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Schmeißfliege (Calliphora vicina)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2026
Lesedauer: 13 Minuten
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Die Schmeißfliege (Calliphora vicina ROBINEAU-DESVOIDY, 1830), auch als Blaue Schmeißfliege oder umgangssprachlich als "Brummer" bekannt, gehört zur Familie der Schmeißfliegen (Calliphoridae) innerhalb der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Mit einer Körperlänge von 9 bis 13 Millimetern ist sie eine der größeren synanthropen Fliegenarten und fällt durch ihre charakteristische dunkelblau bis blaugrün schimmernde Körperfärbung auf.

Calliphora vicina ist weltweit verbreitet und dringt häufig in Gebäude ein, um dort Nahrung zu suchen und Eier abzulegen. Die Art gilt als bedeutender Hygieneschädling, da sie durch das abwechselnde Belaufen von Brut- und Nahrungssubstraten humanpathogene Krankheitserreger wie Salmonellen, Ruhrerreger und parasitische Würmer verbreiten kann. In der forensischen Entomologie spielt Calliphora vicina eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Todeszeitpunkts, da ihre temperaturabhängige Entwicklung als biologische Uhr genutzt wird.

Aussehen: Wie sieht die Schmeißfliege aus?

Erkennungsmerkmale

Die Schmeißfliege erreicht eine Körperlänge von 9 bis 13 Millimetern (Institut für Schädlingskunde; internationale Quellen geben teilweise 10 bis 14 mm an) und ist damit deutlich größer als eine Stubenfliege. Der mittlere Körperabschnitt (Thorax) ist dunkel gefärbt und weist einen auffälligen dunkelblau bis blaugrün metallisch glänzenden Schimmer auf.

Charakteristische Merkmale der Adulten:

  • Dunkelblauer bis blaugrüner metallischer Körperglanz
  • Rote bis bräunlich-rote Komplexaugen
  • Rötlich-gelbe Wangen (Backen)
  • Schwarze Behaarung am Hinterkopf
  • Schwarze Borsten am Körper
  • Grau bis durchsichtig gefärbte Flügel

Larven (Maden):

  • Länge bis 18 mm (ausgewachsen)
  • Elfenbeinfarben bis weißlich
  • Kopfkapsel fehlt (acephal)
  • Vorderende zugespitzt mit schwarzen Mundhaken
  • Hinterende stumpf mit zwei bräunlichen Stigmenplatten
  • Drei Atemspalten der Stigmen nahezu parallel angeordnet
  • Beinlos, Fortbewegung durch Kriechbewegungen

Eier:

  • Weißlich, länglich-oval
  • Werden in Gelegen von bis zu 150 Stück abgelegt

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Die Schmeißfliege kann mit verschiedenen anderen Fliegenarten verwechselt werden, die ebenfalls in Gebäuden vorkommen.

ArtGrößeFärbungUnterscheidungsmerkmal
Schmeißfliege (C. vicina)9–13 mmDunkelblau bis blaugrünRötlich-gelbe Wangen, schwarze Hinterkopfhaare
Goldfliege (Lucilia sericata)5–11 mmMetallisch goldgrünDeutlich grünere, goldene Färbung
Fleischfliege (Sarcophaga spp.)10–15 mmGrau mit SchachbrettmusterGraue Grundfärbung, drei dunkle Längsstreifen auf dem Thorax
Stubenfliege (Musca domestica)6–8 mmGrauDeutlich kleiner, kein Metallglanz

Entwicklung und Lebenszyklus der Schmeißfliege

Entwicklungsstadien

Die Schmeißfliege durchläuft eine vollständige Metamorphose (Holometabolie):

  1. Ei: Ablage in Gelegen auf gärenden oder verwesenden tierischen Nahrungsresten
  2. Larve: Drei Larvenstadien (Instars), Ernährung vom Brutsubstrat
  3. Puppe: Verpuppung in trockener Umgebung nahe dem Brutsubstrat (Tönnchenpuppe)
  4. Imago: Ausgewachsene, flugfähige Fliege

Entwicklungsdauer

Die Entwicklung von Calliphora vicina ist stark temperaturabhängig. Das Institut für Schädlingskunde gibt an, dass der gesamte Entwicklungszyklus unter günstigen Bedingungen innerhalb von 8 bis 10 Tagen abgeschlossen werden kann.

