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Japankäfer (Popillia japonica)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 01. April 2026
Lesedauer: 15 Minuten
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Aussehen: Wie sieht Japankäfer aus?

Erkennungsmerkmale

Der adulte Japankäfer ist ein ovaler Blatthornkäfer mit metallisch grünem Kopf- und Halsschild sowie kupferbraunen Flügeldecken. Bei der Körperlänge nennen amtliche Quellen leicht unterschiedliche Werte: Das Julius Kühn-Institut gibt 8 bis 11 mm an, das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft 10 bis 12 mm. Für die Praxis ist daher eine Länge von etwa 8 bis 12 mm ein sinnvoller Bestimmungsrahmen. Besonders auffällig sind fünf weiße Haarbüschel an jeder Seite des Hinterleibs und zusätzlich zwei weiße Büschel am Hinterende; diese Kombination ist für die Feldbestimmung sehr wichtig. Männchen und Weibchen sehen ähnlich aus, die Männchen sind im Mittel etwas kleiner. (Julius Kuehn Institute)

Ein weiteres, in deutschsprachigen Behördenquellen ausdrücklich genanntes Merkmal ist das Alarmverhalten: Fühlt sich der Käfer bedroht, spreizt er ein Beinpaar seitlich ab. Diese Verhaltensreaktion ersetzt keine morphologische Bestimmung, kann im Gelände aber helfen, einen Verdacht zu erhärten. (Julius Kuehn Institute)

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit anderen Blatthornkäfern, insbesondere mit dem heimischen Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola). Nordrhein-westfälische Pflanzenschutzinformationen nennen außerdem Rosenkäfer, Juni- und Maikäfer als typische Verwechslungsarten. Gegen diese Arten spricht beim Japankäfer die sehr charakteristische Kombination aus goldgrün schimmerndem Halsschild, kupferbraunen Flügeldecken und den weißen Haarbüscheln entlang des Hinterleibs. (Julius Kuehn Institute)

Auch die Larven lassen sich abgrenzen: Engerlinge des Japankäfers tragen am hintersten Körpersegment ein V-förmiges Raster aus Borsten. Bei adulten Tieren fällt zudem auf, dass die Flügeldecken das Hinterleibsende nicht vollständig bedecken, sodass die weißen Haarbüschel von oben sichtbar bleiben. (Julius Kuehn Institute)

Entwicklung und Lebenszyklus

Entwicklungsstadien

Der Japankäfer durchläuft eine vollständige Metamorphose mit Ei, Larve, Puppe und adultem Käfer. Die Eier sind weiß bis perlweiß, etwa 1,5 mm lang und werden in den Boden abgelegt. Die Larven sind typische, C-förmig gekrümmte Engerlinge mit cremeweißem Körper und gelblich-braunem Kopf; das Hinterende wirkt oft dunkler, weil sich Darminhalt abzeichnet. Es gibt drei Larvenstadien. (Ohioline)

Die Verpuppung erfolgt in einer Erdzelle im Boden. Die Puppe ist etwa 14 mm lang und 7 mm breit; ihre Farbe reicht je nach Alter von blass cremefarben bis metallisch grün. Das adulte Tier schlüpft anschließend aus dem Boden und beginnt kurz darauf zu fressen und sich zu paaren. (Ask IFAS – Powered by EDIS)

Entwicklungsdauer

Die Entwicklungsdauer ist stark temperatur- und standortabhängig. Die folgende Übersicht bündelt belastbare Labor- und Freilandangaben aus wissenschaftlichen und amtlichen Quellen: (JSTOR)

Stadium / KennwertDauer
Eimeist etwa 10–14 Tage; im Labor bei 30 °C rund 8 Tage
Larvenentwicklungstark temperaturabhängig; bei konstant 25 °C rund 136 Tage durch drei Stadien
Puppeetwa 2 Wochen
Generationenfolgemeist 1 Generation pro Jahr; in kühleren Regionen kann die Entwicklung 2 Jahre dauern

