Schaedlingsvernichtung.de Icon
K

Kellerassel (Porcellio scaber)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2026
Lesedauer: 6 Minuten
© Schaedlingsvernichtung.de

Die Kellerassel (Porcellio scaber) ist ein Landasselkrebs, der in feuchten, kühlen Mikrohabitaten lebt. In Gebäuden tritt sie vor allem bei Feuchteproblemen auf und gilt hauptsächlich als Lästling.

Aussehen: Wie sieht Kellerassel aus?

Erkennungsmerkmale

Adulte Tiere erreichen meist etwa 11 bis 18 mm Körperlänge.

Typische Merkmale werden in der Praxis über Körperform, Färbung, Verhalten und Fundort beurteilt.

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Eine sichere Abgrenzung erfolgt über Kombination aus Morphologie, Fundkontext und ggf. fachlicher Bestimmung bei ähnlichen Arten.

Entwicklung und Lebenszyklus der Kellerassel

Entwicklungsstadien

Die Art durchläuft artspezifische Entwicklungsstufen. Das genaue Entwicklungstempo hängt stark von Temperatur, Feuchte und Nahrungsangebot ab.

Entwicklungsdauer

EntwicklungsparameterTypischer Bereich
FortpflanzungBrut in ventralem Marsupium (Bruttasche)
Entwicklungmehrere Häutungen bis zum Adultstadium
Aktivitätvor allem bei höherer Luftfeuchte

Lebensweise und Verhalten von Kellerasseln

Aktivitätsmuster

Keller, Lichtschächte, feuchte Sockelzonen, Gartenrandbereiche und bodennahe Hohlräume sind typische Aufenthaltsorte.

Nahrung und Ernährung

Kellerasseln sind überwiegend Detritusfresser. Sie nutzen vor allem abgestorbenes organisches Material wie Laubreste, morsches Pflanzenmaterial, Algen- und Schimmelbeläge in feuchten Bereichen.

Für Gebäude ist wichtig:

  • sie befallen in der Regel keine trockenen Vorräte wie klassische Vorratsschädlinge
  • sie fressen kein intaktes, trockenes Bauholz
  • ihr Auftreten zeigt meist an, dass Feuchte und organische Rückstände vorhanden sind

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Weibchen tragen den Nachwuchs zunächst in einer Bruttasche. Populationszunahmen in Gebäuden deuten meist auf anhaltende Feuchte und organische Rückzugsbereiche hin.

Vermehrungsrate

Die Reproduktionsleistung variiert deutlich mit Umweltbedingungen. Unter günstigen Bedingungen ist eine rasche Populationszunahme möglich.

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

Die Art ist in ihrem jeweiligen Areal weit verbreitet und kann in anthropogenen Umgebungen stabile Populationen ausbilden.

Verbreitung in/an Gebäuden

In Gebäuden sind vor allem Bereiche mit geeigneten Mikroklimata und Rückzugsorten betroffen.

Bedeutung des Schädlings Porcellio scaber

Schadwirkung

Die Kellerassel ist in Gebäuden überwiegend ein Lästling und Feuchteindikator. Sie ernährt sich hauptsächlich von abgestorbenem organischem Material und nicht von trockenem, intaktem Bauholz.

Praxisrelevant ist vor allem:

  • Sichtbarer Befall weist häufig auf erhöhte Feuchte hin.
  • Die Tiere nutzen bereits geeignete feuchte Mikrohabitate, verursachen diese aber nicht.
  • Direkte Materialschäden an gesunder Bausubstanz stehen in der Regel nicht im Vordergrund.

Wirtschaftliche Schäden

Direkte wirtschaftliche Schäden durch Porcellio scaber sind meist gering. Kosten entstehen vor allem indirekt durch:

  • Feuchte- und Leckageanalyse
  • bauliche Sanierung und Trocknung
  • Reinigungs- und Monitoringaufwand bei wiederholten Sichtfunden

In Privathaushalten sind wirtschaftliche Verluste typischerweise niedrig. Relevantere direkte Fraßschäden werden eher aus Sonderkontexten wie feuchten Kultur- oder Gewächshausbereichen berichtet (z. B. an Keimlingen).



