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Samenmotte (Hofmannophila pseudospretella)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2026
Lesedauer: 13 Minuten
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Die Samenmotte (Hofmannophila pseudospretella), im englischen Sprachraum als "Brown House Moth" bekannt, gehört zur Familie der Faulholzmotten (Oecophoridae) innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Ursprünglich aus Asien stammend, ist sie heute weltweit in gemäßigten Regionen verbreitet und wurde bereits in den 1840er-Jahren erstmals in Europa dokumentiert.

Die Samenmotte wird sowohl zu den Vorratsschädlingen als auch zu den Materialschädlingen gezählt. Ihre Larven können ein außergewöhnlich breites Spektrum pflanzlicher und tierischer Materialien befallen, darunter Getreide, Mehl, Hülsenfrüchte, aber auch Leder, Wolltextilien und Bucheinbände. Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Samenmotte ist eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 %, weshalb vor allem falsch gelagerte, feucht gewordene Vorräte befallen werden.

Aussehen: Wie sieht die Samenmotte aus?

Erkennungsmerkmale

Falter (adulte Motte):Die ausgewachsene Samenmotte erreicht eine Körperlänge von 8 bis 14 mm (Grains Canada), wobei Museumpests.net 8 bis 15 mm angibt. Die Flügelspannweite beträgt laut dem Institut für Schädlingskunde etwa 23 mm, Museumsschädlinge.de gibt 9 bis 27 mm an, während internationale Quellen unterschiedliche Spannen angeben: Grains Canada nennt 17 bis 25 mm, Butterfly Conservation UK 15 bis 26 mm. Die Vorderflügel sind bronzefarben bis bronzebraun und weisen mehrere Reihen dunkler Flecke auf, wobei in der Flügelmitte jeweils drei besonders auffällige dunkle Flecke erkennbar sind. Die Hinterflügel sind heller gefärbt und tragen am Rand lange Haarfransen. Männchen sind in der Regel kleiner als Weibchen.

Larvenstadium:Die Larven der Samenmotte sind weißlich bis cremefarben mit einer braunen Kopfkapsel. Deutsche Fachquellen (Institut für Schädlingskunde, Museumsschädlinge) geben eine Larvenlänge von bis zu 16 mm kurz vor der Verpuppung an, während internationale Quellen abweichende Werte dokumentieren: Museumpests.net nennt 19 mm, Grains Canada 18 bis 20 mm. Die Larven durchlaufen in der Regel fünf Häutungsstadien (Instare), wobei einige Quellen vier bis fünf Instare dokumentieren. Sie produzieren Seidenfäden und Gespinste, in denen sie sich innerhalb des Nahrungssubstrats bewegen.

Puppenstadium:Die Verpuppung erfolgt in einem festen Gespinstkokon, der innerhalb des Nahrungsmaterials angelegt wird.

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Die Samenmotte kann mit anderen Vorratsmotten verwechselt werden:

MerkmalSamenmotteSpeichermotteKornmotte
Körperlänge8-15 mm7-10 mm6-7 mm
Flügelspannweite15-26 mm16-22 mm9-16 mm
VorderflügelBronzebraun, dunkle FleckeGraubraun, helle QuerbindenSchwarzbraun, weiß gefleckt
FamilieOecophoridaePyralidaeTineidae

Hinweis zur Familienzuordnung: Das Institut für Schädlingskunde ordnet die Samenmotte den Palpenmotten (Gelechiidae) zu, während die internationale Fachliteratur (Grains Canada, Cambridge University Press, Butterfly Conservation UK) die Art der Familie Oecophoridae (Faulholzmotten) zurechnet. Die Zuordnung zur Familie Oecophoridae, Unterfamilie Oecophorinae, entspricht der aktuellen taxonomischen Klassifikation.

Entwicklung und Lebenszyklus der Samenmotte

Entwicklungsstadien

Die Samenmotte durchläuft eine vollständige Verwandlung (Holometabolie) mit vier Entwicklungsstadien:

  1. Ei: Das Weibchen legt die etwa 0,5 mm großen Eier offen auf das Nahrungssubstrat ab.

  2. Larve: Die Larven schlüpfen und beginnen sofort mit dem Fraß. Sie durchlaufen in der Regel fünf Instare und produzieren Gespinste. Unter ungünstigen Bedingungen können die Larven im fünften Instar in eine Diapause eintreten und so überwintern.

