Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein invasiver Gartenschädling aus der Familie der Rüsselzünsler (Crambidae). Die Art stammt ursprünglich aus Ostasien, wo sie in Japan, China, Korea und dem östlichen Indien heimisch ist. Durch den internationalen Pflanzenhandel gelangte der Buchsbaumzünsler vermutlich Anfang des 21. Jahrhunderts nach Europa. Die erste dokumentierte Sichtung in Deutschland erfolgte 2006 in Gärten in Weil am Rhein und Kehl am Oberrhein.
- Aussehen: Wie sieht der Buchsbaumzünsler aus?
- Entwicklung und Lebenszyklus des Buchsbaumzünslers
- Lebensweise und Verhalten von Buchsbaumzünslern
- Vermehrung und Fortpflanzung
- Vorkommen und Verbreitung
- Bedeutung des Schädlings Cydalima perspectalis
- Gesundheitliche Risiken bei einem Buchsbaumzünsler Befall
- Buchsbaumzünsler Befall erkennen
- Vorbeugende Maßnahmen
- Bekämpfung: Was hilft bei einem Buchsbaumzünsler Befall?
- Buchsbaumzünsler: Häufig gestellte Fragen
- Quellen und weiterführende Informationen
Seitdem hat sich der Buchsbaumzünsler rasant über weite Teile Europas ausgebreitet und gilt als einer der bedeutendsten Schädlinge an Buchsbäumen (Buxus spp.). Die Raupen können bei starkem Befall ganze Buchsbaumbestände kahl fressen und so erhebliche Schäden in Gärten, Parks und historischen Gartenanlagen verursachen.
Aussehen: Wie sieht der Buchsbaumzünsler aus?
Erkennungsmerkmale
Der ausgewachsene Buchsbaumzünsler-Falter erreicht eine Flügelspannweite von 40 bis 45 mm. Die Vorder- und Hinterflügel sind seidenweiß gefärbt mit einem breiten braunen Saum am Außenrand und einem schmaleren braunen Band am Vorderrand. Im Mittelfeld der Vorderflügel befindet sich eine kleine braune Einbuchtung und ein halbmondförmiger weißer Fleck. Neben dieser typischen Farbform kommt gelegentlich eine melanistische Variante vor, deren Flügel überwiegend braun gefärbt sind und nur einen weißen Fleck aufweisen.
Eier: Die Eier sind schildförmig, gelblich gefärbt und werden in kleinen Gelegen von etwa 10 bis 20 Stück auf der Blattunterseite von Buchsbäumen abgelegt.
Larvenstadium: Die Raupen erreichen eine Länge von bis zu 50 mm. Sie sind gelbgrün bis dunkelgrün gefärbt und tragen auffällige schwarz-weiße Längsstreifen, schwarze Punkte auf dem Rücken sowie weiße Borsten am Körper. Die Kopfkapsel ist schwarz.
Hinweis zu abweichenden Quellenangaben (Raupenlänge): Deutsche Fachquellen (Institut für Schädlingskunde, NABU, AGES) geben eine maximale Raupenlänge von bis zu 50 mm (5 cm) an. Internationale messbasierte Studien (CFIA Kanada, DEFRA Großbritannien) dokumentieren hingegen Maximalwerte von 40 bis 44 mm. Der Unterschied kann auf unterschiedliche Messpraktiken oder gerundete Angaben in den deutschsprachigen Quellen zurückzuführen sein.
Puppenstadium: Die Puppe ist etwa 15 bis 20 mm lang und befindet sich in einem Gespinstkokon zwischen zusammengesponnenen Buchsbaumblättern.
Unterscheidung zu ähnlichen Arten
Der Buchsbaumzünsler kann mit anderen hellen Nachtfaltern verwechselt werden:
| Merkmal | Buchsbaumzünsler | Kohlzünsler | Brennnesselzünsler |
|---|---|---|---|
| Spannweite | 40-45 mm | 25-30 mm | 24-28 mm |
| Flügelfarbe | Seidenweiß mit braunem Saum | Gelblich-weiß | Perlmuttweiß |
| Raupenlänge | Bis 50 mm | Bis 20 mm | Bis 22 mm |
| Wirtspflanze | Buchsbaum | Kreuzblütler | Brennnessel |
Entwicklung und Lebenszyklus des Buchsbaumzünslers
Entwicklungsstadien
Der Buchsbaumzünsler durchläuft eine vollständige Metamorphose mit vier Entwicklungsstadien:
Ei: Die Weibchen legen insgesamt etwa 150 Eier in kleinen Gelegen von jeweils circa 10 bis 20 Stück auf der Blattunterseite von Buchsbäumen ab.