Schlüpfdauer der Eier in Abhängigkeit von der Temperatur:

TemperaturSchlüpfdauer der Eier
6,5 °Cca. 14 Tage
7,5 °Cca. 5 Tage
9,9 °Cca. 4 Tage
11–13 °C2–3 Tage
20–24 °Cca. 24 Stunden

Hinweis zu abweichenden Quellenangaben: Deutsche Fachquellen (Institut für Schädlingskunde) geben eine Gesamtentwicklungsdauer von 8 bis 10 Tagen unter optimalen Bedingungen an. Internationale forensisch-entomologische Studien dokumentieren bei 20 °C eine Entwicklungsdauer von etwa 21 Tagen (Larvalzeit ca. 8 Tage, Puppenruhe ca. 13 Tage) vom ersten Larvenstadium bis zum adulten Tier. Diese Unterschiede erklären sich durch die unterschiedlichen Temperaturbedingungen: Bei Temperaturen über 24 °C verkürzt sich die Entwicklung erheblich.

Entwicklungsdauer bei verschiedenen Temperaturen (internationale Studien):

TemperaturLarvalzeitPuppenruheGesamtdauer (L1 bis Adult)
15 °Cca. 14 Tageca. 18 Tageca. 32 Tage
20 °Cca. 8 Tageca. 13 Tageca. 21 Tage

Temperaturbereich für Entwicklung:

  • Minimale Entwicklungstemperatur: je nach Population ca. 1 °C bis 6 °C für die Larvalentwicklung (Donovan et al. 2006: ca. 1 °C für eine Londoner Population; andere Studien: 5,9 °C für eine Baltimore-Population); Eiablage erfolgt ab ca. 6,5 °C
  • Die Puppenruhe macht mehr als die Hälfte der gesamten Entwicklungszeit aus (bei 20 °C ca. 62 %, bei 15 °C ca. 56 %)

Lebensweise und Verhalten von Schmeißfliegen

Aktivitätsmuster

Schmeißfliegen sind tagaktiv und werden von Gerüchen verwesender oder gärender Substanzen tierischen Ursprungs angelockt. In Mitteleuropa erstreckt sich die Hauptaktivitätsperiode von Mai bis Oktober, wobei die Tiere bei Temperaturen ab 13 °C bereits im April aktiv sein können. In tropischen Regionen sind die Tiere ganzjährig aktiv.

Calliphora vicina bevorzugt laut internationalen Quellen eher kühle und schattige Standorte. Die adulten Fliegen können unter günstigen Laborbedingungen eine Lebensdauer von mehreren Monaten erreichen.

Überwinterung

In Mitteleuropa kann Calliphora vicina sowohl als adulte Fliege als auch als Larve im dritten Larvenstadium (L3) überwintern. Adulte Fliegen überwintern häufig in geschützten Bereichen innerhalb von Gebäuden. Unter bestimmten Bedingungen – insbesondere bei kurzer Tageslänge und Larvenaufzuchttemperaturen unter 15 °C – treten die Larven in eine Diapause ein und können in diesem Ruhezustand mehrere Wochen bis Monate verharren. Bei Erwärmung im Frühjahr werden die adulten Tiere wieder aktiv beziehungsweise setzen die Larven ihre Entwicklung fort.

Nahrung und Ernährung

Adulte Fliegen:Die erwachsenen Schmeißfliegen ernähren sich von zuckerhaltigen Substanzen, Kadaversäften und verwesenden Stoffen tierischen Ursprungs. Zur Nahrungsaufnahme geben sie Verdauungssäfte ab, um feste Nahrung zu verflüssigen – dabei werden Krankheitserreger auf die Nahrung übertragen.

Larven:Die Larven ernähren sich von:

  • Verwesenden Nahrungsresten tierischen Ursprungs
  • Fleisch- und Wurstresten
  • Kadavern und Aas
  • Organischen Abfällen in Biotonnen und Komposthaufen

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt auf gärenden und verwesenden Nahrungsresten tierischen Ursprungs ab. Bemerkenswert ist, dass die Eiablage laut dem Institut für Schädlingskunde selbst bei niedrigen Temperaturen in Kühlschränken und Kühlräumen erfolgen kann. In Wohn- und Küchenbereichen sowie fleischverarbeitenden Betrieben legen die Weibchen ihre Eier gezielt an tierischen Nahrungsmitteln ab.