  3. Puppe: Die Verpuppung erfolgt in einem festen Gespinstkokon innerhalb des Nahrungssubstrats.

  4. Falter (Imago): Die adulten Motten nehmen kaum noch Nahrung auf und leben laut dem Institut für Schädlingskunde lediglich etwa 14 Tage.

Entwicklungsdauer

Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist stark temperatur- und feuchtigkeitsabhängig. Die Samenmotte benötigt eine relative Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 % für eine erfolgreiche Entwicklung.

Einzelne Stadien (Laborwerte):

StadiumDauer (optimal)Dauer (kühl)Quelle
Eica. 8,5 Tage (27°C)bis 110 Tage (10°C)Woodroffe (1951)
Larveca. 71 Tage (25°C)bis 145 Tage (13°C)Woodroffe (1951)
Puppeca. 13 Tage (28°C)bis 98 Tage (10°C)Woodroffe (1951)

Gesamtentwicklung (Ei bis Falter):

BedingungenEntwicklungsdauer
25°C, 90 % r. F.152 bis 266 Tage
20°C, 90 % r. F.192 bis 440 Tage
Freilandbedingungenca. 12 Monate

Hinweis: Die Dauer des Larvenstadiums wird durch Temperatur, Nahrungsquelle, Luftfeuchtigkeit und eine mögliche Diapause beeinflusst. Unter Freilandbedingungen entsteht in der Regel eine Generation pro Jahr.

Lebensweise und Verhalten von Samenmotten

Aktivitätsmuster

Die adulten Samenmotten sind nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Sie werden von Lichtquellen angezogen. Die höchste Falteraktivität wird in den Sommer- und Herbstmonaten beobachtet.

Nahrung und Ernährung

Larven:Die Larven der Samenmotte sind das schädigende Stadium und zeichnen sich durch ein außergewöhnlich breites Nahrungsspektrum aus. Sie befallen sowohl pflanzliche als auch tierische Produkte, sofern diese ausreichend feucht sind.

Pflanzliche Nahrung:

  • Mais, Grieß, Getreide, Haferflocken, Mehl
  • Hülsenfrüchte
  • Getrocknete Früchte, Samen
  • Getrocknete Pflanzen und Herbariumsmaterial

Tierische und sonstige Materialien:

  • Leder und Häute
  • Wolltextilien, Pelze, Federn
  • Bucheinbände und Papier
  • Polsterstoffe (insbesondere mit Rosshaarfüllung)
  • Teppiche
  • Korkprodukte (einschließlich Weinkorken)
  • Präparierte Insekten und Tierpräparate

Die Larven können Keratin (Wolle, Haare) verdauen und sind in der Lage, dünne Kunststofffolien und Isoliermaterial zu durchfressen.

Falter:Die adulten Samenmotten nehmen kaum noch Nahrung auf und konzentrieren sich auf die Fortpflanzung.

Gespinstbildung

Die Larven der Samenmotte produzieren Seidenfäden und Gespinste, in denen sie sich innerhalb des Nahrungssubstrats bewegen. Dies ist ein typisches Merkmal als Lepidoptere (Schmetterling). Die Gespinste können zu einer Verklumpung und Kontamination des befallenen Lagerguts führen.

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Die Paarung erfolgt kurz nach dem Schlupf der Falter. Die Weibchen suchen geeignete Nahrungssubstrate auf und legen ihre Eier offen auf der Oberfläche des Materials ab.

Vermehrungsrate

ParameterWertQuelle
Eier pro Weibchenbis zu 600Institut für Schädlingskunde
Eier pro Weibchen260-500Museumsschädlinge.de
Eier pro Weibchen200-300 (bis 500 bei großen Weibchen)Museumpests.net
Eier pro Weibchen106-657 (laborabhängig)Woodroffe (1951)
Eigrößeca. 0,5 mmInstitut für Schädlingskunde
Generationen pro Jahrin der Regel 1 (Freiland)Woodroffe (1951)
Lebensdauer der Falterca. 14 TageInstitut für Schädlingskunde

Hinweis zu abweichenden Quellenangaben: Die Angaben zur Eianzahl variieren erheblich je nach Quelle: Das Institut für Schädlingskunde gibt bis zu 600 Eier pro Weibchen an, Museumsschädlinge.de nennt 260 bis 500 Eier, und Museumpests.net dokumentiert 200 bis 300 Eier. Die Originalstudie von Woodroffe (1951) stellte bei 25°C und 70 % r. F. eine Spanne von 106 bis 657 Eiern fest, wobei das Gewicht des Weibchens der wichtigste Einflussfaktor war. Große, gut ernährte Weibchen legen deutlich mehr Eier als kleine Exemplare.

