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Schermaus (Arvicola terrestris)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 02. März 2026
Lesedauer: 14 Minuten
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Die Schermaus (Arvicola terrestris), auch als Große Wühlmaus oder Ostschermaus bekannt, ist die größte einheimische Wühlmausart und gehört zur Unterfamilie der Wühlmäuse (Arvicolinae) innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae). In der aktuellen Taxonomie wird die Art unter dem vorrangigen Namen Arvicola amphibius (LINNAEUS, 1758) geführt, während Arvicola terrestris als jüngeres Synonym gilt. Im deutschsprachigen Schädlingskunde-Bereich ist der Name Arvicola terrestris weiterhin gebräuchlich. Die Schermaus lebt häufig in der Nähe von Gewässern, besiedelt aber auch Wiesen, Äcker, Forstkulturen, Obstplantagen und Gärten, wo sie durch Wurzelfraß erhebliche Schäden anrichten kann.

Als Gartenschädling ist die Schermaus von besonderer Bedeutung, da sie unterirdisch lebt und bevorzugt die Wurzeln von Obstbäumen, Gemüsepflanzen und Zierpflanzen benagt. Darüber hinaus muss die Schermaus auch als Gesundheitsschädling angesehen werden, da sie Infektionskrankheiten wie die Hasenpest (Tularämie) auf den Menschen übertragen kann.

Aussehen: Wie sieht die Schermaus aus?

Erkennungsmerkmale

Der Körper der Schermaus wirkt relativ gedrungen. Der Kopf ist breit und stumpf, die eng am Kopf anliegenden Ohren ragen kaum aus dem Fell heraus, und die Augen sind relativ klein. Die Gliedmaßen sind auffällig kräftig ausgebildet. Der Schwanz hat einen runden Querschnitt und erreicht etwa die halbe Körperlänge.

Die Fellfärbung variiert stark und reicht von sandbraun über dunkelbraun und graubraun bis hin zu dunkelgrau und schwarz. Die Schneidezähne (Incisivi) sind gelblich gefärbt.

MerkmalMaße
Kopf-Rumpf-Länge12–23 cm
Schwanzlänge7–11 cm
Körpergewicht (adult)80–320 g
Nagespurbreite1,5–3,5 mm

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Die Schermaus wird häufig mit dem Maulwurf (Talpa europaea) verwechselt, da beide unterirdisch leben und Erdhügel erzeugen. Auch eine Verwechslung mit Feldmäusen (Microtus arvalis) und der Wanderratte (Rattus norvegicus) ist möglich.

MerkmalSchermausMaulwurfFeldmaus
Körperlänge12–23 cm12–16 cm9–12 cm
ErnährungPflanzenfresser (Wurzeln, Knollen)Fleischfresser (Insekten, Regenwürmer)Pflanzenfresser (Gräser, Samen)
ErdhügelFlach, oval, mit Pflanzenresten durchsetztHoch, rund, ohne PflanzenresteKaum Erdhügel, offene Löcher
GangformHochoval, ca. 5 cm breitQueroval, breiterKleiner, rund
Verwühlprobe2–6 StundenStunden bis TageVerschließt nicht
SchutzstatusKein besonderer SchutzGesetzlich geschütztKein besonderer Schutz

Entwicklung und Lebenszyklus der Schermaus

Entwicklungsstadien

Als Säugetier durchläuft die Schermaus keine Metamorphose. Die Jungtiere werden nach einer Tragzeit von 21 bis 22 Tagen nackt und blind geboren. Die Wurfgröße liegt laut dem Institut für Schädlingskunde bei 2 bis 10 Jungtieren, wobei laut ökolandbau.de die übliche Wurfgröße bei 2 bis 6 Jungtieren liegt.

Die Jungtiere werden gesäugt und entwickeln sich rasch. Laut dem Institut für Schädlingskunde erreichen Männchen die Geschlechtsreife nach 43 bis 47 Tagen und Weibchen nach etwa 67 Tagen. Andere Fachquellen geben die Geschlechtsreife allgemein mit 6 bis 9 Wochen an.

