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Bettwanze (Cimex lectularius)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2026
Lesedauer: 12 Minuten
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Die Bettwanze (Cimex lectularius LINNAEUS, 1758) gehort zur Familie der Plattwanzen (Cimicidae) und ist ein weltweit verbreiteter Ektoparasit des Menschen. Als obligater Blutsauger benotigt die Bettwanze Blutmahlzeiten fur ihre Entwicklung und Fortpflanzung. Der wissenschaftliche Artname leitet sich vom lateinischen "lectulus" (kleines Bett) ab und verweist auf den bevorzugten Aufenthaltsort dieser nachtaktiven Insekten.

Noch vor etwa 20 Jahren galt die Bettwanze in Deutschland als nahezu ausgerottet. Seitdem hat sich die Population jedoch deutlich vermehrt, und Bettwanzen stellen mittlerweile insbesondere in Grossstadten ein zunehmendes Problem dar. Die Verbreitung erfolgt haufig uber Reisegepack aus Hotels und Unterkünften, die mit Bettwanzenbefall zu kampfen haben.

Aussehen: Wie sieht die Bettwanze aus?

Erkennungsmerkmale

Die adulte Bettwanze erreicht eine Korperlange von 4 bis 6 mm und ist rostrot bis dunkelbraun gefarbt. Der Korper ist dorsoventral stark abgeplattet, was der Bettwanze im Volksmund die Bezeichnung "Tapetenflunder" eingebracht hat. Diese flache Korperform ermoglicht es den Tieren, sich in engste Ritzen und Spalten zuruckzuziehen.

Die Flügel sind bei Bettwanzen stark reduziert und nicht funktionsfahig – Bettwanzen konnen daher nicht fliegen. Der gesamte Korper ist dicht behaart. Die Beine und Fühler erscheinen gelblich. Die Fühler sind viergliedrig, wobei die ersten beiden Fühlerglieder deutlich dicker sind als die Glieder drei und vier.

Nach einer Blutmahlzeit erscheint der Hinterleib aufgeblaht und dunkler, da der mit Blut gefüllte Verdauungstrakt durch das Exoskelett hindurchschimmert. Nüchterne Bettwanzen sind hingegen flacher und heller gefarbt.

MerkmalBeschreibung
Korperlange4-6 mm
Farbungrostrot bis dunkelbraun
Korperformdorsoventral abgeplattet
Flügelstark reduziert, flugunfahig
Fühler4-gliedrig, Glieder 1-2 dicker als 3-4
Beinegelblich

Unterscheidung zu ahnlichen Arten

Die Bettwanze kann mit der Schwalbenwanze (Oeciacus hirundinis) verwechselt werden, die gelegentlich aus verlassenen Schwalbennestern in Gebaude eindringt. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal sind die Fühler: Bei der Bettwanze sind die ersten beiden Fühlerglieder deutlich dicker als die Glieder drei und vier, wahrend bei der Schwalbenwanze alle Fühlerglieder etwa gleich dick sind.

Die Grosse Raubwanze (Reduvius personatus) kann ebenfalls in Wohnraumen auftreten, ist jedoch mit 15-18 mm deutlich grosser und ernahrt sich rauberisch von anderen Insekten – unter anderem von Bettwanzen.

Entwicklung und Lebenszyklus der Bettwanze

Entwicklungsstadien

Bettwanzen durchlaufen eine hemimetabole Entwicklung (unvollstandige Verwandlung) ohne Puppenstadium. Nach dem Schlupf aus dem Ei entwickeln sich die Tiere über fünf Larvenstadien (auch Nymphenstadien genannt) zum adulten Insekt.

Die Eier sind weisslich, langlich-oval und etwa 1 mm lang. Sie werden vom Weibchen mit einem wasserloslichen Sekret an versteckten Stellen wie Matratzennahten, Bettrahmen oder Ritzen in der Nahe von Schlafplatzen befestigt.

Die Larven ahneln in ihrer Gestalt den adulten Tieren, sind jedoch kleiner und blasser gefarbt. Jedes Larvenstadium benotigt mindestens eine Blutmahlzeit, bevor die Hautung zum nachsten Stadium erfolgen kann.