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

Die Samenmotte stammt ursprünglich aus Asien und hat sich über Europa, Nordamerika, Indien, Australien und Neuseeland verbreitet. Sie ist vorwiegend in gemäßigten Klimazonen anzutreffen. In der Natur werden die Larven häufig in Vogelnestern gefunden, insbesondere in Taubennestern, wo sie sich von organischem Material ernähren.

Verbreitung in/an Gebäuden

In Deutschland tritt die Samenmotte vorwiegend in folgenden Bereichen auf:

  • Getreide- und Lebensmittellager: Besonders bei feuchten Lagerbedingungen
  • Museen und Archive: Befall von Sammlungsmaterial, Büchern und Herbariumspflanzen (Hinweis: Museumsschädlinge.de merkt an, dass aus Museen bisher keine Schäden an Exponaten gemeldet worden seien, während internationale Quellen wie museumpests.net Museumsschäden durchaus dokumentieren)
  • Lagerhäuser: Bei unsachgemäßer Lagerung mit erhöhter Feuchtigkeit
  • Privathaushalte: In Vorratskammern, Kellern und Dachböden mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • Textillager: An Woll- und Pelzprodukten unter feuchten Bedingungen

Die Samenmotte ist eine kältetolerante Art und kann auch in ungeheizten Räumen überwintern. Entscheidend für einen Befall ist weniger die Temperatur als vielmehr die hohe relative Luftfeuchtigkeit (über 80 %).

Bedeutung des Schädlings Hofmannophila pseudospretella

Schadwirkung

Die Samenmotte verursacht Schäden durch den Fraß der Larven an einer Vielzahl von Materialien:

Direkter Fraßschaden:

  • Larven fressen an Getreide, Mehl und anderen pflanzlichen Produkten
  • Durchlöchern und Zerstören von Wolltextilien, Pelzen und Leder
  • Beschädigung von Bucheinbänden, Papier und Kork
  • Fraß an Museumspräparaten und Herbariumsmaterial

Kontamination:

  • Gespinste, Kot und Häutungsreste verunreinigen Lebensmittel
  • Gespinstbildung führt zur Verklumpung von Schüttgut
  • Sekundärbefall durch Schimmelpilze auf kontaminierten Bereichen

Befallene Lebensmittel

KategorieBeispiele
GetreideMais, Weizen, Hafer, Gerste
GetreideprodukteMehl, Grieß, Haferflocken
HülsenfrüchteBohnen, Erbsen, Linsen
TrockenfrüchteGetrocknetes Obst, Samen
SonstigesKork, getrocknete Pflanzen

Lagerschäden

BefallsgradSchadensumfang
Leichter BefallVereinzelte Fraßspuren, feine Gespinste
Mittlerer BefallDeutliche Gespinstbildung, sichtbare Kontamination
Starker BefallGroßflächige Verklumpung, erheblicher Materialverlust

Wirtschaftliche Schäden

Die wirtschaftliche Bedeutung der Samenmotte liegt in ihrer Fähigkeit, sowohl Lebensmittel als auch wertvolle Materialien zu schädigen. In Museen und Archiven kann der Befall von Sammlungsstücken, Büchern und Herbariumsmaterial zu unwiederbringlichen Verlusten führen. In Lebensmittellagern werden befallene Vorräte durch Fraß, Gespinste und Kontamination unbrauchbar. Da die Larven auch Wolle, Pelze und Leder angreifen, können Textil- und Lederschäden entstehen.



Gesundheitliche Risiken bei einem Samenmotten Befall

Direkte Gefahren

Die Samenmotte stellt nach aktuellem Wissensstand keine direkte Gesundheitsgefahr für den Menschen dar. Von den Faltern oder Larven gehen weder Bisse noch Stiche aus.

Indirekte Folgen

Die gesundheitlichen Risiken ergeben sich aus der Kontamination befallener Lebensmittel:

  • Allergische Reaktionen: Kot, Häutungsreste und Gespinste der Larven können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen
  • Kontamination: Befallene Lebensmittel sind durch Gespinste, Kot und Larvenkadaver verunreinigt
  • Schimmelbildung: Auf den Gespinsten können sich Schimmelpilze ansiedeln
  • Hygienemängel: Befallene Produkte sind für den Verzehr ungeeignet

Befallene Lebensmittel sollten nicht mehr verzehrt werden.