Larve: Die Raupen durchlaufen sechs bis sieben Larvenstadien. Sie ernähren sich von Buchsbaumblättern und leben in lockeren Gespinsten an der Pflanze.
Puppe: Die Verpuppung erfolgt in einem Gespinstkokon zwischen zusammengesponnenen Blättern am Buchsbaum.
Imago (adulter Falter): Die Falter sind vorwiegend nachtaktiv und werden von künstlichem Licht angezogen.
Entwicklungsdauer
Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist stark temperaturabhängig:
| Bedingungen | Entwicklungsdauer |
|---|---|
| Labortemperatur (25°C) | Ei: ca. 5 Tage, Larve: ca. 23 Tage, Puppe: ca. 8 Tage (Nacambo et al. 2014) |
| Freilandbedingungen | Ei: 3-6 Tage, Larve: 29-38 Tage, Puppe: 10-14 Tage |
| Gesamtentwicklung (günstig) | ca. 36-58 Tage |
| Eine Generation (Freiland) | 2-3 Monate je nach Witterung |
Hinweis zu abweichenden Quellenangaben (Larvenentwicklung): Die Laborwerte basieren auf Nacambo et al. (2014), die bei 25°C eine Larvenentwicklung von ca. 23 Tagen dokumentieren. Die CFIA (Canadian Food Inspection Agency) gibt hingegen nur ca. 14 Tage für die Larvenreife an. Dieser deutliche Unterschied kann auf abweichende Messmethoden oder Versuchsbedingungen zurückzuführen sein. Die Werte von Nacambo et al. stammen aus kontrollierten Laborversuchen mit detaillierter Dokumentation und werden hier als Primärquelle verwendet.
Generationen pro Jahr:
- In Deutschland: typischerweise 2 Generationen
- In wärmeren Regionen oder günstigen Jahren: bis zu 3 Generationen
- Im asiatischen Ursprungsgebiet: bis zu 5 Generationen
Hinweis zu abweichenden Quellenangaben: Deutsche Fachquellen (Institut für Schädlingskunde) geben für Deutschland zwei Generationen pro Jahr an. Die österreichische AGES dokumentiert bis zu drei vollständige Generationszyklen. Die Anzahl der Generationen hängt stark von den klimatischen Bedingungen des jeweiligen Jahres und Standorts ab. Internationale Quellen (CFIA Kanada) nennen ein bis fünf Generationen je nach Klimazone.
Temperaturabhängigkeit
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Untere Entwicklungsschwelle Eier | ca. 10,9°C |
| Untere Entwicklungsschwelle Larven | ca. 8,4°C |
| Untere Entwicklungsschwelle Puppen | ca. 11,5°C |
| Diapause-Auslöser | Tageslänge unter ca. 13,5 Stunden |
| Diapause-Dauer | 6-8 Wochen |
Lebensweise und Verhalten von Buchsbaumzünslern
Aktivitätsmuster
Die adulten Falter sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie an der Unterseite von Blättern, bevorzugt an anderen Pflanzen als dem Buchsbaum. Sie werden von künstlichen Lichtquellen angezogen. Die Flugzeit beginnt je nach Witterung ab Juni und erstreckt sich bis in den September.
Die Raupen der ersten Generation sind ab Ende März bis Anfang April aktiv, wenn sie nach der Winterruhe bei steigenden Temperaturen ihre Fraßtätigkeit wieder aufnehmen. Die Verpuppung der ersten Generation erfolgt meist Ende Mai, und die Falter schlüpfen in der ersten Junihälfte.
