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Deutsche Schabe (Blattella germanica)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 09. April 2026
Lesedauer: 14 Minuten
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Aussehen: Wie sieht Deutsche Schabe aus?

Erkennungsmerkmale

Adulte Deutsche Schaben sind meist etwa 13-16 mm lang; das Umweltbundesamt nennt 14-16 mm. Typisch sind die hellbraune bis braune Grundfarbe, sehr lange fadenförmige Antennen und zwei dunkle, parallel verlaufende Längsstreifen auf dem Halsschild. Flügel sind vorhanden, in den herangezogenen Bestimmungshilfen wird die Art aber nicht als guter Flieger beschrieben. (Umweltbundesamt)

Männchen sind schlanker und am Hinterleib stärker zugespitzt, Weibchen wirken breiter und kräftiger. Nymphen sind flügellos; frühe Nymphenstadien sind deutlich dunkler und zeigen erst später das für die Art typische Streifenmuster. (NC State Extension)

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

Wichtigster Feldhinweis ist die Kombination aus kleiner Körpergröße und den zwei dunklen Längsstreifen auf dem Halsschild. Die Braunbandschabe (Supella longipalpa) besitzt diese Streifen nicht; bei ihr fallen eher helle Querbänder an den Flügeln beziehungsweise am Hinterleib auf. (AgriCollege)

Zur häufig verwechselten Bernsteinschabe wird in wissenschaftsnahen deutschen Bestimmungshilfen vor allem über Lebensraum und Halsschild unterschieden: Bernsteinschaben leben draußen, werden vom Licht angezogen und halten sich in Innenräumen meist nicht dauerhaft, während die Deutsche Schabe an Gebäude gebunden ist; außerdem fehlt der Bernsteinschabe das markante Doppelstreifen-Muster. Das UBA weist zudem darauf hin, dass in Deutschland mehrere eingeschleppte Schabenarten in Gebäuden auftreten können. (naturkundemuseum-bw.de)

Entwicklung und Lebenszyklus

Entwicklungsstadien

Die Deutsche Schabe entwickelt sich hemimetabol: Ei, Nymphe und Adulttier sind die belastbar belegten Stadien; eine Puppenphase gibt es nicht. Die Eier liegen in einer Oothek, die das Weibchen bis kurz vor dem Schlupf mit sich trägt. Für die Oothek nennen Fachquellen meist etwa 30-40 Eier; LAVES nennt rund 36, Rutgers etwa 40. (NC State Extension)

Nach dem Schlupf folgen mehrere Nymphenstadien. Je nach Quelle werden etwa 5-7 Häutungen genannt; Rutgers nennt 5-6, LAVES 5-7. Diese Spannweite ist fachlich wichtiger als eine scheinexakte Einzelzahl. (NJAES)

Entwicklungsdauer

Bei der Entwicklungsdauer weichen die Quellen deutlich voneinander ab, was mit Temperatur, Luftfeuchte und Versuchsbedingungen zusammenpasst. LAVES nennt für die Embryonalentwicklung etwa 17 Tage bei 30 °C und 24 Tage bei 22 °C sowie für die nachfolgende Nymphenentwicklung etwa 38-244 Tage; unter sehr günstigen Bedingungen kann die Gesamtentwicklung rund zwei Monate dauern. NCSU nennt bei 25-30 °C etwa 70-100 Tage bis zum Adulttier, Rutgers rund 100 Tage für den gesamten Lebenszyklus, und Michigan State gibt 54-215 Tage mit einem Mittel von etwa 103 Tagen an. (Laves Niedersachsen)

Auch zur Lebensdauer nennen die Quellen unterschiedliche Zuschnitte. LAVES gibt für Adulte ungefähr 100-200 Tage an, während NCSU und Rutgers nach Geschlecht differenzieren und für Weibchen etwa 140-280 Tage sowie für Männchen etwa 90-140 Tage angeben. Rutgers ergänzt, dass unterhalb von 15 °C zwar Überleben möglich ist, eine weitere Entwicklung aber nicht mehr stattfindet. (Laves Niedersachsen)

Lebensweise und Verhalten

Aktivitätsmuster

Die Art bevorzugt dunkle, warme und feuchte Bereiche. UBA und LAVES beschreiben die Tiere als überwiegend nacht- beziehungsweise dämmerungsaktiv; tagsüber sitzen sie versteckt in Spalten, Fugen, Hohlräumen sowie in der Nähe von Wasser- und Wärmequellen. Sichtungen am Tag sind möglich und werden in Universitätsquellen besonders bei Gedränge oder starker Populationsdichte erwähnt. (Umweltbundesamt)