StadiumGrosseBesonderheit
Eica. 1 mmweisslich, langlich-oval
Larve 1ca. 1,5 mmdurchscheinend, sehr blass
Larve 2-42-3 mmzunehmend dunkler
Larve 5ca. 4 mmahnelt Adulten
Adult4-6 mmrostrot bis dunkelbraun

Entwicklungsdauer

Bei einer Durchschnittstemperatur von 25°C dauert die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum adulten Tier 4 bis 6 Wochen. Die Eier schlüpfen innerhalb von 5 bis 10 Tagen bei Raumtemperatur. Jedes der fünf Larvenstadien benotigt mindestens 6-7 Tage.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist stark temperaturabhangig. Bei niedrigeren Temperaturen oder eingeschrankter Verfügbarkeit von Wirten kann sich die Entwicklung auf mehrere Monate bis zu einem Jahr ausdehnen. Die optimale Entwicklungstemperatur liegt bei etwa 27°C.

TemperaturEntwicklungsdauer (Ei bis Adult)
25°C4-6 Wochen
optimal (~27°C)ca. 5 Wochen
niedrige Temp.mehrere Monate bis 1 Jahr

Lebensweise und Verhalten von Bettwanzen

Aktivitatsmuster

Bettwanzen sind ausschliesslich nachtaktiv und verlassen ihre Verstecke in der Regel nur zur Nahrungsaufnahme. Sie werden durch die Korperwarme und das ausgeatmete Kohlendioxid schlafender Menschen angelockt. Bei Nahrungsmangel konnen Bettwanzen auch weitere Wanderungen unternehmen, um neue Wirte zu finden.

Tagsuber verbergen sich die Tiere in dunklen, engen Verstecken in unmittelbarer Nahe zu den Schlafplatzen ihrer Wirte. Typische Verstecke sind:

  • Matratzennahte und -falten
  • Bettrahmen und Lattenroste
  • Hinter Tapeten und Bilderrahmen
  • In Ritzen und Spalten von Wanden und Mobeln
  • Hinter Fussleisten
  • In Steckdosen und Lichtschaltern

Nahrung und Ernahrung

Bettwanzen ernahren sich ausschliesslich von Blut warmblütiger Wirte. Der Mensch ist der bevorzugte Wirt, doch bei Abwesenheit menschlicher Wirte werden auch andere Saugetiere und Vogel als Nahrungsquelle akzeptiert.

Die Nahrungsaufnahme dauert etwa 5 bis 15 Minuten. Dabei sticht die Wanze mit ihrem Stechrüssel in die Haut und injiziert ein Speichelsekret, das gerinnungshemmende Substanzen enthalt. Adulte Tiere nehmen alle 3 bis 4 Tage eine Blutmahlzeit zu sich, konnen aber auch sehr lange Hungerperioden überstehen.

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Die Paarung bei Bettwanzen erfolgt durch sogenannte "traumatische Insemination". Dabei durchstosst das Mannchen mit seinem Begattungsorgan die Korperwand des Weibchens und gibt die Spermien direkt in die Leibeshohle ab. Diese ungewohnliche Fortpflanzungsmethode ist ein charakteristisches Merkmal der Plattwanzen.

Weibchen benotigen Blutmahlzeiten für die Eiproduktion. Nach einer Blutmahlzeit beginnt die Eiablage.

Vermehrungsrate

Ein Weibchen legt taglich 3 bis 5 Eier ab und kann im Laufe seines Lebens 250 bis 300 Eier produzieren. Einige Quellen geben bis zu 500 Eier pro Weibchen an, wobei die tatsachliche Zahl von der Verfügbarkeit von Blutmahlzeiten und den Umweltbedingungen abhangt.

Die Eier werden mit einem wasserloslichen Sekret an geschützten Stellen befestigt, vorzugsweise in der Nahe der Verstecke der adulten Tiere.

ParameterWert
Eier pro Tag3-5
Eier pro Lebenszeit250-500
Generationen pro Jahrmehrere (bei optimalen Bedingungen)

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensraume

Die Bettwanze stammt ursprünglich aus den Tropen und benotigt daher warme, beheizte Umgebungen zum Uberleben. Die Vorzugstemperatur liegt bei etwa 27°C. Kalte wird nur kurzfristig vertragen, weshalb sich die Art in gemassigten Klimazonen auf beheizte Innenraume beschrankt.