Nahrung und Ernährung
Die adulten Falter nehmen während ihrer kurzen Lebenszeit kaum Nahrung auf. Die Larven hingegen sind gefräßige Blattfresser:
Wirtspflanzen:
- Buxus sempervirens (Gewöhnlicher Buchsbaum) – Hauptwirtspflanze in Europa
- Buxus microphylla (Kleinblättriger Buchsbaum)
- Buxus sinica (Chinesischer Buchsbaum)
- Weitere Buxus-Arten (insgesamt acht Arten nachgewiesen)
Im asiatischen Ursprungsgebiet zusätzlich:
- Euonymus japonicus (Japanischer Spindelstrauch)
- Euonymus alatus (Geflügelter Spindelstrauch)
- Ilex purpurea (Purpur-Stechpalme)
Die Raupen fressen zunächst an der Blattoberfläche (Schabefraß), bevor sie zunehmend ganze Blätter verzehren. Bei starkem Befall wird auch die grüne Rinde der Triebspitzen gefressen.
Vermehrung und Fortpflanzung
Fortpflanzungsverhalten
Paarung und Eiablage erfolgen innerhalb von nur etwa einer Woche nach dem Schlüpfen der Falter. Die Weibchen legen ihre schildförmigen, gelblichen Eier bevorzugt auf der Blattunterseite von Buchsbäumen ab, wobei die Gelege meist im inneren, geschützten Bereich der Pflanze platziert werden.
Vermehrungsrate
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Eier pro Weibchen | ca. 150 |
| Eier pro Gelege | ca. 10-20 |
| Schlupfzeit der Eier | 3-6 Tage |
| Lebensdauer der Falter | ca. 8 Tage (bis zu 14 Tage) |
| Generationen pro Jahr (Deutschland) | 2 (bis 3 in warmen Jahren) |
| Überwinterung | als Larve (meist 3. Larvenstadium) |
Überwinterung
Die Raupen der letzten Jahresgeneration überwintern als Junglarven, typischerweise im dritten Larvenstadium. Sie spinnen sich in einen dichten Gespinstkokon ein, der ein oder mehrere Buchsbaumblätter umhüllt. In diesem Wintergespinst überstehen die Raupen Temperaturen von mindestens -12°C.
Hinweis zu abweichenden Quellenangaben: Deutsche Fachquellen (Institut für Schädlingskunde) nennen eine Kältetoleranz von mindestens -12°C. Internationale Quellen (CFIA Kanada) dokumentieren ein Überleben bei minimalen Wintertemperaturen von bis zu -30°C. Der Unterschied kann auf unterschiedliche Messmethoden oder Populationen zurückzuführen sein.
Im Frühjahr, meist Ende März bis Anfang April, nehmen die Raupen ihre Fraßtätigkeit wieder auf und setzen ihre Entwicklung bis zur Verpuppung fort.
Vorkommen und Verbreitung
Natürliche Lebensräume
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Buchsbaumzünslers umfasst Ostasien, insbesondere Japan, China, Korea und das östliche Indien. Dort kommt die Art an natürlichen Buchsbaumbeständen und verwandten Sträuchern vor.
Verbreitung in Europa
Die Ausbreitung in Europa erfolgte rasch nach dem ersten Nachweis:
| Jahr | Erstnachweis |
|---|---|
| 2006 | Deutschland (Weil am Rhein, Kehl) |
| 2007 | Schweiz, Niederlande |
| 2008 | Frankreich (Elsass), Großbritannien (Südengland) |
| 2009 | Österreich |
| 2011 | Ungarn, Rumänien, Türkei |
| 2013 | Spanien, Dänemark |
Heute ist der Buchsbaumzünsler in über 30 europäischen Ländern nachgewiesen. Er wurde außerdem 2018 in Nordamerika (Toronto, Kanada) festgestellt. Adulte Falter können sich über Distanzen von 7 bis 10 km pro Jahr ausbreiten.