Die Spannweite ist praktisch wichtig: Bereits 1928 zeigte Ludwig, dass sich die Eientwicklung im Labor von rund 61 Tagen bei 15 °C auf knapp 8 Tage bei 30 °C verkürzen kann. Deutsche Fachquellen beschreiben unter günstigen Klimabedingungen einen einjährigen Zyklus; EFSA weist zugleich darauf hin, dass sich die Art in kühleren Regionen zweijährig entwickeln kann. Individuelle adulte Käfer leben nach nordamerikanischen Universitätsquellen meist etwa 30 bis 45 Tage, auch wenn die Flugzeit einer Population deutlich länger sichtbar sein kann. (JSTOR)

Lebensweise und Verhalten

Aktivitätsmuster

Der Japankäfer ist tagaktiv. Das Julius Kühn-Institut beschreibt Aktivität bei 21 °C bis 35 °C, jedoch nicht in der Mittagshitze; der USDA-Programmleitfaden nennt Flüge nur am Tage und besonders an warmen, sonnigen, windarmen Perioden. Die genaue Hauptflugzeit variiert regional: Deutsche Informationen nennen vor allem Mitte Mai bis August, nordamerikanische Quellen häufiger Ende Juni bis August. Diese Verschiebungen sind klimatisch bedingt und sollten bei Monitoring und Bekämpfung berücksichtigt werden. (Julius Kuehn Institute)

Auffällig ist das Aggregationsverhalten. Beschädigte Blätter setzen Duftstoffe frei, die weitere Käfer anlocken; dadurch kann ein zunächst lokaler Befall sehr schnell als Massenauftreten sichtbar werden. Auf warmen Sonnentagen sitzen die Tiere daher oft in Gruppen auf besonders attraktiven Wirtspflanzen. (Ohioline)

Nahrung und Ernährung

Der Japankäfer ist stark polyphag. Hier gibt es eine für die Praxis wichtige Quellenabweichung: Das JKI nennt über 300 Wirtspflanzen, das BLW über 400. Unstrittig ist damit, dass die Art ein sehr breites Nahrungsspektrum besitzt. Adulte Käfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten; Larven leben im Boden und ernähren sich vor allem von Graswurzeln, teils auch von anderen Wurzeln. (Julius Kuehn Institute)

Das typische Fraßbild der adulten Tiere ist der Skelettierfraß: Gefressen wird vor allem das Gewebe zwischen den Blattadern, sodass ein netzartiges, „skelettiertes“ Blatt zurückbleibt. Zusätzlich werden Blütenblätter, Knospen, Früchte und bei Mais die Narbenfäden geschädigt. Die Larven verursachen unterirdisch Wurzelfraß und sind deshalb besonders in Rasen- und Grünflächen problematisch. (Julius Kuehn Institute)

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Die Paarung beginnt kurz nach dem Schlupf der adulten Tiere. Ohio State beschreibt, dass frisch geschlüpfte Weibchen ein Sexpheromon abgeben und dass erste Paarungen häufig auf Rasenflächen stattfinden; Paarungen auf Nahrungspflanzen sind ebenfalls häufig. Das JKI fasst den Ablauf als wiederholte Zyklen von Fressen, Paaren und Eierlegen zusammen. (Ohioline)

Zur Eiablage verlassen die Weibchen die Futterpflanzen, graben sich in den Boden ein und legen kleine Eipakete in feuchten, grasigen Boden ab. Mehrere Quellen nennen dafür wenige Zentimeter bis etwa 10 cm Tiefe; bevorzugt werden feuchte Wiesen-, Weide- oder Rasenstandorte. Diese Standortwahl erklärt, warum gut bewässerte Grünflächen für die Etablierung besonders relevant sind. (Ohioline)

Vermehrungsrate

Für die Eiablage sind die Quellen bemerkenswert konsistent: Universitäts- und Behördenquellen nennen regelmäßig 40 bis 60 Eier pro Weibchen. Im geeigneten Klima entsteht daraus meist eine Generation pro Jahr; in kühleren Regionen kann sich die Entwicklung über zwei Jahre strecken. Die Populationszunahme wird zusätzlich dadurch begünstigt, dass adulte Käfer auf stark befressenen Pflanzen aggregieren und damit lokal sehr hohe Dichten aufbauen können. (UMass Amherst)