Mittlerweile besitzt Cimex lectularius ein weltweites Verbreitungsgebiet. In Deutschland findet man Bettwanzen vorwiegend in Wohnungen und gelegentlich in Hühnerställen. Vereinzelt kommen sie auch in Vogelnestern vor.

Verbreitung in Gebauden

Die Einschleppung von Bettwanzen erfolgt haufig passiv über:

  • Reisegepack aus befallenen Hotels und Unterkünften
  • Gebrauchte Mobel, insbesondere Betten und Matratzen
  • Gebrauchte Kleidung und Textilien
  • Umzugskartons
  • Besuch bei oder von Personen mit Bettwanzenbefall

In Mehrfamilienhausern konnen sich Bettwanzen über Kabelschachte, Rohrleitungen und Ritzen in angrenzende Wohnungen ausbreiten.

Bedeutung des Schädlings Cimex lectularius

Schadwirkung

Bettwanzen sind bedeutende Hygieneschadlinge, deren Hauptschadwirkung in den lastigen und oft juckenden Stichen liegt. Der Stich selbst ist in der Regel nicht schmerzhaft, da das injizierte Speichelsekret schmerzstillende Komponenten enthalt. Die unangenehmen Symptome treten erst nach Stunden auf.

Ein Bettwanzenbefall führt haufig zu erheblichen psychischen Belastungen der Betroffenen. Schlafstorungen, Angstzustande und sozialer Ruckzug konnen die Folge sein.

Wirtschaftliche Schaden

Im gewerblichen Bereich, insbesondere in Hotels, Hostels und Beherbergungsbetrieben, kann ein Bettwanzenbefall erhebliche wirtschaftliche Schaden verursachen:

  • Kosten für professionelle Schadlingsbekampfung
  • Ausfall von Zimmern wahrend der Behandlung
  • Reputationsschaden und negative Bewertungen
  • Mogliche Schadensersatzforderungen von Gasten


Gesundheitliche Risiken bei einem Bettwanzen Befall

Direkte Gefahren

Die Stiche der Bettwanze verursachen bei empfindlichen Personen Quaddelbildung und intensiven Juckreiz. Ausloser hierfür ist das Antikoagulationssekret (gerinnungshemmende Substanz), das die Bettwanze nach dem Einstich injiziert.

Typisch für Bettwanzenstiche ist die Anordnung in Reihen oder Gruppen, die im Volksmund als "Wanzenstrassen" bezeichnet werden. Diese entstehen, weil die Wanze oft mehrfach zusticht, bevor sie eine geeignete Kapillare findet.

Bei wiederholten Stichen konnen sich allergische Reaktionen entwickeln. In schweren Fallen sind folgende Komplikationen moglich:

  • Urticaria papulosa (Nesselsucht)
  • Asthmaanfalle
  • In sehr seltenen Fallen anaphylaktischer Schock

Das Aufkratzen der juckenden Stichstellen kann zu bakteriellen Sekundarinfektionen führen.

Krankheitsübertragung

Obwohl in Bettwanzen mehr als 45 verschiedene Krankheitserreger nachgewiesen wurden, gibt es bislang keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Bettwanzen Krankheiten auf den Menschen übertragen. Mehrere systematische Übersichtsarbeiten kommen zu dem Schluss, dass trotz über 100 Jahren Forschung kein kausaler Zusammenhang zwischen Bettwanzen und der Übertragung von Infektionskrankheiten auf den Menschen belegt werden konnte.

Hinweis: Im Gegensatz zu vielen anderen blutsaugenden Arthropoden gelten Bettwanzen nach derzeitigem Wissensstand nicht als Krankheitsvektoren. Es wird vermutet, dass Bettwanzen über "neutralisierende Faktoren" verfügen, die die Vermehrung von Krankheitserregern hemmen.

