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Feigenmotte (Cadra figulilella)

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2026
Lesedauer: 7 Minuten
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Die Feigenmotte (Cadra figulilella) ist in der EPPO Global Database als eigenes Taxon EPHEFI geführt. EPPO nennt dabei den deutschen Trivialnamen „Feigenmotte" und ordnet die Art in die Familie Pyralidae (Lepidoptera) ein.

Zusätzlich wird C. figulilella in USDA-ARS-Quellen als „raisin moth" innerhalb von Vorratsschädlings-Kontexten geführt. Für die Praxis ist der Befund daher vor allem als produkt- und lagerbezogen zu bewerten.

Aussehen: Wie sieht Feigenmotte aus?

Erkennungsmerkmale

Für C. figulilella sind in den hier genutzten frei zugänglichen Primärquellen keine einheitlichen, belastbaren Feldangaben zu Körper- oder Flügelmaßen als Standardwert hinterlegt.

Belastbar ist die taxonomische Einordnung als Pyraliden-Motte (EPPO). Bei Routinefunden in Vorratsbereichen ist deshalb eine sichere Artansprache über Trivialnamen allein nicht ausreichend.

Unterscheidung zu ähnlichen Arten

EPPO führt innerhalb der Gattung Cadra mehrere nahe verwandte Arten (u. a. C. cautella, C. calidella, C. figulilella). In der Befundpraxis sind Verwechslungen zwischen diesen Vorratsmotten möglich.

Eine belastbare Trennung sollte daher über fachliche Diagnostik und den Befundkontext (Warenart, Fundort, Muster wiederkehrender Funde) erfolgen.

Entwicklung und Lebenszyklus des Feigenmotte

Entwicklungsstadien

Die verfügbare wissenschaftliche Vorratsliteratur behandelt C. figulilella im Kontext von Eiablage/Entwicklung und adulten Faltern in Zucht- und Laborverfahren. Die USDA-Hosttabelle ordnet die Art zahlreichen Nahrungs- und Substratkontexten zu, was den produktgebundenen Entwicklungsbezug unterstreicht.

Für betriebliche Entscheidungen ist damit vor allem relevant, dass Entwicklungsstadien in oder nahe geeigneter Waren auftreten können und frühe Befallsphasen leicht übersehen werden.

Entwicklungsdauer

In den hier verwendeten offenen Primärquellen sind für C. figulilella keine konsistenten, standortübergreifenden Standardwerte für Ei-, Larven- und Puppendauer als einheitliche Tagesmatrix ausgewiesen.

Die Entwicklungsdynamik ist nach Quellenlage kontextabhängig (u. a. Substrat und Lagerbedingungen). Für die Praxis sind daher Verlaufskontrollen wichtiger als ein einzelner Fixwert.

Lebensweise und Verhalten von Feigenmotten

Aktivitätsmuster

Die Art wird in den genutzten Quellen als vorratsbezogene Motte im Umfeld gelagerter Produkte geführt. Wiederholte Funde sind deshalb primär entlang von Warenströmen und Lagerbereichen zu bewerten.

In der Befallspraxis sollten sichtbare Falterfunde immer mit Produktkontrollen kombiniert werden, da der relevante Schaden nicht nur am Falterfund selbst erkennbar ist.

Nahrung und Ernährung

USDA-ARS-Hostdaten führen Cadra figulilella bei verschiedenen lagerrelevanten Substraten, darunter u. a. Nüsse, Samen sowie weitere trockene Produktgruppen.

Damit liegt die Relevanz der Art im Vorratskontext vor allem in der Produktassoziation und der daraus folgenden Qualitäts- und Kontrollproblematik.

Vermehrung und Fortpflanzung

Fortpflanzungsverhalten

Die genutzte wissenschaftliche Literatur erfasst für C. figulilella reproduktionsbezogene Prozesse (Eiablage, Zuchtzyklen) im Vorratsmottensystem. Das stützt die praktische Einordnung als reproduktiv produktgebundene Vorratsmotte.

Für die Befallsdynamik ist daher entscheidend, ob geeignete Substrate im Lagerumfeld verfügbar bleiben.

Vermehrungsrate

Für C. figulilella sind in den hier genutzten frei zugänglichen Primärquellen keine robusten, allgemein gültigen Referenzwerte zur Eizahl pro Weibchen als Standardkennzahl hinterlegt.

Betrieblich belastbarer als ein Einzelwert ist die dokumentierte Beobachtung von Befallstrends über mehrere Kontrollzyklen.

Vorkommen und Verbreitung

Natürliche Lebensräume

EPPO führt C. figulilella in einer internationalen Pflanzenschutzdatenbank; USDA-ARS führt die Art in US-Fachkontexten ebenfalls als relevante Vorratsmotte. Damit ist die Art nicht auf einen einzelnen lokalen Sonderfall beschränkt.

Für die Einordnung in Betrieben steht jedoch weniger ein „natürlicher" Innenraumlebensraum im Vordergrund als der Bezug zu geeigneten Produkt- und Lagerumgebungen.

Verbreitung in/an Gebäuden

Im Gebäudekontext ist ein Auftreten typischerweise waren- und lagergebunden zu bewerten. Relevante Fundorte sind Vorratsbereiche, Lagerzonen und produktnahe Nebenstrukturen.

Wiederkehrende Befunde deuten praktisch häufig auf fortgesetzte Produktquellen oder unzureichend bereinigte Herde in der Warenkette hin.

Bedeutung des Schädlings Cadra figulilella

Schadwirkung

Die Quellenlage führt C. figulilella konsistent im Vorrats- bzw. Stored-Product-Kontext. Die wirtschaftliche Relevanz ergibt sich damit aus Produktbezug, Qualitätsminderung und zusätzlichem Kontrollaufwand.