Für die Art ist außerdem ein ausgeprägtes Versteck- und Aggregationsverhalten belegt. NCSU beschreibt, dass Kot- und Aggregationsstoffe das Verhalten aller Lebensstadien beeinflussen; das erklärt, warum sich Populationen häufig in wenigen, schwer zugänglichen Sammelverstecken konzentrieren. LAVES weist zusätzlich darauf hin, dass die Tiere glatte senkrechte Flächen erklimmen können. (NC State Extension)

Nahrung und Ernährung

Die Deutsche Schabe ist ein Generalist. UBA, Rutgers und NCSU nennen menschliche Lebensmittel, Tiernahrung und organische Reststoffe als Hauptnahrung; zusätzlich werden unter anderem Papier, Leder und Buchbindungen genannt. (Umweltbundesamt)

Rutgers und NCSU beschreiben außerdem Fraß an Exkrementen und toten Schaben. Diese breite Nahrungspalette erklärt, warum sich die Art in Küchen, Vorratsschränken, hinter Geräten und in anderen genutzten Innenräumen so stabil halten kann. (NJAES)

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Nach NCSU werden Weibchen etwa 4-6 Tage nach der letzten Häutung geschlechtsaktiv, Männchen etwa 6-10 Tage danach. Die Paarung wird über Pheromone und ein artspezifisches Balzverhalten des Männchens eingeleitet; anschließend bildet das Weibchen die Oothek und trägt sie bis kurz vor dem Schlupf. (NC State Extension)

Für die praktische Befallsdynamik ist wichtig, dass das Weibchen die Oothek nicht früh ablegt, sondern lange mitführt. Dadurch sind die Eier bis kurz vor dem Schlupf mobil mit dem Weibchen verbunden, was die Ausbreitung in einem Objekt erleichtern kann. Rutgers beschreibt zudem, dass Weibchen meist vor der ersten Oothek nur einmal kopulieren. (NJAES)

Vermehrungsrate

Die Fachquellen stimmen darin überein, dass die Art eine hohe Reproduktionsleistung besitzt. Rutgers, NCSU, UF/IFAS und Michigan State nennen meist 4-8 beziehungsweise 5-8 Ootheken pro Weibchen und etwa 30-40 Eier pro Oothek; NCSU und Rutgers beziffern die Lebensleistung eines Weibchens auf insgesamt etwa 200-250 Eier. (NC State Extension)

Auch bei der Zahl der Generationen pro Jahr gibt es nur Spannweiten. UF/IFAS und Michigan State nennen meist 3-4 Generationen pro Jahr, unter Idealbedingungen bis zu 6. Für die Praxis heißt das: In dauerhaft warmen Innenräumen können sich Populationen sehr rasch aufbauen, wenn Verstecke, Wasser und Nahrung verfügbar bleiben. (Entomology and Nematology Department)

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

Nach aktueller genomischer Forschung stammt die Deutsche Schabe nicht ursprünglich aus Europa. Eine 2024 veröffentlichte Studie rekonstruiert, dass sie sich vor etwa 2.100 Jahren aus der Asiatischen Schabe (Blattella asahinai) entwickelte und sich wahrscheinlich in menschlichen Siedlungen in Indien oder Myanmar an das Leben in Gebäuden anpasste. Dieselbe Arbeit und NCSU beschreiben die Art heute als eng an vom Menschen geschaffene Innenräume gebunden und außerhalb natürlicher Habitate kaum beziehungsweise nicht vorkommend. (the UWA Profiles and Research Repository)

Heute ist die Art weltweit verbreitet. Deutsche Fachquellen beschreiben sie in Deutschland ganzjährig vor allem in warmen, feuchten Innenräumen; LAVES erwähnt zusätzlich synanthrope Außenstandorte wie Deponien oder Kompostierungsanlagen. (Laves Niedersachsen)

Verbreitung in/an Gebäuden

In Gebäuden sitzt die Deutsche Schabe bevorzugt in Küchen, Bädern, unter und hinter Küchengeräten, in Schränken, an Rohrdurchführungen, in Hohlräumen und anderen engen Verstecken. UBA nennt sie besonders häufig dort, wo Lebensmittel verarbeitet oder gelagert werden, etwa in Großküchen und Bäckereien; Rutgers und Michigan State nennen zusätzlich Wohnungen, Restaurants und ähnliche Innenräume. (Umweltbundesamt)