In Europa findet man den Buchsbaumzünsler überall dort, wo Buchsbäume wachsen:
- Privatgärten: Buchsbaumhecken, Formschnitt-Pflanzen
- Öffentliche Grünanlagen: Parks, Friedhöfe, historische Gärten
- Baumschulen: Durch Pflanzenhandel verschleppt
- Natürliche Buchsbaumbestände: Besonders in Südwestdeutschland
Bedeutung des Schädlings Cydalima perspectalis
Schadwirkung
Der Buchsbaumzünsler ist der bedeutendste Schädling an Buchsbäumen in Europa. Die Schadwirkung umfasst:
- Blattfraß: Die Raupen fressen Blätter und Triebspitzen, was zu vollständiger Entlaubung führen kann
- Rindenfraß: Bei Nahrungsknappheit fressen die Raupen die grüne Rinde der Triebe, was zum Absterben ganzer Triebpartien führt
- Gespinste: Lockere Gespinste verunzieren die Pflanzen und behindern die Photosynthese
- Schwächung: Wiederholter Befall schwächt die Pflanzen und macht sie anfällig für Sekundärinfektionen (z.B. Buchsbaumpilz Cylindrocladium buxicola)
Wirtschaftliche Schäden
Der wirtschaftliche Schaden durch den Buchsbaumzünsler ist erheblich:
- Garten- und Landschaftsbau: Kosten für Ersatzpflanzungen und Bekämpfungsmaßnahmen
- Baumschulen: Handelsbeschränkungen und Qualitätseinbußen bei befallenen Pflanzen
- Historische Gärten: Verlust kulturhistorisch wertvoller Buchsbaumbestände (z.B. Barockgärten)
- Kommunen: Kosten für Pflege und Ersatz öffentlicher Buchsbaumbestände
Stark geschädigte Buchsbäume können sich nach Blattfraß wieder erholen und erneut austreiben, sofern die Rinde nicht beschädigt wurde.
Gesundheitliche Risiken bei einem Buchsbaumzünsler Befall
Direkte Gefahren
Der Buchsbaumzünsler stellt keine direkte Gesundheitsgefahr für den Menschen dar. Die Raupen beißen und stechen nicht. Allergische Reaktionen auf die feinen Borsten der Raupen bei Hautkontakt sind möglich, treten aber selten auf.
Indirekte Folgen
- Hautreizungen: Bei empfindlichen Personen kann der Kontakt mit Raupenborsten zu leichten Hautirritationen führen
- Pflanzenschutzmittel-Exposition: Bei unsachgemäßer Anwendung chemischer Bekämpfungsmittel können Gesundheitsrisiken für Anwender und Haustiere entstehen
- Buchsbaum-Toxizität: Buchsbäume selbst sind giftig; die Raupen nehmen die Alkaloide auf und sind daher für viele Fressfeinde zunächst unattraktiv
Buchsbaumzünsler Befall erkennen
Befallsanzeichen
Ein Befall durch den Buchsbaumzünsler lässt sich an folgenden Anzeichen erkennen:
- Gespinste: Lockere, weißliche Gespinste zwischen Blättern und Trieben, besonders im Pflanzeninneren
- Raupen: Gelbgrüne bis dunkelgrüne Raupen (bis 50 mm) mit schwarz-weißen Streifen und schwarzem Kopf
- Kotkügelchen: Grünlich-braune Kotkrümel in den Gespinsten und am Boden unter der Pflanze
- Fraßschäden: Durchlöcherte Blätter, Schabefraß (durchscheinende Blattstellen), Kahlfraß
- Falter: Weiße Falter mit braunem Flügelrand (40-45 mm Spannweite), abends an Lichtquellen
- Wintergespinste: Ab Herbst kleine, dichte Kokons zwischen zwei bis drei Blättern
Schadensspuren
| Anzeichen | Beschreibung |
|---|---|
| Schabefraß | Blätter mit durchscheinenden Stellen (Anfangsstadium) |
| Lochfraß | Durchlöcherte und teilweise aufgefressene Blätter |
| Kahlfraß | Vollständig entlaubte Triebe und Pflanzenpartien |
| Rindenfraß | Abgeschälte grüne Rinde an jungen Trieben (schwerer Befall) |
| Gespinste | Weißliche Seidenfäden zwischen Blättern, mit Kotkrümeln durchsetzt |
Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig das Innere der Buchsbäume, da der Befall dort beginnt und von außen zunächst nicht sichtbar ist.