Entwicklungsdauer

StadiumDauer
Tragzeit21–22 Tage
Geschlechtsreife (Männchen)43–47 Tage
Geschlechtsreife (Weibchen)ca. 67 Tage
Lebenserwartung (Freiland)Meist nur ein Winter
Lebenserwartung (Gefangenschaft)Maximal 4 Jahre (laut Institut für Schädlingskunde; internationale Quellen geben bis zu 5 Jahre an)

Hinweis zu abweichenden Quellenangaben: Das Institut für Schädlingskunde gibt die Lebenserwartung in freier Natur mit „meist nur einem Winter" an, während ökolandbau.de eine Lebenserwartung von „bis zu zwei Jahren" nennt. Die tatsächliche Lebensdauer hängt stark von Feinddruck, Nahrungsangebot und Witterungsbedingungen ab.

Lebensweise und Verhalten von Schermäusen

Aktivitätsmuster

Die Schermaus ist sowohl tag- als auch nachtaktiv. Zwischen den Aktivitätsphasen, die etwa 2 bis 3 Stunden andauern, legt sie jeweils eine 3- bis 4-stündige Ruhepause ein. Die Schermaus hält keinen Winterschlaf und bleibt auch während der kalten Jahreszeit aktiv.

Schermäuse leben vorwiegend unterirdisch in weitverzweigten Gangsystemen. Die oberflächennahen Laufgänge verlaufen in 5 bis 15 cm Tiefe, während Nestkammern und Hauptgänge in rund 30 cm Tiefe angelegt werden. Die Gänge weisen eine hochovale Form auf (ca. 5 cm breit und 5 bis 9 cm hoch). Die Gesamtlänge eines Gangsystems beträgt nach Angaben von ökolandbau.de rund 40 Meter.

Die Baue umfassen neben den Gangsystemen auch Nestkammern und Vorratskammern. An Gewässern liegen die Eingänge sowohl unter als auch oberhalb der Wasseroberfläche. In feuchten Gebieten kann das Nest bei hohem Wasserstand auch oberirdisch, etwa auf Seggenbülten, angelegt werden.

Nahrung und Ernährung

Die Schermaus ist eine Pflanzenfresserin. Ihr Nahrungsspektrum umfasst vorwiegend unterirdische Pflanzenteile:

An Gewässern:

  • Wurzeln und Triebe von Schilf und Honiggras
  • Laichkraut, Tausendblatt, Pfeilkraut, Brunnenkresse
  • Ufervegetation, die vom Wasser aus erreichbar ist

An Land (Gärten, Obstanlagen, Äcker):

  • Wurzeln von Löwenzahn, Quecke, Giersch und Sauerampfer
  • Wurzeln von Obstbäumen (besonders Apfel, Birne)
  • Gemüse: Möhren, Kartoffeln, Kohlrabi, Erdbeeren
  • Rinde im Wurzelbereich von Gehölzen

Vor allem im Spätherbst und Winter, wenn andere Nahrungsquellen fehlen, verursacht die Schermaus durch verstärkten Wurzelfraß an Obstbäumen und Forstkulturen besonders starke Schäden.

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Die Fortpflanzungszeit der Schermaus erstreckt sich von März bis Oktober. Die Weibchen können in diesem Zeitraum laut dem Institut für Schädlingskunde 2 bis 4 Würfe pro Jahr aufziehen, während andere Fachquellen (ökolandbau.de, Landwirtschaftskammer NRW) 3 bis 5 Würfe pro Jahr angeben. Nach einer Tragzeit von 21 bis 22 Tagen werden die Jungtiere nackt und blind im unterirdischen Nest geboren.

Vermehrungsrate

ParameterWert
FortpflanzungszeitMärz bis Oktober
Würfe pro Jahr2–4 (Institut für Schädlingskunde) bzw. 3–5 (ökolandbau.de, Landwirtschaftskammer NRW)
Wurfgröße2–10 Jungtiere (üblich: 2–6)
Tragzeit21–22 Tage
Geschlechtsreife Männchen43–47 Tage
Geschlechtsreife Weibchenca. 67 Tage

Unter günstigen Bedingungen kann es zu Massenvermehrungen kommen. Laut ökolandbau.de können Populationsdichten von bis zu 700 Tieren pro Hektar erreicht werden, wobei die höchsten Dichten im Spätherbst auftreten.

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

Das Verbreitungsgebiet von Arvicola terrestris umfasst nahezu ganz Europa mit Ausnahme des Südwestens. Ostwärts erstreckt es sich bis zum Baikalsee in Sibirien und bis in den Iran. In den Alpen kommt die Schermaus bis in Höhenlagen von 2.400 Metern vor.

