordafrika (Marokko, Algerien, Tunesien, Sudan), den Nahen Osten, den Kaukasus, Sibirien bis nach China.

In Mitteleuropa ist er die häufigste Art der Familie der Bohrkäfer (Bostrichidae), bevorzugt jedoch kontinentale Klimazonen und warme Standorte. Typische Lebensräume sind:

  • Lichte, warme Laubwälder
  • Weinberge
  • Obstgärten
  • Waldränder und Lichtungen

Der Käfer hält sich vorwiegend an der Basis von Baumstämmen oder an trockenen Wurzeln auf.

Verbreitung in/an Gebäuden

In Gebäuden kann der Kapuzinerkäfer gelegentlich in folgenden Bereichen auftreten:

  • Holzmöbel aus Laubholz (insbesondere importierte Möbel)
  • Holzlager und Brennholzvorräte
  • Verarbeitetes Laubholz in Innenräumen

Der Befall in Gebäuden ist in Deutschland vergleichsweise selten, da die Art warme, trockene Bedingungen bevorzugt und in Mitteleuropa als gefährdet gilt. Ein Verschleppen über importiertes Holz und Möbel ist jedoch möglich.

Bedeutung des Schädlings Bostrichus capucinus

Schadwirkung

Die Larven des Kapuzinerkäfers bohren großvolumige Fraßgänge im Inneren des befallenen Holzes, die sich beliebig kreuzen können. Die Gänge sind dicht mit sehr feinem Bohrmehl gefüllt. Da mehrere Generationen hintereinander dasselbe Holzstück besiedeln können, kann das Holz in seinem Inneren vollständig zu Bohrmehl zernagt werden, während die äußere Oberfläche zunächst intakt erscheint.

Wirtschaftliche Schäden

Die wirtschaftliche Bedeutung des Kapuzinerkäfers als Holzschädling ist in Mitteleuropa geringer als die anderer Holzschädlinge wie Hausbock oder Gemeiner Nagekäfer:

  • Möbelschäden: Befall von Möbeln und Holzgegenständen aus Laubholz
  • Brennholz und Holzlager: Zerstörung von gelagertem Laubholz
  • Importiertes Holz: Verschleppung über den internationalen Holzhandel
  • Obstbau und Weinbau: Befall von toten Wurzeln und abgestorbenen Rebstöcken

Befallene Holzarten

Der Kapuzinerkäfer befällt vorwiegend das Splintholz von Laubhölzern und deren trockene Wurzeln.

HolzartAnfälligkeit
Eiche (Splintholz)Hoch (bevorzugt)
Weinrebe (trocken)Hoch
Obstgehölze (Rosaceae)Hoch
EdelkastanieMittel bis hoch
HaselnussMittel
RosskastanieMittel
Weißer MaulbeerbaumMittel
BucheGering (selten befallen)
PappelGering (selten befallen)
Nadelhölzer (Pinus spp.)Nach deutschen Quellen nicht anfällig; internationale Quellen (Ohio State University) dokumentieren jedoch Befall an Kiefern (Pinus spp.) im Mittelmeerraum

Darüber hinaus sind Vertreter der Pflanzenfamilien Ericaceae, Fabaceae, Moraceae, Myrtaceae und Rhamnaceae als Wirtspflanzen dokumentiert.

Fraßgänge und Bohrlöcher

Die Fraßgänge der Kapuzinerkäferlarven verlaufen im Holzinneren und kreuzen sich in unregelmäßigen Mustern. Sie sind mit sehr feinem, mehlförmigem Bohrmehl dicht gefüllt.

MerkmalBeschreibung
AusfluglöcherKreisrund
FraßgängeGroßvolumig, sich beliebig kreuzend
BohrmehlSehr fein, mehlförmig, dicht gepackt
OberflächenbildÄußere Holzoberfläche bleibt zunächst intakt

Hinweis: Für den Kapuzinerkäfer liegen in den konsultierten Fachquellen keine exakten Angaben zum Durchmesser der Ausfluglöcher vor. Aufgrund der Körpergröße der adulten Käfer (8–13 mm typisch) ist von Ausfluglöchern im Bereich von mehreren Millimetern auszugehen.