Eingeschleppt wird die Art laut Universitäts- und Behördenquellen häufig mit Kartons, Papierverpackungen, Getränkekartons, Lebensmitteln, Möbeln oder gebrauchten Geräten. In Mehrfamilienhäusern kann sie sich über gemeinsame Installationswege, Hohlräume und Flure zwischen Einheiten ausbreiten; LAVES beschreibt zudem eine Verbreitung von Haus zu Haus über Fernwärmeleitungen. Ein Befall ist daher nicht automatisch ein Hinweis auf mangelnde Hygiene. (NC State Extension)

Bedeutung als Schädling

Schadwirkung

Die Deutsche Schabe ist vor allem als Hygieneschädling bedeutsam. Sie hält sich in unmittelbarer Nähe von Lebensmitteln und Zubereitungsbereichen auf, hinterlässt Kotspuren, Häutungsreste und tote Tiere und kann dadurch Oberflächen, Vorräte und Verpackungen verunreinigen; Rutgers beschreibt zusätzlich, dass sie Erreger mechanisch verschleppen kann. UBA nennt neben Lebensmitteln auch Papier und Leder als befallene Materialien. (Umweltbundesamt)

Stärkere Populationen bleiben oft lange verborgen, weil sich ein großer Teil der Tiere in Spalten und Hohlräumen aufhält. Sichtbare Fäkalpunkte, leere Häutungen und tote Tiere auf Arbeitsflächen, in Schränken oder an Geräten sind deshalb bereits fortgeschrittene Befallsanzeichen. (NC State Extension)

Wirtschaftliche Schäden

Wirtschaftlich relevant wird die Art durch Reinigungs-, Monitoring- und Bekämpfungsaufwand, durch Reklamationen und Hygienerisiken in Wohnanlagen sowie in lebensmittelverarbeitenden Betrieben. Rutgers beschreibt chronische Befälle ausdrücklich als erhebliche langfristige wirtschaftliche und gesundheitliche Belastung; UBA nennt Großküchen und Bäckereien als typische sensible Einsatzorte. (NJAES)

In Mehrfamilienhäusern entstehen zusätzliche Kosten, weil sich Populationen über gemeinsame Bauteile zwischen Nutzungseinheiten ausbreiten können und dann objektweit koordiniert bekämpft werden müssen. Genau diese strukturelle Ausbreitung wird von Rutgers und LAVES für die Deutsche Schabe beschrieben. (NJAES)



Gesundheitliche Risiken

Direkte Gefahren

Die ausgewerteten Fachquellen benennen bei Blattella germanica vor allem allergische Reaktionen als unmittelbar relevantes Gesundheitsproblem. Rutgers weist darauf hin, dass Kot, Häutungsreste und tote Tiere Allergene enthalten; die WHO bewertet den Zusammenhang zwischen häuslicher Exposition gegenüber Schabenallergenen und urbanem Asthma als klar. (NJAES)

Auch LAVES hebt die Bedeutung von Schabenallergenen hervor. Für die Praxis ist damit weniger eine akute Einzelverletzung entscheidend als vielmehr die Allergenbelastung bei wiederkehrendem Innenraumbefall. (Laves Niedersachsen)

Indirekte Folgen

Die WHO beschreibt, dass Exposition und Sensibilisierung gegenüber Schabenallergenen mit stärkerer Asthmamorbidität zusammenhängen können. Damit werden chronische Innenraumbefälle nicht nur zu einem Hygieneproblem, sondern auch zu einem relevanten Belastungsfaktor für empfindliche Personen in Wohnungen, Gemeinschaftseinrichtungen und anderen Innenräumen. (SESA)

Rutgers ordnet chronische Befälle deshalb zugleich als gesundheitliche und wirtschaftliche Langzeitbelastung ein. Diese Einordnung passt zu der behördlichen Bewertung von Schaben als Gesundheitsschädlinge bei LAVES. (NJAES)

Krankheitsübertragung

Zur Krankheitsübertragung ist eine präzise Einordnung wichtig. WHO und CDC beschreiben Schaben als potenzielle mechanische Überträger von Mikroorganismen; CDC verweist besonders im Krankenhauskontext auf den Nachweis medizinisch relevanter, teils multiresistenter Keime an Körperoberflächen und im Darmtrakt. Gleichzeitig hält der WHO-Bericht fest, dass trotz zahlreicher Nachweise zur Aufnahme, Ausscheidung und Weitergabe von Erregern ein endgültiger Beweis für die Rolle als Vektor menschlicher Erkrankungen weiterhin fehlt. (CDC)

Für die Deutsche Schabe bedeutet das: Eine hygienisch relevante Keimverschleppung ist fachlich gut begründet, pauschale Aussagen zu konkreten Erkrankungen im Einzelfall jedoch nicht. NCSU nennt Salmonella als Beispiel für Erreger, die mit der Art in Verbindung gebracht werden. (NC State Extension)