Die Schermaus besiedelt bevorzugt Lebensräume in der Nähe von langsam fließenden oder stehenden Gewässern, kommt aber ebenso auf Wiesen, Äckern, in Forstkulturen, Obstplantagen und Gärten vor.

Vorkommen in Gärten und Kulturland

In Gärten tritt die Schermaus vor allem dort auf, wo lockere, gut grabbare Böden vorhanden sind. Besonders gefährdet sind:

  • Obstgärten: Apfelbäume, Birnbäume (besonders auf schwach wachsenden Unterlagen wie Quitte)
  • Gemüsegärten: Möhren, Kartoffeln, Kohlrabi, Erdbeeren
  • Baumschulen und Forstkulturen: Junge Eichen, Roteichen, Ahorn
  • Ziergärten: Stauden mit fleischigen Wurzeln

Bedeutung des Schädlings Arvicola terrestris

Schadwirkung

Die Schermaus zählt zu den bedeutendsten Gartenschädlingen in Mitteleuropa. Die Hauptschäden entstehen durch:

  1. Wurzelfraß: Benagen und Abfressen von Wurzeln bei Obstbäumen, Zierpflanzen und Gemüse
  2. Rindenabschälung: Entrinden von Gehölzen im bodennahen Bereich und an den Wurzeln
  3. Ernteausfälle: Direkter Fraß an Wurzelgemüse (Möhren, Kartoffeln, Kohlrabi)
  4. Gangsysteme: Aufwühlen des Bodens, Beschädigung von Rasenflächen und Beeten

Befallene Pflanzen und Kulturen

KulturartSchäden
Apfelbäume (bes. schwache Unterlagen)Wurzelfraß, Absterben ganzer Bäume möglich
Birnen auf QuittenunterlageWurzelfraß, besonders anfällig
Eichen und RoteichenFraß an Jungpflanzen in Forstkulturen
Möhren, Kartoffeln, KohlrabiDirekter Fraß an Ernteorganen
ErdbeerenWurzelfraß, Pflanzenausfälle
HolunderWurzel- und Rindenfraß

Wirtschaftliche Schäden

Die wirtschaftlichen Schäden durch Schermausbefall können erheblich sein. In Obstplantagen kann ein starker Befall zum vollständigen Absterben einzelner Bäume führen. Im professionellen Obstbau und in Forstkulturen verursacht die Schermaus regelmäßig bedeutende Verluste, besonders in den Wintermonaten, wenn der Wurzelfraß zunimmt.



Gesundheitliche Risiken bei einem Schermaus Befall

Direkte Gefahren

Die Schermaus kann bei direktem Kontakt beißen. Das größte Gesundheitsrisiko besteht jedoch in der möglichen Übertragung der Tularämie (Hasenpest), einer Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht wird.

Krankheitsübertragung

Die Schermaus gilt als Überträger der Tularämie (Hasenpest). Die Übertragung auf den Menschen kann durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen erfolgen. In Deutschland werden laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zunehmend mehr Fälle von Tularämie gemeldet. Vor 2005 lagen die jährlichen Meldezahlen meist unter 5, seitdem ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen – in jüngeren Jahren wurden teils über 100 Fälle pro Jahr registriert.

Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Schermäusen:

  • Beim Aufstellen und Leeren von Fallen stets Handschuhe tragen
  • Tote Tiere nicht mit bloßen Händen berühren
  • Nach Kontakt Hände gründlich waschen und desinfizieren

Indirekte Folgen

Neben der Tularämie können Schermäuse weitere Krankheitserreger und Parasiten übertragen. Die Kontamination von Gartenflächen durch Kot und Urin der Tiere stellt ein hygienisches Problem dar, insbesondere in Gemüsegärten.

Schermaus Befall erkennen

Befallsanzeichen

Ein Schermausbefall lässt sich an folgenden Merkmalen erkennen:

  • Flache, ovale Erdhügel: Im Gegensatz zu den runden, hohen Maulwurfshügeln sind Schermaus-Erdhügel flacher, unregelmäßiger geformt und häufig mit Pflanzenresten und Wurzeln durchsetzt
  • Verwühlprobe: Wird ein Schermausgang geöffnet, verschließt das Tier diesen innerhalb von 2 bis 6 Stunden wieder (Maulwurf: deutlich langsamer, Stunden bis Tage)
  • Hochovale Gangsysteme: Die Gänge sind hochoval und über 5 cm breit, mit erkennbaren Nagespuren an den Wänden
  • Welkende Pflanzen: Pflanzen welken plötzlich, da die Wurzeln abgefressen wurden
  • Fraßspuren an Wurzeln: Nagespuren mit einer Breite von 1,5 bis 3,5 mm
Schermaus (Arvicola terrestris) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
© Schaedlingsvernichtung.de