Gesundheitliche Risiken bei einem Kapuzinerkäfer Befall

Direkte Gefahren

Der Kapuzinerkäfer stellt nach derzeitigem Kenntnisstand keine direkten gesundheitlichen Gefahren für Menschen dar. Er beißt und sticht nicht. Allergische Reaktionen auf den Käfer oder seine Larven sind in der Fachliteratur nicht dokumentiert.

Indirekte Folgen

Die Hauptgefahr liegt in den strukturellen Schäden am befallenen Holz. Bei langjährigem Befall kann die Substanz von Holzmöbeln, Holzobjekten oder gelagertem Holz erheblich geschwächt werden. Die Kontamination durch den Kapuzinerkäfer beschränkt sich auf Kot, Häutungsreste und Bohrmehl.

Kapuzinerkäfer Befall erkennen

Befallsanzeichen

Ein Befall durch den Kapuzinerkäfer kann an folgenden Anzeichen erkannt werden:

  1. Kreisrunde Ausfluglöcher in der Holzoberfläche
  2. Feines, mehlförmiges Bohrmehl unterhalb oder in der Nähe befallener Hölzer
  3. Adulte Käfer an Holzoberflächen (Mai bis August), gut erkennbar durch die rot-schwarze Färbung
  4. Hohlklingendes Holz bei fortgeschrittenem Befall
Kapuzinerkäfer (Bostrichus capucinus) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

AnzeichenBeschreibung
AusfluglöcherKreisrund, in der Holzoberfläche
BohrmehlSehr fein, mehlförmig, hell
FraßgängeIm Holzinneren, großvolumig, sich kreuzend
HolzsubstanzBei starkem Befall vollständig zu Bohrmehl zerfressen

Wichtig: Wenn Ausfluglöcher sichtbar werden, hat der Befall bereits mindestens einen Entwicklungszyklus durchlaufen. Da mehrere Generationen denselben Holzkörper besiedeln können, sollte das Ausmaß des Schadens im Holzinneren fachkundig beurteilt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Zur Vorbeugung gegen einen Kapuzinerkäferbefall empfehlen sich folgende Maßnahmen:

Holzlagerung und Holzschutz

  • Trockenes Laubholz nicht über längere Zeiträume ungeschützt lagern
  • Gelagertes Holz regelmäßig auf Befallsanzeichen kontrollieren
  • Brennholz möglichst trocken und luftig lagern
  • Bei der Lagerung von Laubholz auf gute Durchlüftung achten

Importiertes Holz und Möbel

  • Importierte Holzmöbel und Holzgegenstände vor dem Einbringen in die Wohnung auf Ausfluglöcher und Bohrmehl kontrollieren
  • Verdächtiges Holz aus dem Mittelmeerraum oder wärmeren Regionen besonders sorgfältig prüfen

Garten und Obstbau

  • Abgestorbene Baumwurzeln und Rebstöcke zeitnah entfernen
  • Totholz in der Nähe von Gebäuden reduzieren
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Kapuzinerkäfer Befall?

Professionelle Bekämpfung

Bei einem bestätigten Befall durch den Kapuzinerkäfer sollte ein Fachbetrieb für Holz- und Bautenschutz hinzugezogen werden, um das Ausmaß der Schädigung zu beurteilen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Heißluftverfahren (thermische Bekämpfung)

Das Heißluftverfahren eignet sich besonders für befallene Möbelstücke und kleinere Holzobjekte:

  • Abtötungstemperatur: 55 °C im Holzkern für mindestens 60 Minuten
  • Alle Entwicklungsstadien (Eier, Larven, Puppen, Käfer) werden zuverlässig abgetötet
  • Vorteil: Keine chemischen Rückstände
  • Nachteil: Kein vorbeugender Schutz gegen erneuten Befall

Begasung mit Sulfuryldifluorid

Bei größeren befallenen Objekten oder wenn eine thermische Behandlung nicht möglich ist:

  • Begasung mit dem Wirkstoff Sulfuryldifluorid
  • Abtötung aller Entwicklungsstadien
  • Wichtig: Nur von zugelassenen Fachbetrieben durchzuführen

Hinweis: Die Zulassung von Biozidprodukten unterliegt der EU-Biozidverordnung 528/2012 und kann sich ändern. Aktuelle Informationen finden Sie bei der BAuA.