Kontamination

Bettwanzenbefall führt zur Kontamination der Umgebung durch:

  • Kotflecken (schwarzlich-braune Punkte)
  • Hautungsreste (helle Exuvien)
  • Abgestorbene Tiere (Kadaver)
  • Eier und Eischalen
  • Charakteristischer süsslicher Geruch (Wanzenaromastoff)

Bettwanzen Befall erkennen

Befallsanzeichen

Typische Hinweise auf einen Bettwanzenbefall sind:

  • Stiche am Korper: Juckende, gerotete Stichstellen, oft in Reihen angeordnet ("Wanzenstrassen")
  • Kotflecken: Kleine, schwarzlich-braune Punkte auf Matratzen, Bettrahmen und angrenzenden Wanden
  • Blutflecken: Kleine Blutspuren auf Bettwasche durch versehentlich zerdrückte, vollgesogene Wanzen
  • Hautungsreste: Helle, durchscheinende Exuvien in Verstecken
  • Süsslicher Geruch: Bei starkem Befall charakteristischer Geruch durch Wanzenaromastoff
  • Lebende Tiere: Sichtung von Bettwanzen, insbesondere nachts mit Taschenlampe
Bettwanze (Cimex lectularius) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

Die systematische Inspektion sollte folgende Bereiche umfassen:

  • Matratzennahte und -falten, insbesondere an den Ecken
  • Bettrahmen, Lattenrost und Kopfteil
  • Nachttische und angrenzende Mobel
  • Spalten zwischen Wand und Fussleiste
  • Hinter Bilderrahmen und Tapeten
  • Steckdosen und Lichtschalterblenden

Professionelle Schadlingsbekampfer setzen oft Bettwanzen-Spürhunde ein, die Befall mit hoher Treffsicherheit erkennen konnen. Alternativ konnen Klebefallen (Interceptor-Fallen) unter den Bettpfosten platziert werden, die bis zu 89% Nachweisrate erreichen.

Vorbeugende Massnahmen

Folgende Massnahmen konnen das Risiko eines Bettwanzenbefalls reduzieren:

Auf Reisen:

  • Gepack nicht auf dem Bett oder Boden abstellen, sondern auf Gepackablagen
  • Hotelzimmer bei Ankunft auf Befallsanzeichen überprüfen
  • Koffer nach der Reise ausserhalb des Schlafzimmers auspacken
  • Kleidung nach der Reise heiss waschen (mind. 60°C) und im Trockner behandeln

Zu Hause:

  • Gebrauchte Mobel, insbesondere Betten und Matratzen, vor dem Kauf gründlich inspizieren
  • Gebrauchte Kleidung vor dem ersten Tragen heiss waschen
  • Ritzen und Spalten in Wanden und Mobeln verschliessen
  • Regelm Kontrolle der Schlafplatze auf Befallsanzeichen

In Mehrfamilienhausern:

  • Bei bekanntem Befall in Nachbarwohnungen: erhohte Wachsamkeit
  • Dichtungen an Türen und Leitungsdurchführungen überprüfen
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schadlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schadlingsbekampfers. Eigenstandige Bekampfungsmassnahmen konnen bei unsachgemasser Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklarung und ersetzen keine professionelle Schadlingsbekampfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Bettwanzen Befall?

Professionelle Bekampfung

Die professionelle Bekampfung von Bettwanzen erfordert spezialisiertes Fachwissen und sollte von zertifizierten Schadlingsbekampfern durchgeführt werden. Folgende Methoden werden eingesetzt:

Thermische Verfahren:

  • Hitzebehandlung: Im gesamten befallenen Bereich müssen Temperaturen von mindestens 55°C erreicht werden. Bei Ganzraumbehandlungen werden Temperaturen von 50-60°C über mehrere Stunden gehalten (z.B. 60°C für 2 Stunden oder 55°C für 3 Stunden).
  • Dampfbehandlung: Direktes Bedampfen von Mobeln und Textilien mit Heissdampf totet alle Entwicklungsstadien ab.
  • Kaltebehandlung: Befallene Gegenstande konnen bei Temperaturen unter -18°C über mehrere Tage eingefroren werden.

Chemische Verfahren:

  • Kontaktinsektizide wie synthetische Pyrethroide
  • Der Wirkstoff Chlorfenapyr ist in der EU für die Bettwanzenbekampfung zugelassen

Hinweis zur Resistenzentwicklung: Bettwanzen haben in den letzten Jahren zunehmend Resistenzen gegenüber Pyrethroiden wie Deltamethrin, Alpha-Cypermethrin und Tetramethrin entwickelt. Professionelle Schadlingsbekampfer wissen, welche Wirkstoffe noch wirksam sind.