Schadensspuren

AnzeichenBeschreibung
ErdhügelFlach, oval, mit Pflanzenresten, seitlich vom Gang
GangöffnungenGeschlossen (außer am Wasser oder bei Jungtieren im Bau)
VerwühlprobeVerschluss des geöffneten Gangs innerhalb von 2–6 Stunden
Nagespuren1,5–3,5 mm breit an Wurzeln und Rinde
PflanzenschädenWelke, absterbende Pflanzen ohne sichtbare oberirdische Ursache

Verwühlprobe durchführen: Mit einem Sondierungsstab den Boden abtasten. Sinkt der Stab ruckartig ein, ist ein Gang getroffen. Den Gang auf ca. 20–30 cm Länge freilegen und beide Öffnungen von loser Erde säubern. Wird der Gang innerhalb von 2 bis 6 Stunden wieder verschlossen, handelt es sich um einen bewohnten Schermausbau.

Vorbeugende Maßnahmen

Schutz bei der Pflanzung

  • Drahtkörbe: Bei Neupflanzungen den gesamten Wurzelballen in einen Korb aus verzinktem Sechseck-Maschendraht (Maschenweite maximal 13 bis 16 mm (laut Institut für Schädlingskunde maximal 16 mm; feinere Maschen bieten besseren Schutz gegen Jungtiere)) setzen und oben dicht verschließen
  • Wurzelschutzgitter: Unterirdisch verlegte Drahtgitter zum Schutz von Beeten

Gartengestaltung

  • Kurze Vegetation: Gras in Baumstreifen ab August kurz halten, um die Deckung für Schermäuse zu verringern
  • Fallobst entfernen: Regelmäßig Fallobst einsammeln, da es als Nahrungsquelle dient
  • Flache Bodenbearbeitung: Regelmäßiges flaches Fräsen stört die Gangsysteme

Förderung natürlicher Feinde

Natürliche Feinde der Schermaus sind unter anderem Hermelin, Mauswiesel, Greifvögel, Eulen, Störche und Reiher. Ihre Anwesenheit kann durch folgende Maßnahmen gefördert werden:

  • Sitzstangen für Greifvögel: Aufstellung in der Nähe befallener Flächen
  • Nistkästen für Schleiereulen: Anbringung an Gebäuden und Bäumen
  • Steinhaufen und Reisighaufen: Unterschlupfmöglichkeiten für Hermelin und Mauswiesel

Barrieren

  • Unterirdische Zäune: Drahtgeflecht mindestens 20 cm tief in den Boden einlassen
  • Gräben: Laut ökolandbau.de können Gräben von ca. 20 cm Breite und 50 cm Tiefe das Eindringen von Schermäusen nahezu verhindern

Unwirksame Methoden

Laut ökolandbau.de haben sich folgende Methoden als unwirksam erwiesen:

  • Einpflanzen von Knoblauch
  • Einbringen von Buttermilch in die Gänge
  • Akustische Vertreibungsgeräte
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Schermaus Befall?

Professionelle Bekämpfung

Falleneinsatz:Der Einsatz von Fallen gegen die Schermaus gilt laut dem Institut für Schädlingskunde als die sicherste sowie umwelt- und anwenderfreundlichste Methode. Geeignet sind Kastenfallen und Drahtfallen, die in die geöffneten Gangabschnitte eingesetzt werden. Bei der Handhabung sollten stets Handschuhe getragen werden, um eine mögliche Übertragung der Tularämie zu vermeiden.

Günstigste Bekämpfungszeit: Laut ökolandbau.de liegt die günstigste Zeit für den Falleneinsatz zwischen Herbst (vor dem Winter) und Vegetationsbeginn im Frühjahr. Im Sommer ist der Falleneinsatz wenig effektiv.

Rodentizide (Giftköder):Als Rodentizid-Wirkstoff ist Zinkphosphid zur Bekämpfung von Schermäusen zugelassen. Die Anwendung setzt gemäß § 9 Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) einen Sachkundenachweis voraus. Darüber hinaus werden antikoagulante Wirkstoffe eingesetzt.