Kontamination

LAVES beschreibt, dass anhaftende Keime bis zu etwa 72 Stunden am Körper verbleiben können; nach Aufnahme über die Nahrung können Erreger über längere Zeit wieder ausgeschieden werden. Außerdem nennt LAVES die Verbreitung von Schimmelpilzsporen. (Laves Niedersachsen)

Weil die Tiere nachts zwischen Verstecken, Wasserstellen und Nahrungsquellen pendeln und aufgrund ihrer geringen Größe auch in Materialien oder Verpackungen eindringen können, ist die Verunreinigung von Arbeitsflächen, Vorräten und Verpackungsnähe in Küchen und ähnlichen Bereichen praktisch besonders relevant. Diese Nähe zu Lebensmitteln und Zubereitungszonen wird von UBA, LAVES und Rutgers ausdrücklich beschrieben. (Umweltbundesamt)

Befall erkennen

Befallsanzeichen

Typische erste Hinweise sind lebende Tiere in der Nacht, vor allem in Küche und Bad, sowie Fänge auf Klebefallen in Schränken, unter Spülen, neben Herd und Kühlschrank oder hinter Sanitärobjekten. Rutgers empfiehlt genau solche Standorte für das Monitoring; LAVES und UBA beschreiben dieselben warm-feuchten Versteckbereiche als bevorzugte Aufenthaltsorte. (NJAES)

Sichtungen am Tag sind ebenfalls relevant. Universitätsquellen weisen darauf hin, dass Deutsche Schaben tagsüber aus Verstecken herauskommen können, wenn die Population dicht ist oder die Verstecke stark besetzt sind. (NC State Extension)

Deutsche Schabe (Blattella germanica) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

Zu den wichtigsten Spuren zählen Kotpunkte, Häutungsreste, Ootheken und tote Tiere in Schränken, an Arbeitsflächen, hinter Geräten und in Fugen. NCSU illustriert, dass gerade Fäkalpunkte und Häutungsreste bei stärkerem Befall deutlich sichtbar werden; Rutgers empfiehlt deshalb zusätzlich zur Sichtkontrolle immer eine Taschenlampen-Inspektion und Klebefallen. (NC State Extension)

Bei trächtigen Weibchen kann die Oothek am Hinterleibsende sichtbar sein. Für die Bestimmung ist das hilfreich, weil Deutsche Schaben die Eikapsel anders als manche andere Gebäude-Schabenarten bis kurz vor dem Schlupf mitführen. (NJAES)

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugung beginnt mit einer realistischen Einschleppungskontrolle: Kartons, Papierverpackungen, Getränkekartons, gebrauchte Elektrogeräte und Möbel gehören zu den in Fachquellen genannten Eintragswegen und sollten vor dem Einbringen geprüft werden. In bestehenden Objekten helfen vor allem das Beseitigen von Krümeln und offen zugänglicher Tiernahrung, das tägliche Entfernen von Abfall, das Reinigen von Schränken sowie von Bereichen hinter Geräten und das Verschließen von Rissen, Fugen und Leitungsdurchführungen. LAVES betont zugleich, dass Einschleppung grundsätzlich auch in sauberen Haushalten möglich ist; Sauberkeit allein verhindert also keinen Befall, reduziert aber günstige Bedingungen für die Etablierung. (NC State Extension)

WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung

Professionelle Bekämpfung

LAVES ordnet die Bekämpfung der Deutschen Schabe grundsätzlich in die Hand geschulter beziehungsweise sachkundiger Schädlingsbekämpfer ein. Als fachliche Bausteine nennt das LAVES-Infoblatt gezieltes Monitoring, die Behandlung von Verstecken, Gelköder und/oder Silikatstäube sowie bei stärkerem Nymphenbefall den ergänzenden Einsatz von Wachstumsregulatoren. Rutgers ergänzt für die Praxis die engmaschige Nachkontrolle mit Klebefallen und wiederholten Kontrollen im Abstand von etwa 2-4 Wochen. (Laves Niedersachsen)

Besonders in Mehrfamilienhäusern und bei chronischen Befällen ist die fachliche Koordination wichtig, weil sich die Art zwischen Nutzungseinheiten ausbreiten kann und spezialisierte Tilgungsmaßnahmen benötigt. CDC und Rutgers beschreiben für B. germanica ausdrücklich einen Bedarf an spezialisierten Ausrottungs- beziehungsweise Bekämpfungsstrategien. (CDC)