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

Der Japankäfer stammt aus Nordostasien. Die EPPO nennt Japan und den Fernen Osten Russlands als natürliches Herkunftsgebiet; in Japan wird die Art im Vergleich zu den Invasionsgebieten als deutlich weniger problematisch beschrieben. Außerhalb des Ursprungsareals ist sie in Nordamerika seit dem frühen 20. Jahrhundert etabliert und inzwischen auch in Teilen Europas vorhanden. (EPPO Global Database)

Für Mitteleuropa ist die Lage dynamisch. Das JKI verweist für Deutschland auf Einzelfunde und wiederholte Fänge, vor allem im südwestdeutschen Grenzraum. Das Schweizer BLW meldete Ende 2025 eine weitere Ausbreitung mit neuen Befallsherden sowie erstmals Produktions- und Qualitätsverluste vor allem an Reben. Für die Praxis bedeutet das: Der Käfer ist kein rein theoretisches Risiko mehr, sondern ein realer Quarantäneschädling mit laufender Überwachung und Bekämpfung in Mitteleuropa. (Julius Kuehn Institute)

Verbreitung in/an Gebäuden

Die eigentlichen Entwicklungsorte liegen nicht in klassischen Innenräumen, sondern im Freiland: Eier, Larven und Puppen leben im Boden, adulte Käfer auf Wirtspflanzen. Im Umfeld von Gebäuden relevant sind deshalb vor allem Rasenflächen, Gärten, Parks, Sportanlagen, Dachgärten, Innenhöfe und Kübel- oder Topfpflanzen mit geeignetem Substrat. (BLW)

Für die Ausbreitung sind menschliche Transporte besonders wichtig. JKI und EPPO nennen Erdballen von Baumschulware, Topfpflanzensubstrate, Rollrasen, Verpackungen sowie Schiffe, Flugzeuge und andere Verkehrsmittel als relevante Wege. EPPO weist außerdem darauf hin, dass adulte Käfer zwar lokal fliegen können, die meisten Flüge aber kurz bleiben; größere Verbreitungssprünge entstehen daher oft durch „blinde Passagiere“ im Verkehr. (Julius Kuehn Institute)

Bedeutung als Schädling

Schadwirkung

Schädlich sind sowohl adulte Käfer als auch Larven. Adulte Tiere fressen an Blättern, Blüten und Früchten, verursachen den typischen Skelettierfraß und können bei starkem Auftreten Pflanzen bis zur Teilentlaubung schädigen. Beim Mais können sie an den Narbenfäden fressen und dadurch die Kornbildung beeinträchtigen. (Julius Kuehn Institute)

Die Larven schädigen Wurzeln, vor allem von Gräsern. Dadurch verfärbt sich Rasen zunächst wie unter Trockenstress, wird später locker und kann sich bei starkem Befall teppichartig vom Boden lösen. In JKI-Unterlagen wird zudem beschrieben, dass Wurzelfraß im Extremfall ganze Pflanzenbestände beeinträchtigen kann. (Ohioline)

Wirtschaftliche Schäden

Die wirtschaftliche Bedeutung ist gut dokumentiert, allerdings stammen die belastbarsten Geldbeträge aus Nordamerika. Eine viel zitierte Übersicht von Potter und Held nennt mehr als 450 Millionen US-Dollar pro Jahr für direkte Bekämpfung sowie Erneuerung oder Ersatz geschädigter Rasen- und Zierpflanzen; APHIS-/USDA-Unterlagen nennen mehr als 460 Millionen US-Dollar jährlich und davon 234 Millionen US-Dollar allein für larvenbedingte Schäden. Diese Zahlen sind nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar, zeigen aber die Größenordnung des Schadpotenzials. (webdoc.agsci.colostate.edu)

Für Europa sind neben Fraßschäden auch phytosanitäre Folgekosten relevant. EPPO nennt Kosten für Maßnahmen in Baumschulen und bei der Verbringung von Pflanzen mit Erde; das BLW berichtete 2025 erstmals von Produktions- und Qualitätsverlusten vor allem an Reben in der Schweiz. Damit betrifft das Risiko nicht nur Hausgärten, sondern auch Erwerbsobstbau, Weinbau, Gartenbau und öffentliche Grünflächen. (EPPO Global Database)