Hinweis: Die Zulassung von Biozidprodukten unterliegt der EU-Biozidverordnung und kann sich andern. Aktuelle Informationen finden Sie bei der BAuA.

Eigenmassnahmen

Eigene Massnahmen konnen eine professionelle Bekampfung unterstützen, jedoch in der Regel nicht ersetzen:

  • Heiss waschen: Bettwasche, Kleidung und waschbare Textilien bei mindestens 60°C waschen
  • Trockner: Textilien im Trockner bei hoher Temperatur behandeln (mindestens 45 Minuten)
  • Einfrieren: Nicht waschbare Gegenstande für mindestens 72 Stunden bei -18°C einfrieren
  • Absaugen: Matratzen, Bettrahmen und Verstecke gründlich absaugen (Staubsaugerbeutel sofort entsorgen)
  • Encasings: Spezielle milbendichte Matratzenbezüge konnen verbliebene Wanzen einschliessen

Wichtig: Insektensprays aus dem Einzelhandel sind gegen Bettwanzen oft unwirksam aufgrund von Resistenzen und erreichen die Tiere in ihren Verstecken nicht. Von einer Selbstbehandlung mit solchen Mitteln ist abzuraten.

Bettwanze: Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich, ob ich Bettwanzen habe?

Typische Anzeichen sind juckende Stichstellen am Korper (oft in Reihen angeordnet), kleine schwarzlich-braune Kotflecken auf Matratzen und Bettrahmen, helle Hautungsreste in Ritzen und Spalten sowie ein süsslicher Geruch bei starkem Befall. Eine Inspektion der Matratzennahte und des Bettrahmens mit einer Taschenlampe kann Aufschluss geben.

Konnen Bettwanzen Krankheiten übertragen?

Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand übertragen Bettwanzen keine Krankheiten auf den Menschen. Obwohl mehr als 45 Krankheitserreger in Bettwanzen nachgewiesen wurden, konnte trotz über 100 Jahren Forschung kein kausaler Zusammenhang mit der Ubertragung von Infektionskrankheiten belegt werden.

Wie lange konnen Bettwanzen ohne Nahrung überleben?

Bettwanzen sind aussergewohnlich widerstandsfahig gegen Hunger. Nach einer Blutmahlzeit konnen Mannchen bei 37°C bis zu 518 Tage und Weibchen sogar bis zu 550 Tage ohne weitere Nahrung überleben. Bei niedrigeren Temperaturen kann die Überlebenszeit über 12 Monate betragen.

Kann ich Bettwanzen selbst bekampfen?

Eine eigenstandige Bekampfung ist in der Regel nicht erfolgreich, da Bettwanzen sich in schwer zuganglichen Verstecken aufhalten und gegen viele handelsubliche Insektizide resistent sind. Unterstützende Massnahmen wie Heisswaschen von Textilien und gründliches Absaugen konnen eine professionelle Bekampfung ergänzen, aber nicht ersetzen.

Woher kommen Bettwanzen in meiner Wohnung?

Bettwanzen werden meist passiv eingeschleppt, haufig über Reisegepack aus befallenen Hotels oder Unterkünften. Auch gebrauchte Mobel (insbesondere Betten und Matratzen), Secondhand-Kleidung oder der Besuch bei bzw. von Personen mit Bettwanzenbefall konnen zur Einschleppung führen. In Mehrfamilienhausern ist auch eine Ausbreitung aus Nachbarwohnungen moglich.

Welche Temperaturen toten Bettwanzen?

Bettwanzen und ihre Eier werden bei Temperaturen ab 55°C abgetotet. Für eine erfolgreiche Hitzebehandlung muss diese Temperatur im gesamten befallenen Bereich erreicht werden. Kalte wirkt ebenfalls: Bei Temperaturen unter -18°C sterben Bettwanzen nach mehreren Tagen ab.

Sind Bettwanzen ein Zeichen für mangelnde Hygiene?

Nein, Bettwanzen konnen in jeder Umgebung auftreten, unabhangig vom Hygienestandard. Sie benotigen lediglich Zugang zu menschlichem Blut und geeignete Verstecke. Auch in sauberen, gepflegten Haushalten und Luxushotels kann es zu Bettwanzenbefall kommen.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen

Internationale wissenschaftliche Quellen


Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.