Vermehrungsrate

ParameterWert
Eizahl pro Weibchen (Lebenszeit)ca. 300–700 Eier (je nach Quelle)
Eizahl pro Gelegebis zu 150 Eier
Gesamtentwicklung (optimal)8–10 Tage
Lebensdauer Adultemehrere Monate (unter günstigen Bedingungen)
Aktivitätsperiode (Mitteleuropa)Mai bis Oktober

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

Die Schmeißfliege ist weltweit verbreitet (kosmopolitisch). Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst die Holarktis (nördliches Nordamerika und Eurasien), von wo aus sie sich global ausgebreitet hat. In der freien Natur besiedelt sie Grasland, Wälder, Gebirge sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Larven spielen in natürlichen Lebensräumen eine wichtige ökologische Rolle bei der Zersetzung von Tierkadavern.

Verbreitung in/an Gebäuden

Schmeißfliegen dringen durch offene Fenster und Türen in Gebäude ein, angelockt von Gerüchen tierischer Nahrungsmittel. Typische Befallsorte sind:

  • Küchen und Wohnbereiche (offene Fleisch-, Wurst- oder Fischprodukte)
  • Fleischverarbeitende Betriebe und Schlachtereien
  • Restaurants und Großküchen
  • Bereiche in der Nähe von Biotonnen und Komposthaufen
  • Müllräume und Abfallbereiche

Die Larven entwickeln sich häufig in Biotonnen und Komposthaufen, wenn dort Speisereste entsorgt werden.

Bedeutung des Schädlings Calliphora vicina

Schadwirkung

Die Schmeißfliege ist vorwiegend als Hygieneschädling von Bedeutung. Durch das abwechselnde Belaufen von Brut- und Nahrungssubstraten verbreitet sie humanpathogene Krankheitserreger. Darüber hinaus legen die Weibchen ihre Eier an Lebensmitteln ab, wodurch diese kontaminiert und unbrauchbar werden.

Wirtschaftliche Schäden

Die wirtschaftlichen Schäden ergeben sich vor allem aus:

  • Kontamination und Verderb von Fleisch- und Wurstwaren
  • Hygieneverstößen in lebensmittelverarbeitenden Betrieben
  • Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen
  • Imageschäden bei Betrieben der Lebensmittelbranche
  • Beanstandungen bei Lebensmittelkontrollen


Gesundheitliche Risiken bei einem Schmeißfliege Befall

Direkte Gefahren

Die Schmeißfliege gilt als bedeutender Hygieneschädling. Laut dem Institut für Schädlingskunde spielt sie bei der Verbreitung folgender humanpathogener Krankheitserreger eine wichtige Rolle:

  • Bakterielle Erreger: Salmonellen, Ruhrerreger (Dysenterien), Typhus, Paratyphus, Tuberkulose, Cholera
  • Parasitische Würmer: Bandwürmer (Cestoda) und Fadenwürmer (Nematoda)
  • Durchfallerkrankungen verschiedener Genese

Die Erreger werden unter anderem über die Verdauungssäfte übertragen, mit denen die Fliegen feste Nahrung verflüssigen. Bei diesem Vorgang werden auf dem Substrat befindliche Krankheitskeime auf Lebensmittel und Oberflächen verschleppt.

Internationale Studien bestätigen, dass Schmeißfliegen Krankheitserreger auf drei Wegen mechanisch übertragen: durch kontaminierte Anhaftungen am Exoskelett, durch Kotabgabe und durch Regurgitation (Hervorwürgen von Verdauungssäften).

Indirekte Folgen

Personen mit geschwächtem Immunsystem sind bei einer Infektion durch von Schmeißfliegen übertragene Salmonellen besonders gefährdet. Befallene Lebensmittel sind nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Krankheitsübertragung

Die mechanische Übertragung von Krankheitserregern erfolgt durch den ständigen Wechsel zwischen kontaminierten Brutsubstraten (Kadaver, Fäkalien, Abfall) und menschlichen Nahrungsmitteln. Dabei werden Bakterien wie Salmonella typhi, Shigella dysenteriae und bestimmte Escherichia coli-Stämme sowie Mykobakterien (Mycobacterium avium) verschleppt. Wissenschaftliche Untersuchungen (Fischer et al. 2004) haben gezeigt, dass die meisten Erreger am Abdomen und Kopf der Fliegen nachgewiesen werden, weniger am Thorax und an den Flügeln.