Vorbeugende Maßnahmen
Eine frühzeitige Erkennung und konsequente Vorbeugung sind entscheidend:
Regelmäßige Kontrolle
- März bis Oktober: Buchsbäume alle zwei bis drei Wochen kontrollieren, besonders das Pflanzeninnere
- Pheromonfallen: Von Mai bis September aufstellen, um den Falterflug zu überwachen und den optimalen Bekämpfungszeitpunkt zu bestimmen
- Fokus auf Pflanzeninneres: Zweige auseinanderbiegen und den inneren Bereich auf Gespinste, Raupen und Kotkrümel prüfen
Pflanzenpflege
- Rückschnitt: Regelmäßiger Formschnitt verbessert die Kontrollierbarkeit und erleichtert die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln
- Kräftigung: Ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung stärkt die Regenerationsfähigkeit befallener Pflanzen
- Pflanzenwahl: Bei Neupflanzungen Buchsbaum-Alternativen in Erwägung ziehen (z.B. Ilex crenata, Taxus baccata, Euonymus japonicus 'Green Spire')
Natürliche Feinde fördern
- Nistkästen: Aufhängen, um Singvögel wie Kohlmeisen und Haussperlinge anzulocken, die Raupen fressen
- Insektenfreundliche Gestaltung: Feldwespen und Hornissen, die ebenfalls Raupen erbeuten, durch naturnahe Gartengestaltung fördern
- Keine Breitband-Insektizide: Diese schädigen auch natürliche Gegenspieler
Bekämpfung: Was hilft bei einem Buchsbaumzünsler Befall?
Professionelle Bekämpfung
Biologische Pflanzenschutzmittel:
- Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki (Bt) ist das bevorzugte biologische Bekämpfungsmittel. Es wirkt spezifisch gegen Schmetterlingsraupen und ist nützlingsschonend. Die Anwendung sollte bei Temperaturen über 15°C erfolgen, und der Buchsbaum muss gründlich bis ins Pflanzeninnere benetzt werden.
- Azadirachtin (Neem-Wirkstoff) kann ebenfalls gegen junge Raupen eingesetzt werden.
Chemische Pflanzenschutzmittel:
- Wirkstoffe wie Acetamiprid oder Deltamethrin sind gegen den Buchsbaumzünsler zugelassen.
Hinweis: Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln kann sich ändern. Aktuelle Informationen zur Zulassung finden Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Biologische Bekämpfung mit Nützlingen:
- Entomopathogene Nematoden können gegen Raupen eingesetzt werden
- Parasitische Schlupfwespen werden in einigen Regionen erprobt
Monitoring:Pheromonfallen dienen der Überwachung des Falterflugs und ermöglichen eine gezielte Terminierung der Bekämpfungsmaßnahmen. Die erste Behandlung sollte etwa 14 Tage nach dem Fangen der ersten Falter in der Falle erfolgen.
Eigenmaßnahmen
Im Privatgarten können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Absammeln: Raupen und Gespinste regelmäßig per Hand absammeln, besonders im Pflanzeninneren. Handschuhe tragen.
- Rückschnitt: Befallene Triebe zurückschneiden und im Hausmüll entsorgen (nicht kompostieren).
- Hochdruckreiniger: Mit einem kräftigen Wasserstrahl können Raupen aus der Pflanze gespült werden (Auffangplane unterlegen).
- Pheromonfallen: Zur Überwachung des Falterflugs im Garten aufstellen.
- Bt-Präparate: Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki als biologisches Spritzmittel bei Raupenbefall anwenden. Gründlich bis ins Pflanzeninnere sprühen, bei trockener Witterung und Temperaturen über 15°C.
- Zweite Behandlung: Ein bis zwei Wochen nach der ersten Spritzung wiederholen, um nachgeschlüpfte Raupen zu erfassen.
Wichtig: Befallsmaterial gehört in den Restmüll oder die Biotonne (bei ausreichender Erhitzung in der Kompostieranlage), keinesfalls auf den eigenen Kompost, da sich dort die Raupen weiterentwickeln können.
Buchsbaumzünsler: Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich einen Befall durch den Buchsbaumzünsler?