Gesundheitliche Risiken

Direkte Gefahren

Nach den konsultierten Behördenquellen ist der Japankäfer kein klassischer Gesundheitsschädling. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen schreibt ausdrücklich, dass für Mensch und Tier keine gesundheitliche Gefahr besteht. Die Washington State Department of Health nennt zusätzlich ausdrücklich, dass Japankäfer weder beißen noch Krankheiten auf Menschen übertragen. (Agricultural Chamber)

Allergische oder toxikologische Aussagen wurden in den ausgewerteten Quellen nicht als artspezifisches Kernproblem beschrieben. Das fachlich Relevante liegt deshalb nicht in direkter Verletzungs- oder Infektionsgefahr, sondern in Pflanzenschäden und in den Folgen der Bekämpfung. (Agricultural Chamber)

Indirekte Folgen

Indirekte Auswirkungen entstehen vor allem durch geschädigte Gärten, Parks, Sportflächen und Kulturen sowie durch amtliche Bekämpfungs- und Einschränkungsmaßnahmen in Befallsgebieten. Das BLW betont ausdrücklich, dass der Käfer nicht nur Landwirtschaft und produzierenden Gartenbau, sondern auch öffentliche Parks, private Gärten und Sportanlagen gefährdet. Agroscope weist außerdem darauf hin, dass adulte Tiere und Bodenstadien räumlich getrennt auftreten, was die Bekämpfung organisatorisch anspruchsvoller macht. (BLW)

Befall erkennen

Befallsanzeichen

Ein Befall fällt oft zuerst an sonnig stehenden Wirtspflanzen auf. Erwachsene Käfer sitzen tagsüber in Gruppen auf Blättern, Blüten oder Früchten, häufig zunächst im oberen, stärker besonnten Pflanzenbereich. Weil geschädigte Blätter weitere Käfer anlocken, lohnt sich bei Verdacht eine tägliche Kontrolle anfälliger Pflanzen. (Alabama Cooperative Extension System)

Auf Rasenflächen können unregelmäßige braune oder welke Stellen auf Wurzelfraß durch Engerlinge hinweisen. Ohioline beschreibt zusätzlich, dass geschädigte Grasnarben tierische Sekundärschäden fördern können, weil Vögel oder andere Tiere nach Larven graben. (Ohioline)

Japankäfer (Popillia japonica) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

Typische Fraßspuren der adulten Käfer sind skelettierte Blätter, angefressene Blütenblätter, beschädigte Knospen und Fruchtverletzungen. Bei Mais ist abgefressene Seide ein Warnsignal. In stark befallenen Fällen sind Kahlfraß oder Teilentlaubung möglich. (Julius Kuehn Institute)

Im Boden sprechen lockere, spongige Rasenpartien und leicht anhebbarer Turf für stärkeren Larvenbefall. Beim Ausgraben finden sich C-förmige Engerlinge; für die sichere Bestimmung ist das V-förmige Borstenmuster am Hinterende entscheidend. (Ohioline)

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugung beginnt beim Verhindern der Einschleppung. JKI und EPPO empfehlen besondere Aufmerksamkeit bei Pflanzen mit Erde, Baumschulware, Topfpflanzen, Rollrasen und anderen Materialien aus Befallsgebieten. Verdächtige Käferfunde sollen umgehend an den zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden; deutsche Behörden weisen ausdrücklich auf die Meldepflicht hin. (Julius Kuehn Institute)

Im Garten- und Objektbereich helfen engmaschige Kontrollen anfälliger Pflanzen und physische Barrieren. Minnesota Extension empfiehlt tägliches Absammeln früher Befallsherde sowie feinmaschige Netze auf empfindlichen Pflanzen, sobald die Blüte vorbei ist und keine Bestäubung mehr benötigt wird. Weil Weibchen feuchte, grasige Böden zur Eiablage bevorzugen, sollten Rasen- und Grünflächen in amtlich regulierten Gebieten zusätzlich nach lokalen Anweisungen bewirtschaftet werden. (University of Minnesota Extension)