Kontamination

Die Kontamination von Lebensmitteln und Oberflächen erfolgt durch:

  • Kot: Fliegenkot in Form kleiner dunkler Punkte auf Oberflächen und Lebensmitteln
  • Verdauungssäfte: Ausgeschüttete Sekrete beim Verflüssigen fester Nahrung
  • Eiablage: Ablage von Eiern direkt auf Fleisch- und Wurstwaren
  • Mechanische Verschleppung: Krankheitserreger an Beinen, Körper und Mundwerkzeugen
  • Kadaver: Tote Fliegen in Lebensmitteln oder auf Arbeitsflächen

Schmeißfliege Befall erkennen

Befallsanzeichen

Einen Befall mit Schmeißfliegen erkennt man an:

  • Große, dunkelblau bis blaugrün schimmernde Fliegen mit lautem Brummgeräusch in Wohnräumen oder Küchen
  • Vermehrtes Auftreten einzelner Fliegen, die immer wieder zu bestimmten Stellen zurückkehren
  • Fliegen an Fenstern, die nach draußen streben (besonders in den kühleren Monaten, wenn überwinternde Fliegen aktiv werden)
  • Fliegenkot als kleine, dunkle Punkte auf Oberflächen, Fensterbänken und Lebensmitteln
Schmeißfliege (Calliphora vicina) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

Typische Schadensspuren umfassen:

  • Weißliche Eier oder Eigelege auf Fleisch- oder Wurstwaren
  • Elfenbeinfarbene, beinlose Maden (bis 18 mm lang) auf oder in der Nähe von organischem Abfall
  • Madenbefall in Biotonnen, auf Komposthaufen oder an Fleischresten
  • Bräunliche Tönnchenpuppen in trockenen Bereichen nahe den Brutsubstraten
  • Kontaminierte Lebensmittel mit sichtbaren Spuren der Eiablage

Vorbeugende Maßnahmen

Zur Vorbeugung gegen Schmeißfliegen sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

Bauliche Maßnahmen:

  • Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen
  • Luftschleier an Eingängen zu Lebensmittelbetrieben installieren
  • Türen und Fenster während der Aktivitätsperiode (Mai bis Oktober) geschlossen halten oder mit Netzen sichern

Lebensmittelhygiene:

  • Fleisch, Wurst, Käse und Fisch nicht offen stehen lassen, besonders im Sommer
  • Lebensmittel in geschlossenen Behältern oder unter Abdeckhauben aufbewahren
  • Lebensmittelreste sofort entfernen und in verschlossenen Behältern entsorgen

Abfallmanagement:

  • Speisereste in Zeitungspapier einwickeln, bevor sie in die Biotonne gegeben werden
  • Biotonne geschlossen halten und regelmäßig reinigen
  • Komposthaufen abdecken oder geschlossene Komposter verwenden
  • Hausmüll regelmäßig entsorgen, besonders bei warmem Wetter

Allgemeine Hygiene:

  • Küchenbereiche und Arbeitsflächen regelmäßig reinigen
  • Tierfutternäpfe nach dem Füttern reinigen und nicht offen stehen lassen
  • Kadaver von Kleintieren in der Umgebung zeitnah beseitigen
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Schmeißfliege Befall?

Professionelle Bekämpfung

Für die professionelle Bekämpfung von Schmeißfliegen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

UV-Lichtfallen:UV-Lampen sind laut dem Institut für Schädlingskunde bei sachgerechter Anwendung umwelt- und anwenderfreundlich. Die Fliegen werden vom UV-Licht angelockt und bleiben auf einer Klebefläche haften. Wichtig: Die Anwendung von UV-Lampen ist gemäß der Bundesartenschutzverordnung im Freien unzulässig, da nachtaktive Nutzinsekten geschädigt werden könnten.

Mechanische Verfahren:

  • Fliegenfallen mit Lockstoff
  • Fliegenstrips (Klebefallen)
  • Elektrische Fliegenfänger (nur in Innenräumen)

Chemische Verfahren:

  • Insektensprays mit zugelassenen Wirkstoffen (z. B. Permethrin)
  • Flächenbehandlung in gewerblichen Betrieben durch Fachpersonal

Hinweis: Die Zulassung von Biozidprodukten unterliegt der EU-Biozidverordnung und kann sich ändern. Aktuelle Informationen finden Sie bei der BAuA.