Hinweis: Die Zulassung von Biozidprodukten und Pflanzenschutzmitteln kann sich ändern. Aktuelle Informationen finden Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Begasung:Zur Begasung von Schermausbauen können Kohlendioxid (CO₂), Kohlenmonoxid (CO) oder Phosphorwasserstoff (Phosphin) eingesetzt werden. Begasungen sollten nur durch Fachpersonal durchgeführt werden.

Eigenmaßnahmen

Im Hausgarten können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Verwühlprobe durchführen: Zunächst das Vorhandensein von Schermäusen mittels Verwühlprobe bestätigen
  2. Fallen aufstellen: Kastenfallen oder Drahtfallen in geöffnete Gangabschnitte einsetzen, dabei die Öffnung vollständig abdecken
  3. Regelmäßig kontrollieren: Fallen täglich kontrollieren
  4. Handschuhe tragen: Beim Umgang mit Fallen und toten Tieren stets Handschuhe verwenden
  5. Nachkontrolle: Nach erfolgreicher Bekämpfung erneut Verwühlprobe durchführen, um den Erfolg zu überprüfen

Wichtig: Der Maulwurf (Talpa europaea) ist in Deutschland gesetzlich geschützt und darf nicht bekämpft werden. Vor jeder Bekämpfungsmaßnahme muss daher sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um Schermäuse und nicht um Maulwürfe handelt.

Schermaus: Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheide ich Schermaus-Erdhügel von Maulwurfshügeln?

Schermaus-Erdhügel sind flacher, ovaler und unregelmäßiger geformt als die runden, hohen Maulwurfshügel. Die Erde ist feiner und häufig mit Pflanzenresten und Wurzeln durchsetzt. Zudem liegen die Erdhügel der Schermaus seitlich neben dem Gang, während beim Maulwurf der Auswurf direkt über dem Gang liegt.

Was ist die Verwühlprobe und wie führe ich sie durch?

Die Verwühlprobe dient zur Feststellung, ob ein Gang bewohnt ist. Dazu wird ein Gangabschnitt auf 20–30 cm Länge freigelegt. Verschließt ein Tier den geöffneten Gang innerhalb von 2 bis 6 Stunden, handelt es sich um einen Schermausbau. Der Maulwurf reagiert deutlich langsamer (Stunden bis Tage).

Darf ich Schermäuse im Garten bekämpfen?

Ja, die Schermaus unterliegt keinem besonderen Schutzstatus und darf bekämpft werden. Beachten Sie jedoch, dass der Maulwurf gesetzlich geschützt ist. Stellen Sie daher vor jeder Bekämpfung sicher, dass es sich tatsächlich um Schermäuse handelt. Für die Anwendung von Rodentiziden wie Zinkphosphid ist ein Sachkundenachweis gemäß Pflanzenschutzgesetz erforderlich.

Welche natürlichen Feinde hat die Schermaus?

Zu den natürlichen Feinden der Schermaus zählen Hermelin, Mauswiesel, Greifvögel, Eulen (besonders die Schleiereule), Störche und Reiher. Die Förderung dieser Nützlinge durch Sitzstangen, Nistkästen und Unterschlupfmöglichkeiten kann zur natürlichen Regulierung der Schermaus-Population beitragen.

Können Schermäuse Krankheiten übertragen?

Ja, die Schermaus kann die Tularämie (Hasenpest) auf den Menschen übertragen. Diese durch das Bakterium Francisella tularensis verursachte Infektionskrankheit ist meldepflichtig. Beim Umgang mit Schermäusen (insbesondere beim Leeren von Fallen) sollten daher stets Handschuhe getragen werden.

Helfen Ultraschallgeräte oder Hausmittel gegen Schermäuse?

Laut ökolandbau.de haben sich akustische Vertreibungsgeräte, das Einpflanzen von Knoblauch sowie das Einbringen von Buttermilch in die Gänge als unwirksam erwiesen. Die wirksamste Methode im Hausgarten ist der Falleneinsatz in Kombination mit vorbeugenden Maßnahmen wie Drahtkörben und der Förderung natürlicher Feinde.

Wann richtet die Schermaus die größten Schäden an?

Die größten Schäden entstehen im Spätherbst und Winter, wenn andere Nahrungsquellen fehlen und die Schermaus verstärkt die Wurzeln von Obstbäumen und Gehölzen benagt. In dieser Zeit kann ein starker Befall zum Absterben ganzer Bäume führen.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen


Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.