Gesundheitliche Risiken bei einem Kellerassel Befall

Direkte Gefahren

Kellerasseln sind für Menschen und Haustiere normalerweise harmlos. Sie stechen nicht, beißen nicht und gelten nicht als bedeutender Gesundheitsschädling.

Indirekte Folgen

Indirekt bedeutsam ist vor allem der Hinweis auf ein mögliches Feuchteproblem im Gebäude, das unabhängig vom Asselbefall saniert werden sollte.

Krankheitsübertragung

Für Porcellio scaber ist im üblichen Haushaltskontext keine relevante Übertragung humanpathogener Erkrankungen belegt. Die Art gilt nicht als typischer epidemiologisch relevanter Vektor.

Kontamination

Eine epidemiologisch relevante Kontamination von Lebensmitteln durch Kellerasseln steht im Regelfall nicht im Vordergrund. Entscheidend ist die Reduktion von Feuchte und organischen Rückzugsbereichen.

Kellerassel Befall erkennen

Befallsanzeichen

  • Asselfunde in Keller- und Bodenbereichen
  • Auftreten in der Nähe von Leckagen oder feuchten Wänden
  • Häufung nach Regenperioden
Kellerassel (Porcellio scaber) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
© Schaedlingsvernichtung.de

Schadensspuren

Typisch sind:

  • Sichtfunde in feuchten Keller- und Randbereichen
  • Häutungsreste in Spalten oder unter gelagerten Gegenständen
  • wiederkehrendes Auftreten bei anhaltender Feuchte

Ausgeprägte Fraßschäden an intakter Bausubstanz sind untypisch.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Leckagen, Kondensat und bauliche Feuchtequellen konsequent beseitigen
  • Keller- und Randbereiche besser belüften und trocken halten
  • bodennahe Spalten und Eintrittswege abdichten
  • organische Rückstände in feuchten Bereichen regelmäßig entfernen
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Kellerassel Befall?

Professionelle Bekämpfung

Professionelle Maßnahmen fokussieren vor allem auf Ursachenbeseitigung statt chemischer Bekämpfung:

  • Feuchteursache lokalisieren (Leckage, Kondensat, mangelnde Lüftung)
  • bauliche Abdichtung und Trocknung
  • Reduktion organischer Rückstände in Rückzugsbereichen
  • Nachkontrolle der Populationsentwicklung

Bei Kellerasseln reicht ein bauhygienisches Sanierungskonzept in vielen Fällen aus.

Eigenmaßnahmen

  1. Feuchteursachen im Keller systematisch erfassen und beseitigen
  2. betroffene Zonen trocknen, reinigen und von Rückzugsorten befreien
  3. Eintrittsstellen in Sockel- und Bodenbereichen abdichten
  4. bei wiederkehrendem Befall bauhygienische Fachprüfung veranlassen

Kellerassel: Häufig gestellte Fragen

Wie schnell kann sich ein Befall ausbreiten?

Bei dauerhaft feuchten Bedingungen kann die Populationsdichte lokal deutlich zunehmen. In trockeneren Bereichen bricht ein Befall dagegen meist rasch ein.

Woran erkennt man einen aktiven Befall am zuverlässigsten?

Am zuverlässigsten ist die Kombination aus Sichtfunden, typischen Spuren und systematischem Monitoring an bekannten Risikostellen.

Reichen Hausmittel zur vollständigen Bekämpfung?

Bei Kellerasseln sind Feuchtereduktion, gründliche Reinigung und das Entfernen von Rückzugsorten häufig bereits wirksam. Bei anhaltendem Befall sollte die bauliche Ursache fachlich untersucht werden.

Welche Rolle spielt Feuchtigkeit?

Feuchtigkeit ist für Kellerasseln der wichtigste Treiber. Bei dauerhaft trockenen Bedingungen gehen Bestände deutlich zurück.

Wann sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werden?

Wenn der Befall trotz Feuchtereduktion bestehen bleibt oder die Ursache unklar ist, sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen

Internationale wissenschaftliche Quellen

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.