Eigenmaßnahmen

Die nachhaltigste Form der Bekämpfung ist die Beseitigung der Brutsubstrate und Nahrungsquellen:

  1. Brutquelle identifizieren und beseitigen: Verwesende Nahrungsreste, Fleischabfälle oder tote Tiere aufspüren und entfernen
  2. Befallene Lebensmittel entsorgen: In verschlossenen Beuteln über den Hausmüll
  3. Biotonne reinigen: Gründliche Reinigung mit Essigwasser, besonders bei warmem Wetter
  4. Fliegenfallen aufstellen: UV-Fallen oder Klebefallen in betroffenen Räumen
  5. Fliegengitter anbringen: An allen Fenstern und Türen, die regelmäßig geöffnet werden
  6. Lebensmittel abdecken: Fleisch-, Wurst- und Fischwaren abgedeckt oder im Kühlschrank lagern

Schmeißfliege: Häufig gestellte Fragen

Sind Schmeißfliegen gefährlich?

Ja, Schmeißfliegen gelten als bedeutende Hygieneschädlinge. Sie können laut dem Institut für Schädlingskunde humanpathogene Krankheitserreger wie Salmonellen, Ruhrerreger (Dysenterien), Typhus, Paratyphus und parasitische Würmer übertragen. Die Erreger werden durch kontaminierte Körperanhaftungen, Kotabgabe und Verdauungssäfte auf Lebensmittel und Oberflächen verschleppt.

Woher kommen Schmeißfliegen in der Wohnung?

Schmeißfliegen dringen durch offene Fenster und Türen in Wohnungen ein, angelockt von Gerüchen tierischer Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst oder Fisch. Im Winter können überwinternde Schmeißfliegen bei Erwärmung in Innenräumen aktiv werden. Treten viele Fliegen gleichzeitig auf, kann dies auf ein Brutsubstrat in der Nähe hinweisen, etwa einen Tierkadaver in einem Hohlraum oder verwesende Nahrungsreste.

Wie schnell entwickeln sich Schmeißfliegen?

Die Entwicklung ist stark temperaturabhängig. Unter günstigen Bedingungen kann der gesamte Entwicklungszyklus vom Ei bis zur adulten Fliege innerhalb von 8 bis 10 Tagen abgeschlossen werden. Bei 20 °C dauert die Entwicklung laut internationalen Studien rund 21 Tage. Die Eier schlüpfen bei 20 bis 24 °C bereits nach etwa 24 Stunden.

Wie viele Eier legt eine Schmeißfliege?

Ein Weibchen von Calliphora vicina legt im Laufe seines Lebens laut dem Institut für Schädlingskunde etwa 700 Eier. Internationale Quellen geben hingegen bis zu 300 Eier an, wobei die tatsächliche Eizahl stark von Ernährung und Umgebungsbedingungen abhängt. Pro Gelege werden bis zu 150 Eier abgelegt. Die Eiablage erfolgt bevorzugt auf gärenden und verwesenden Nahrungsresten tierischen Ursprungs und kann selbst bei niedrigen Temperaturen in Kühlschränken stattfinden.

Wann sind Schmeißfliegen aktiv?

In Mitteleuropa erstreckt sich die Aktivitätsperiode der Schmeißfliege von Mai bis Oktober. In tropischen Regionen sind die Tiere ganzjährig aktiv. Calliphora vicina kann sowohl als adulte Fliege in geschützten Bereichen innerhalb von Gebäuden als auch als Larve im dritten Larvenstadium (Diapause) überwintern. Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr werden die Tiere wieder aktiv.

Wie kann man Schmeißfliegen vorbeugen?

Wichtige vorbeugende Maßnahmen sind: Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen, Fleisch und Wurstwaren nicht offen stehen lassen, Speisereste in Zeitungspapier einwickeln bevor sie in die Biotonne gegeben werden, Biotonne geschlossen halten und regelmäßig reinigen sowie Lebensmittelreste sofort beseitigen.

Wie unterscheidet sich die Schmeißfliege von der Stubenfliege?

Die Schmeißfliege ist mit 9 bis 13 Millimetern deutlich größer als die Stubenfliege (6 bis 8 mm). Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist die metallisch dunkelblau bis blaugrün glänzende Körperfärbung der Schmeißfliege, während die Stubenfliege grau gefärbt ist. Zudem erzeugt die Schmeißfliege ein deutlich lauteres Brummgeräusch beim Fliegen.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen

Internationale wissenschaftliche Quellen

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.