Eigenmaßnahmen

Als begleitende Eigenmaßnahmen sind vor allem Befallslokalisierung und Reduktion sinnvoll: Klebefallen zum Monitoring, gründliche Reinigung, Entfernen frei zugänglicher Nahrung und Wasserquellen, HEPA-Saugen von lebenden und toten Tieren, Fäkalresten und Häutungen sowie das Abdichten von Fugen und Spalten. Diese Schritte sind in den herangezogenen Universitätsquellen fachlich klar beschrieben. (NJAES)

Zurückhaltend zu bewerten sind breitflächige Sprühanwendungen im Selbstversuch. Rutgers weist darauf hin, dass do-it-yourself-Anwendungen häufig zu stark auf Sprays setzen, obwohl Köderstrategien in IPM-Programmen wirksamer sind; wiederholte Sprühanwendungen können Resistenzprobleme fördern und unnötige Rückstände in Innenräumen hinterlassen. (NJAES)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie groß wird die Deutsche Schabe?

Adulte Tiere erreichen meist etwa 13-16 mm Körperlänge; das UBA nennt 14-16 mm. Nymphen sind deutlich kleiner und liegen je nach Stadium ungefähr zwischen 3 und 14 mm. (Umweltbundesamt)

Warum sehe ich Deutsche Schaben meist nachts?

Die Art ist überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv und verbringt den Tag in dunklen, engen Verstecken nahe Wasser und Wärme. Wenn tagsüber Tiere sichtbar werden, kann das auf Versteckmangel oder eine höhere Populationsdichte hinweisen. (Umweltbundesamt)

Ist ein Befall automatisch ein Zeichen für mangelnde Hygiene?

Nein. LAVES betont ausdrücklich, dass Einschleppung grundsätzlich unabhängig vom Hygienestatus möglich ist; häufige Eintragswege sind Kartons, Verpackungen, Lebensmittel, gebrauchte Geräte oder Möbel. Schlechte Zugänglichkeit zu Nahrung, Wasser und Verstecken macht eine Etablierung allerdings schwieriger. (Laves Niedersachsen)

Wie schnell kann sich die Deutsche Schabe vermehren?

Die Art kann pro Weibchen mehrere Ootheken bilden; die herangezogenen Quellen nennen meist 4-8 beziehungsweise 5-8 Ootheken mit jeweils ungefähr 30-40 Eiern. Je nach Bedingungen werden 3-4 Generationen pro Jahr genannt, unter Idealbedingungen bis zu 6. (NC State Extension)

Kann die Deutsche Schabe in Deutschland draußen dauerhaft leben?

Die ausgewerteten Quellen beschreiben die Art heute vor allem als gebäudegebunden und in natürlichen Habitaten kaum vorkommend. In Deutschland sitzt sie ganzjährig vor allem in warmen, feuchten Innenräumen; LAVES erwähnt zusätzlich einzelne synanthrope Außenstandorte wie Deponien oder Kompostierungsanlagen. (the UWA Profiles and Research Repository)

Wann sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werden?

Sobald der Befall wiederkehrt, mehrere Räume betrifft, in einem Mehrfamilienhaus auftritt oder trotz Eigenmaßnahmen aktiv bleibt, ist der Fachbetrieb die belastbar empfohlene Option. LAVES ordnet die Bekämpfung grundsätzlich Fachkundigen zu; Rutgers und CDC betonen den Bedarf an spezialisierten Strategien, Monitoring und Nachkontrolle. (Laves Niedersachsen)

Quellen und weiterführende Informationen

  • Umweltbundesamt: Schaben und Kakerlaken. (Umweltbundesamt)
  • LAVES Niedersachsen: Ungeziefer im Haushalt – Deutsche Schabe. (Laves Niedersachsen)
  • LAVES Niedersachsen: Infoblatt Schaben. (Laves Niedersachsen)
  • Rutgers New Jersey Agricultural Experiment Station: German Cockroach. (NJAES)
  • North Carolina State Extension: Biology and Behavior of the German Cockroach. (NC State Extension)
  • Michigan State University Plant & Pest Diagnostics: German Cockroach. (AgriCollege)
  • WHO: Public Health Significance of Urban Pests. (SESA)
  • CDC, Emerging Infectious Diseases: Cockroaches and Mechanically Transmitted Multidrug-Resistant Bacteria. (CDC)
  • Genomische Herkunftsstudie zu Blattella germanica. (the UWA Profiles and Research Repository)
  • Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart: Bernsteinschabe und Abgrenzung zur Deutschen Schabe. (naturkundemuseum-bw.de)

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.