Achten Sie auf weißliche Gespinste im Inneren des Buchsbaums, grünlich-braune Kotkrümel, durchlöcherte oder abgefressene Blätter sowie gelbgrüne Raupen mit schwarz-weißen Streifen und schwarzem Kopf. Die Raupen werden bis zu 50 mm lang. Kontrollieren Sie regelmäßig das Pflanzeninnere, da der Befall dort beginnt.
Wann fliegen die Falter des Buchsbaumzünslers?
Die Falter der ersten Generation fliegen in Deutschland typischerweise ab der ersten Junihälfte. Die Falter der zweiten Generation erscheinen ab Mitte bis Ende August. Die Flugzeit erstreckt sich bis in den September. Die Falter sind nachtaktiv und werden von Lichtquellen angezogen.
Wie viele Generationen gibt es pro Jahr?
In Deutschland entwickeln sich typischerweise zwei Generationen pro Jahr. In besonders warmen Jahren oder in klimatisch begünstigten Regionen können auch drei Generationen auftreten. Im asiatischen Ursprungsgebiet sind bis zu fünf Generationen möglich.
Kann sich ein Buchsbaum nach einem Befall erholen?
Ja, auch stark entlaubte Buchsbäume können sich erholen und erneut austreiben, sofern die Rinde der Triebe nicht beschädigt wurde. Bei Rindenfraß sterben die betroffenen Triebe jedoch ab. Eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung unterstützt die Regeneration.
Was ist das wirksamste Mittel gegen den Buchsbaumzünsler?
Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki (Bt) gilt als das bevorzugte biologische Mittel. Es wirkt gezielt gegen Schmetterlingsraupen, ist nützlingsschonend und wird vom Umweltbundesamt empfohlen. Die Anwendung muss bei Temperaturen über 15°C erfolgen, und die Pflanze muss gründlich bis ins Innere benetzt werden.
Überlebt der Buchsbaumzünsler den Winter?
Ja. Die Raupen der letzten Jahresgeneration überwintern als Junglarven in dichten Gespinstkokons zwischen Buchsbaumblättern. Sie überstehen dabei Temperaturen von mindestens -12°C. Im Frühjahr, meist Ende März bis Anfang April, nehmen sie ihre Fraßtätigkeit wieder auf.
Gibt es natürliche Feinde des Buchsbaumzünslers?
Ja. In Europa haben sich einige Vogelarten als Fressfeinde etabliert, darunter Haussperlinge, Kohlmeisen und Rotschwänzchen. Auch Feldwespen und Hornissen erbeuten die Raupen. Da die Raupen Buchsbaum-Alkaloide aufnehmen, werden sie jedoch von vielen Fressfeinden zunächst gemieden. Die natürliche Kontrolle reicht in der Regel nicht aus, um starken Befall zu verhindern.
Quellen und weiterführende Informationen
Deutsche Fachquellen
- Institut für Schädlingskunde – Buchsbaumzünsler: https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/schmetterlinge/buchsbaumzuensler-cydalima-perspectalis/buchsbaumzuensler-cydalima-perspectalis/
- Institut für Schädlingskunde – Cydalima perspectalis: https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/schmetterlinge/buchsbaumzuensler-cydalima-perspectalis/cydalima-perspectalis-buchsbaumzuensler/
- NABU – Artenporträt Buchsbaumzünsler: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/schmetterlinge/nachtfalter/26468.html
- AGES Österreich – Buchsbaumzünsler: https://www.ages.at/pflanze/pflanzengesundheit/schaderreger-von-a-bis-z/buchsbaumzuensler
Internationale wissenschaftliche Quellen
- Canadian Food Inspection Agency – Box tree moth Fact Sheet: https://inspection.canada.ca/en/plant-health/invasive-species/insects/box-tree-moth/fact-sheet
- Nacambo et al. (2014): Development characteristics of the box-tree moth Cydalima perspectalis and its potential distribution in Europe. Journal of Applied Entomology.
- USDA APHIS: New Pest Response Guidelines – Cydalima perspectalis Box tree moth: https://www.aphis.usda.gov/sites/default/files/box-tree-moth-nprg.pdf