Bekämpfung

Professionelle Bekämpfung

Beim Japankäfer hat professionelle Bekämpfung eine besondere rechtliche und fachliche Bedeutung, weil es sich um einen meldepflichtigen prioritären Quarantäneschädling handelt. In Deutschland verweisen JKI, LfL und Landes-Pflanzenschutzdienste darauf, dass Verdachtsfälle gemeldet und amtlich abgeklärt werden müssen. Professionelle Maßnahmen umfassen deshalb nicht nur direkte Bekämpfung, sondern auch Abgrenzung, Monitoring, Verbringungsbeschränkungen und die Koordination mit Behörden. (Bavarian State Institute for Agriculture)

Fachquellen nennen für Larven parasitische Nematoden wie Heterorhabditis bacteriophora sowie entomopathogene Pilze als wichtige biologische Optionen. JKI beschreibt außerdem mechanische und chemische Ansätze, etwa Bodenmaßnahmen gegen Larven und Puppen, Folienabdeckungen lokaler Herde sowie zugelassene Insektizide gegen adulte Käfer. Agroscope betont, dass Bekämpfung auf den Wirtspflanzen allein meist nicht ausreicht, wenn der Nachschub aus den schwer auffindbaren Larvenflächen nicht gleichzeitig unterbunden wird. (Julius Kuehn Institute)

Eigenmaßnahmen

Für Einzelpflanzen oder kleine Gartenbereiche können Eigenmaßnahmen den Fraßdruck senken. Belastbar belegt sind vor allem tägliches Absammeln der Käfer in den kühlen Morgen- oder Abendstunden und das Abstreifen in Seifenwasser. Zusätzlich können feinmaschige Netze empfindliche Pflanzen schützen, sofern dadurch nicht die Bestäubung verhindert wird. (University of Minnesota Extension)

Nicht empfohlen sind Japankäferfallen im Hausgarten. Minnesota Extension und EPPO weisen übereinstimmend darauf hin, dass solche Fallen mehr Käfer anlocken können, als sie tatsächlich fangen; sinnvoll sind sie vor allem im professionell koordinierten Monitoring oder in flächenbezogenen Strategien unter Aufsicht der Pflanzenschutzdienste. Eigenmaßnahmen ersetzen außerdem keine amtliche Reaktion bei einem Quarantäneschädling. (University of Minnesota Extension)

WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Japankäfer in Deutschland meldepflichtig?

Ja. Das Julius Kühn-Institut nennt den Japankäfer ausdrücklich als meldepflichtigen Quarantäneschädling, und Landesbehörden fordern dazu auf, verdächtige Funde dem zuständigen Pflanzenschutzdienst zu melden. Für die Meldung sollen nach Behördenangaben möglichst Fundort, Datum und gesicherte Exemplare oder gute Fotos bereitgestellt werden. (Pflanzengesundheit)

Woran erkenne ich den Unterschied zum Gartenlaubkäfer?

Der wichtigste Unterschied sind die weißen Haarbüschel: fünf auf jeder Hinterleibsseite und zwei am Hinterende. Dazu kommen der goldgrün schimmernde Halsschild und das beschriebene Alarmverhalten mit seitlich abgespreiztem Beinpaar. Bei Larven ist das V-förmige Borstenmuster am Hinterende entscheidend. (Julius Kuehn Institute)

Schädigen nur die erwachsenen Käfer?

Nein. Adulte Tiere schädigen Blätter, Blüten, Früchte und bei Mais die Narbenfäden; Larven fressen an Wurzeln, besonders an Graswurzeln. Deshalb kann ein Standort gleichzeitig sichtbare Blattschäden oberirdisch und verdeckte Wurzelschäden im Boden aufweisen. (Julius Kuehn Institute)

Sind Japankäferfallen im Privatgarten sinnvoll?