Samenmotten Befall erkennen

Befallsanzeichen

Ein Befall mit der Samenmotte lässt sich an folgenden Merkmalen erkennen:

Frühe Anzeichen:

  • Vereinzelte Falter an Wänden und Decken (nachtaktiv, von Licht angezogen)
  • Feine Gespinstfäden in Vorratsbehältern

Fortgeschrittener Befall:

  • Sichtbare Larven (weißlich mit brauner Kopfkapsel) in Vorräten
  • Deutliche Gespinstbildung auf und im Nahrungssubstrat
  • Verklumpung von Mehl, Grieß oder Getreide durch Gespinste
  • Fraßlöcher in Textilien, Leder oder Bucheinbänden

Starker Befall:

  • Großflächige Gespinstansammlungen
  • Zahlreiche Falter und Larven sichtbar
  • Deutlicher Materialverlust an befallenen Produkten
Samenmotte (Hofmannophila pseudospretella) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

AnzeichenBeschreibung
GespinsteFeine Seidenfäden, die Substrat verkleben
KotKleine, körnige Krümel in befallenen Produkten
HäutungsresteAbgestreifte Larvenhäute
LarvenWeißliche Raupen, bis 16 mm (bis 20 mm laut internationalen Quellen)
FraßspurenUnregelmäßige Löcher in Textilien und Materialien
KokonsFeste Gespinstkokons im Nahrungssubstrat

Vorbeugende Maßnahmen

Eine effektive Prävention ist der beste Schutz gegen einen Samenmottenbefall. Der wichtigste Faktor ist die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, da die Samenmotte für ihre Entwicklung eine relative Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 % benötigt.

Lagerhaltung

  • Trockene Lagerung: Relative Luftfeuchtigkeit unter 80 % halten (wichtigste Maßnahme)
  • Belüftung: Für ausreichende Luftzirkulation sorgen
  • Sauberkeit: Regelmäßige Reinigung von Lagerbereichen und Behältern
  • Kontrolle: Regelmäßige Inspektion der Vorräte auf Gespinste und Fraßspuren
  • Monitoring: Pheromonfallen zur Früherkennung einsetzen

Im Privathaushalt

  • Lebensmittel in dicht schließenden Behältern (Glas, Kunststoff) aufbewahren
  • Vorräte regelmäßig auf Gespinste und Verklumpung kontrollieren
  • Feuchtigkeit in Vorratskammern und Kellern reduzieren
  • Nur benötigte Mengen einkaufen und ältere Vorräte zuerst verbrauchen
  • Wolle, Pelze und Leder trocken und sauber lagern

Im gewerblichen Bereich

  • Feuchtigkeitsmonitoring in Lagerhallen (trocken halten!)
  • Pheromonfallen mit Sexualpheromonen zur Befallsüberwachung einsetzen
  • Gründliche Reinigung vor Neubefüllung von Lagern
  • Neuware auf Befall kontrollieren, bevor sie eingelagert wird
  • In Museen und Archiven: Regelmäßige Inspektion von Sammlungsstücken
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Samenmotten Befall?

Professionelle Bekämpfung

Im gewerblichen Bereich und bei starkem Befall stehen verschiedene professionelle Bekämpfungsmethoden zur Verfügung:

Physikalische Verfahren:

  • Entfernung und Entsorgung befallener Ware
  • Gründliche Reinigung aller Lagerbereiche
  • Reduzierung der Luftfeuchtigkeit (unter 80 % r. F.)
  • Tiefkühlung befallener Materialien bei -18°C (insbesondere für Textilien und Museumsgut)

Chemische Verfahren:

  • Leichtflüchtige Kontaktinsektizide gegen herumfliegende Falter und Eier auf der Substratoberfläche
  • Insektenstrips mit langsamer Wirkstoffabgabe für geschlossene Lagerräume (nicht in bewohnten Räumen)
  • Kaltvernebelung mit Pyrethrum für Leerraumbehandlung

Hinweis: Die Zulassung von Biozidprodukten unterliegt der EU-Biozidverordnung und kann sich ändern. Aktuelle Informationen finden Sie bei der BAuA.