Mikrowellenverfahren

Bei lokal begrenztem Befall kann das Mikrowellenverfahren eingesetzt werden:

  • Mikrowellen erhitzen die Wassermoleküle im Holz und töten die Schädlinge ab
  • Geeignet für punktuellen Befall an verbauten Hölzern

Eigenmaßnahmen

Bei geringem Befall einzelner Möbelstücke oder kleiner Holzgegenstände können folgende Maßnahmen versucht werden:

  • Thermische Behandlung: Befallene Kleinteile in einer Sauna oder einem Backofen bei mindestens 55 °C Kerntemperatur für eine Stunde behandeln
  • Kältebehandlung: Starker Frost kann den Befall dezimieren
  • Entfernung: Stark befallene Holzteile entfernen und fachgerecht entsorgen

Bei größerem oder wiederkehrendem Befall ist eine professionelle Bekämpfung dringend empfohlen.

Kapuzinerkäfer: Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Kapuzinerkäfer?

Der Kapuzinerkäfer (Bostrichus capucinus) ist ein zur Familie der Bohrkäfer (Bostrichidae) gehörender Holzschädling. Sein Name leitet sich vom kapuzenartig über den Kopf gewölbten Halsschild ab. Er ist durch seine auffällige rot-schwarze Färbung gut erkennbar und erreicht eine Körperlänge von 6 bis 15 mm.

Welches Holz befällt der Kapuzinerkäfer?

Der Kapuzinerkäfer befällt vorwiegend das Splintholz von Laubhölzern, insbesondere Eiche, Obstgehölze und Weinreben. Dabei werden bevorzugt trockene Wurzeln und abgestorbenes Holz besiedelt. Deutsche Quellen beschreiben den Kapuzinerkäfer als reinen Laubholzschädling; internationale Quellen (Ohio State University) dokumentieren jedoch Befall an Kiefern (Pinus spp.) im Mittelmeerraum.

Ist der Kapuzinerkäfer gefährlich für Menschen?

Der Kapuzinerkäfer stellt nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Er beißt und sticht nicht. Die Schäden beschränken sich auf das befallene Holz, dessen Substanz durch die Fraßtätigkeit der Larven zerstört werden kann.

Wie erkenne ich einen Kapuzinerkäferbefall?

Typische Anzeichen sind kreisrunde Ausfluglöcher in der Holzoberfläche, feines mehlförmiges Bohrmehl unterhalb des befallenen Holzes und bei fortgeschrittenem Befall ein hohler Klang beim Abklopfen. Zwischen Mai und August können die auffällig rot-schwarz gefärbten adulten Käfer beobachtet werden.

Wie lange dauert die Entwicklung des Kapuzinerkäfers?

Die Entwicklung vom Ei bis zum adulten Käfer dauert in der Regel etwa ein Jahr. Unter ungünstigen Bedingungen, insbesondere bei geringem Nährstoffgehalt des Holzes, kann die Entwicklung jedoch auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Steht der Kapuzinerkäfer unter Naturschutz?

Der Kapuzinerkäfer ist in Deutschland auf der Roten Liste als gefährdet (Kategorie 3) eingestuft. Bei einem Befall in Gebäuden oder an Holzobjekten stehen jedoch Maßnahmen zum Schutz des Eigentums im Vordergrund. Im Zweifelsfall sollte eine Beratung durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Kann ich den Kapuzinerkäfer mit dem Holzwurm verwechseln?

Eine Verwechslung ist aufgrund des deutlich unterschiedlichen Aussehens kaum möglich. Der Kapuzinerkäfer ist mit 6 bis 15 mm deutlich größer als der Gemeine Nagekäfer (Holzwurm) mit 3 bis 5 mm und durch seine leuchtend roten Flügeldecken unverwechselbar. Auch die Ausfluglöcher des Holzwurms sind mit 1 bis 2 mm Durchmesser wesentlich kleiner.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen

Internationale wissenschaftliche Quellen


Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.