Für Betriebe ist die Art daher vorrangig als Produkt- und Prozessschädling einzuordnen.

Befallene Lebensmittel

USDA-ARS-Hostangaben nennen für C. figulilella verschiedene lagerrelevante Substrate, darunter Nüsse und Samen sowie weitere trockene Warenkontexte.

Im Betrieb sollten deshalb besonders trockene, länger gelagerte Chargen mit vergleichbaren Substraten systematisch überwacht werden.

Lagerschäden

Typisch sind verdeckte Befallsanfänge mit später sichtbaren Qualitätsproblemen in betroffenen Produktpartien. Dadurch steigen Stichproben- und Sortieraufwand.

Praktisch bedeutsam sind außerdem Nachkontrollen angrenzender Chargen und strukturierter Folgekontrollen nach Erstfund.

Wirtschaftliche Schäden

Ökonomische Folgen entstehen vor allem durch Abwertung oder Aussortierung betroffener Partien sowie durch zusätzlichen Reinigungs- und Monitoringaufwand.

In verarbeitungsnahen Umgebungen können wiederkehrende Befunde darüber hinaus Prozessabläufe und Freigaben verzögern.



Gesundheitliche Risiken bei einem Feigenmotte Befall

Direkte Gefahren

In den hier genutzten Primärquellen steht bei C. figulilella der Vorrats- und Produktschaden im Vordergrund; spezifische direkte medizinische Gefahren werden dort nicht als Kernmerkmal ausgewiesen.

Für den üblichen Innenraumkontext sollten daher in erster Linie Produkt- und Hygieneaspekte adressiert werden.

Indirekte Folgen

Indirekt relevant sind vor allem Qualitäts- und Hygienefolgen kontaminierter oder befallsverdächtiger Vorräte.

Entscheidend sind deshalb frühzeitige Erkennung, sichere Chargentrennung und dokumentierte Nachkontrolle.

Feigenmotte Befall erkennen

Befallsanzeichen

Ein praxisrelevanter Hinweis sind wiederkehrende Mottenfunde in Bereichen mit trockenen Vorratsprodukten. Einzelbeobachtungen sollten immer mit Produktkontrollen verbunden werden.

Zusätzliche Hinweise ergeben sich aus Mustern entlang derselben Warenströme oder wiederholt betroffenen Lagerabschnitten.

Feigenmotte (Cadra figulilella) in typischer Umgebung – Befall erkennen und bekämpfen
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Schadensspuren

Im Vordergrund stehen produktbezogene Befundbilder in betroffenen Chargen sowie persistierende Herde in produktnahen Strukturen.

Für die sichere Bewertung sind dokumentierte Stichproben aus verdächtigen und benachbarten Partien sinnvoll.

Vorbeugende Maßnahmen

Wirksam ist ein kombiniertes Vorgehen aus Warenkontrolle, Lagerhygiene und Verlaufsdokumentation:

  • Wareneingänge stichprobenbasiert auf Befallshinweise prüfen
  • verdächtige Chargen frühzeitig separieren
  • produktnahe Fugen, Ecken und Kontaktflächen regelmäßig reinigen
  • trockene Lagerführung mit klarer Chargentrennung sicherstellen
  • Nachkontrollen über mehrere Wochen dokumentieren
WICHTIGER HINWEIS
Bei starkem oder wiederkehrendem Schädlingsbefall empfehlen wir dringend die Konsultation eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eigenständige Bekämpfungsmaßnahmen können bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Risiken bergen oder den Befall verschlimmern. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Schädlingsbekämpfung.


Bekämpfung: Was hilft bei einem Feigenmotte Befall?

Professionelle Bekämpfung

Professionelle Programme kombinieren Befallsdiagnostik, sichere Trennung betroffener Ware, strukturierte Reinigung und enges Nachmonitoring.

Bei wiederkehrenden Funden ist die Ursachenanalyse entlang der Warenkette entscheidend, um Restherde und Neueintrag zu trennen.

Eigenmaßnahmen

  1. Sichtbar betroffene Vorräte konsequent aussortieren.
  2. Nachbargebinde vollständig mitkontrollieren.
  3. Lagerflächen, Behälter und Fugen gründlich reinigen.
  4. Neuware dicht verschlossen und getrennt lagern.
  5. Befallsentwicklung über mehrere Wochen dokumentiert nachkontrollieren.

Feigenmotte: Häufig gestellte Fragen

Ist „Feigenmotte" ein belegter Name für Cadra figulilella?

Ja. EPPO führt für Cadra figulilella (EPHEFI) den deutschen Trivialnamen „Feigenmotte".

Ist die Art als Vorratsschädling relevant?

Ja. USDA-ARS und wissenschaftliche Vorratsliteratur führen C. figulilella im Stored-Product-Kontext.

Welche Waren sind besonders zu überwachen?

Vor allem trockene, lagerfähige Produktgruppen mit bekannter C. figulilella-Hostzuordnung (u. a. Nüsse, Samen und vergleichbare Trockenwarenkontexte).

Gibt es belastbare Standardwerte zur Eizahl pro Weibchen?

In den hier genutzten frei zugänglichen Primärquellen sind dafür keine einheitlichen, allgemein gültigen Standardwerte hinterlegt.

Wann ist professionelle Unterstützung sinnvoll?

Bei wiederkehrenden Funden, mehreren betroffenen Chargen oder unklarer Befallsquelle entlang der Warenkette.

Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Fachquellen

Internationale wissenschaftliche Quellen

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.