Biologische Verfahren:

  • Einsatz von Schlupfwespen (Trichogramma) als natürliche Feinde, die die Eier der Samenmotte parasitieren

Monitoring:

  • Klebefallen mit Sexualpheromonen zur Überwachung und Früherkennung

Eigenmaßnahmen

Im Privathaushalt können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Befallene Produkte entsorgen: Vollständige Entsorgung in verschlossenen Beuteln
  2. Gründliche Reinigung: Schränke und Vorratsbereiche aussaugen und feucht auswischen, insbesondere Ritzen und Spalten
  3. Tiefkühlung: Verdächtige Produkte oder Textilien bei -18°C für mindestens 72 Stunden einfrieren
  4. Feuchtigkeit reduzieren: Luftentfeuchter einsetzen, Räume gut belüften
  5. Pheromonfallen: Zur Überwachung aufstellen, um die Befallsstärke zu beurteilen
  6. Sichere Aufbewahrung: Lebensmittel in dicht schließenden Behältern lagern
  7. Textilschutz: Wolle und Pelze sauber und trocken in verschlossenen Behältern aufbewahren

Samenmotte: Häufig gestellte Fragen

Ist die Samenmotte gefährlich für den Menschen?

Die Samenmotte stellt nach aktuellem Wissensstand keine direkte Gesundheitsgefahr dar. Die Falter und Larven beißen und stechen nicht. Gesundheitliche Risiken ergeben sich aus der Kontamination von Lebensmitteln durch Kot, Häutungsreste und Gespinste, die allergische Reaktionen auslösen können. Befallene Lebensmittel sollten nicht mehr verzehrt werden.

Wie unterscheide ich die Samenmotte von anderen Vorratsmotten?

Die Samenmotte ist mit einer Flügelspannweite von 15 bis 26 mm deutlich größer als die meisten anderen Vorratsmotten. Ihre Vorderflügel sind bronzebraun mit auffälligen dunklen Flecken. Die Speichermotte ist kleiner und graubraun, die Kornmotte zeigt ein schwarzbraun-weißes Fleckenmuster. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der hohe Feuchtigkeitsbedarf der Samenmotte.

Warum ist trockene Lagerung der beste Schutz gegen Samenmotten?

Die Samenmotte benötigt für ihre Entwicklung eine relative Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 %. Bei trockenen Lagerbedingungen können sich die Larven nicht ausreichend entwickeln, und ein Massenbefall wird in der Regel verhindert. Die Kontrolle der Feuchtigkeit ist daher die wirksamste Präventionsmaßnahme.

Welche Materialien befällt die Samenmotte?

Die Samenmotte hat ein außergewöhnlich breites Nahrungsspektrum. Die Larven befallen pflanzliche Produkte wie Getreide, Mehl, Hülsenfrüchte und getrocknete Früchte, aber auch tierische Materialien wie Wolle, Pelze, Leder und Federn. Darüber hinaus werden Bucheinbände, Papier, Polsterstoffe, Teppiche und sogar Weinkorken geschädigt. Dies macht die Samenmotte sowohl zu einem Vorrats- als auch zu einem Materialschädling.

Wie lange dauert die Entwicklung der Samenmotte?

Die Entwicklungsdauer ist stark temperatur- und feuchtigkeitsabhängig. Bei 25°C und 90 % relativer Luftfeuchtigkeit dauert die Gesamtentwicklung vom Ei bis zum Falter etwa 152 bis 266 Tage. Bei kühleren Temperaturen (20°C) verlängert sich die Entwicklung auf 192 bis 440 Tage. Unter Freilandbedingungen entsteht in der Regel eine Generation pro Jahr.

Kann die Samenmotte auch im Winter aktiv sein?

Die Samenmotte ist eine kältetolerante Art. Die Larven können bei niedrigen Temperaturen in eine Diapause (Ruhezustand) eintreten und so den Winter überdauern. In beheizten Innenräumen kann die Entwicklung ganzjährig fortgesetzt werden, sofern ausreichende Feuchtigkeit vorhanden ist.

Helfen Pheromonfallen gegen Samenmotten?

Pheromonfallen mit Sexualpheromonen dienen vorwiegend der Überwachung und Früherkennung eines Befalls. Sie fangen männliche Falter und geben so Aufschluss über die Befallsstärke. Zur alleinigen Bekämpfung reichen Pheromonfallen in der Regel nicht aus, da sie die Weibchen und Larven nicht erfassen. Sie sind jedoch ein wertvolles Hilfsmittel im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen

Internationale wissenschaftliche Quellen

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.