Nach den ausgewerteten Fachquellen eher nicht. Solche Fallen wurden für Nachweis und Monitoring entwickelt und können in kleinen Gärten mehr Käfer anziehen, als sie tatsächlich abfangen. Für Privatgärten sind Absammeln und Netze meist die sinnvolleren Sofortmaßnahmen. (University of Minnesota Extension)

Ist der Japankäfer gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Die konsultierten Behördenquellen beschreiben keine direkte gesundheitliche Gefahr für Menschen oder Tiere. Japankäfer werden dort nicht als beißende oder krankheitsübertragende Art dargestellt; das Problem ist pflanzengesundheitlich und wirtschaftlich, nicht medizinisch. (Agricultural Chamber)

Kann der Japankäfer einen Innenraumbefall verursachen?

Seine Entwicklung ist an Boden und Wirtspflanzen im Außenbereich gebunden: Eier, Larven und Puppen leben im Boden, adulte Tiere auf Pflanzen. Relevante Eintragswege für Gebäude sind daher eher Topfpflanzen, Substrate, Rollrasen oder andere Materialien mit Erde sowie eingeschleppte adulte „blinde Passagiere“ als eine typische Innenraumentwicklung. (Agroscope)

Wie schnell kann sich ein Befall aufbauen?

Ein Weibchen legt meist 40 bis 60 Eier, und unter geeigneten Bedingungen wird der Zyklus in einem Jahr abgeschlossen. Zusätzlich verstärkt das Aggregationsverhalten den sichtbaren Befall, weil angefressene Pflanzen weitere Käfer anziehen. Deshalb können an einzelnen Rosen, Reben oder Linden sehr rasch hohe Käferzahlen auftreten, auch wenn der Befall zunächst klein wirkte. (UMass Amherst)

Quellen

  1. Julius Kühn-Institut: „Japankäfer – Popillia japonica“ (Flyer, aktualisiert Oktober 2024). (Julius Kuehn Institute)
  2. Julius Kühn-Institut, Pflanzengesundheit: „Popillia japonica (Japankäfer)“. (Pflanzengesundheit)
  3. Julius Kühn-Institut: „PI2024-13: Japankäfer – gefährlicher Pflanzenschädling an deutscher Grenze gesichtet“. (Julius Kuehn Institute)
  4. JKI: „Meldepflicht für neue Schadorganismen“. (Pflanzengesundheit)
  5. Bundesamt für Landwirtschaft (Schweiz): „Japankäfer“ sowie „Japankäfer – Aktuelle Situation in der Schweiz“. (BLW)
  6. Agroscope: „Japankäfer: Aktuelles zu Biologie, gesetzlichen Grundlagen und Bekämpfungsmassnahmen“. (Agroscope)
  7. EPPO Datasheet: Popillia japonica. (EPPO Global Database)
  8. EFSA Panel on Plant Health: „Pest categorisation of Popillia japonica“. (PMC)
  9. UMass Amherst: „Popillia japonica – Insect & Mite Guide“. (UMass Amherst)
  10. Ohio State University, Ohioline: „Japanese Beetle“. (Ohioline)
  11. USDA APHIS: „Japanese Beetle Program Manual“ sowie „Managing the Japanese Beetle: A Homeowner’s Handbook“. (APHIS)
  12. Potter, D. A. & Held, D. W. (2002): „Biology and Management of the Japanese Beetle“. (webdoc.agsci.colostate.edu)
  13. Alabama Cooperative Extension System: „Time to Watch Out for the Japanese Beetle“. (Alabama Cooperative Extension System)
  14. University of Minnesota Extension: „Japanese beetles in yards and gardens“. (University of Minnesota Extension)
  15. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: „Japankäfer – Fragen und Antworten“. (Agricultural Chamber)
  16. Washington State Department of Health: „Japanese Beetles“. (Washington State Department of Health)
  17. University of Tennessee Institute of Agriculture: „The Japanese Beetle and Its Control“. (UTIA)
  18. Tennessee State University Extension: „Japanese Beetle (Popillia japonica)“. (Tennessee State University)
  19. UF/IFAS Extension: „Japanese Beetle, Popillia japonica Newman“. (Ask IFAS – Powered by EDIS)
  20. Connecticut Agricultural Experiment Station: „The Japanese beetle Popillia japonica Newman“. (CT.gov)

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.